ASTROLOGIE

 

Organismus B

Eine genauere Darstellung der Abbildung siehe unter 'Die vier Quadranten des Horoskops'.

(Zu den verantwortlichen Redakteuren bzw. Verfassern aller Beiträge dieses Bereiches siehe die Hinweise im Redaktions-Wegweiser.)

 

Wenn wir uns mit dem Thema Astrologie befassen, tun wir das nicht um der Sache selbst willen oder aus spekulativen Gründen, sondern weil wir das astrologische Weltbild dem üblichen "kausalistischen" gegenüberstellen wollen. Die Tierkreise und die Planeten stehen für fundamentale Archetypen, nach denen sich das sich selbst denkende Universum konkretioniert - sie sind die elementaren Äste, auf die wir aus dem Blätterwerk unseres Alltagsgeschehens zurückblicken. Natürlich können wir aus der Beobachtung der Äste noch keine end­gültigen Schlüsse darüber ziehen, wie sich das Blätterwerk im Einzelnen gestalten wird (obwohl das in der trivialen Illustrierten-Horoskopie immer noch versucht wird), aber wir können die Dispositionen erken­nen, und der Blick auf die Hauptäste schult den Blick für das We­sentliche. Er zeigt uns die Struktur, nach der sich alle Erschei­nungen ordnen, und er zeigt uns das Wesen hinter den vordergründi­gen Dingen, in denen sich die übliche Naturwissenschaft als reine Lehre von den Erscheinungen immer noch verfängt.

Die vier Quadranten des Horoskops

Komplexität und Spezialisierung sind nur möglich, wenn ein größerer Überorganismus entstehen kann, in dem die sonst autonomen Bereiche und kleineren Organismen zu spezialisierten Organen eines größeren Organismus werden können.

Philosphische Grundlagen der Astrologie

Die Astrologie bestreitet den Gegensatz von Innen- und Außenwelt zwar nicht, weist aber beiden nur eine relative, d.h. eigentlich nur archetypische Bedeutung zu.

Ein Beispiel einer Konkreten Horoskopdeutung

Anhand eines kokreten Beispieles einer Person des öffentlichen Lebens, die allgemein so bekannt ist, daß der Leser über eine Kontrollmöglichkeit bezüglich der Aussagen verfügt, wollen wir sehen, was man aus deren Horoskop lesen kann. .

   
   

Dein persönliches Horoskop

 

Nachdem Du nun unsere anderen Beiträge zum Thema Astrologie gelesen hast (und wir raten sehr dazu, das in jedem Fall zuvor zu tun, um zu einem richtigen Verständnis der Materie zu kommen), möchtest Du vielleicht wissen, wie es um Dein eigenes Horoskop bestellt ist und ob Du daraus etwas Grundsätzlicheres über Dich selbst und Dein Schicksal erfahren kannst. Dazu müßtest Du allerdings zuvor Deine persönlichen Geburtsdaten in Erfahrung bringen - das sind Dein Geburtstag, Deine Geburtsstunde und -minute sowie Dein Geburtsort. Näheres dazu kannst Du beim Geburtsregister Deines Geburtsortes erfahren. Früher wurden die Geburtszeiten i.a. auf Viertelstunden aufgerundet, in den letzten Jahrzehnten sind sie aber i.a. minutengenau festgehalten worden; allerdings unterliegen sie seitdem auch dem Datenschutz, sodaß nur eine legitimierte schriftliche Anfrage Aussicht auf Beantwortung hat. Möchtest Du eine weitergehende Erläuterung haben, so kannst Du uns das per mail mitteilen (siehe unser Impressum). Siehe dazu unsere Ausführungen in dem Beitrag über die allgemeine Deutung von Horoskopen. Grundsätzlich solltest Du Dir klar machen, daß die Stellung der Sterne oder Planeten in den Himmelsbereichen ebenso wenig Einfluß auf Dich oder ganz allgemein das irdische Geschehen haben wie die Zeiger einer Uhr das Vergehen der Zeit beeinflussen können. Sie zeigen es nur an. Warum sie das tun, darüber streíten auch die Kenner der Materie. Eine wesentlichere Beschäftigung mit der allgemeinen Philosophie sollte uns aber zu der Überzeugung bringen, daß jeder Mensch sein persönliches Skript hat, aus dem er handelt und handeln muß, ob er es kennt oder nicht - und es ist ihm zu empfehlen, es zu kennen oder zumindest zu erahnen. Daß sich dieses Skript ausgerechnet in den Planetenstellungen ausdrückt, ergibt sich daraus allerdings noch nicht zwangsläufig; es entspricht aber uralter Erfahrung, daß es tatsächlich so ist. Wenn es auch nur eine Frage der Bildung und Lebensklugheit ist, zu wissen, daß es allgemeine Archetypen gibt, die wir u.a. mit den Namen der Planeten bezeichnen, und daß diese auch in uns und durch uns selber wirken, so müßte sich daraus noch nicht zwangsläufig ergeben, daß die konkreten Himmelsplaneten diesen wirklich entsprechen. So sollte man jedenfalls meinen - es ist aber offenbar tatsächlich so. Daraus folgt, daß diese Planeten mehr sind als lediglich materielle Objekte und daß den Menschen damit ein wunderbares Mittel an die Hand gegeben wurde, über den Sinn ihres Lebens nachzudenken und unter Umständen auch zu erfahren. Der aus unserer Sicht vielleicht ursprügliche 'Aberglaube' unserer antiken Urahnen hat uns hier ein Mittel an die Hand gegeben, auf das wir heute sonst nicht mehr gekommen wären, aber wir sollten nicht so verblendet sein, alle alten Weisheiten von vornherein abzulehnen.

Wir machen uns die Mühe, uns nicht nur ganz allgemein mit der Astrologie, sondern auch mit der individuellen Horoskopdeutung zu beschäftigen, weil sie Bestandteil unser allgemeinen Philosophie ist und weil wir - wohlgemerkt allerdings nur bei richtiger Anwendung!!! - uns daraus eine wesentlichere und spirituellere Grundeinstellung der Menschen zu ihrer jeweiligen Lebensrolle versprechen. Konkret heißt das, daß jeder seine persönliche Rolle kennen und alles vermeiden sollte, was dieser nicht entspricht, weil er darin wohl ohnehin keinen Erfolg haben wird. Wer also Fehlversuche vermeiden möchte, dem ist mit der Kenntnis seines eigenen Horoskopes sehr geholfen.

Auch das Teilchen, das du darstellst, ist immer mit seinem Blick, so winzig es ist, auf das All hin gerichtet. Du aber bemerkst es gar nicht, daß alles Werden um jenes willen da ist, auf daß dem Leben des Alls selige Wesenheit eigne, aber nicht um deinetwillen; nein, du wirst um seinetwillen. (Platon: Gesetze 903.)

 

Hier kannst du dein persönliches Horoskop erstellen.

   
   

Beispiel einer Horoskopinter­pretation

(Es wird empfohlen, zuvor die Beiträge über die Grundlagen der Astrologie zu lesen.)

 

Es wird viel Unsinn mit Horoskopdeutungen getrieben. Vor allem sollte man sehr vorsichtig mit irgendwelchen Zukunftsvorhersagen sein, weil das Universum nicht determiniert ist (wie wäre es sonst entstanden?). Andererseits zeigt etwa die Mundanastrologie (siehe in unserem redaktionellen Teil), daß sich alles, was geschieht, sinngemäß in die astrologischen Konstellationen einordnet. Wir kennen dieses Prinzip aber auch aus anderen Bereichen, etwa den Primzahlen, die sich zwar immer an die Leibnizsche Grundregel 6n +/- 1 halten, dennoch aber daraus nicht vorhersagbar sind. Was kann demnach also ein Horoskopdeuter wirklich dem Eigner des Horoskopes sagen? Um ein Bild zu gebrauchen ist es dabei etwa so, wie wenn jemand, der einen Plan von einer ihm bis dahin unbekannten Stadt in der Hand hat, zum ersten Mal tatsächlich in diese Stadt kommt und dort einem Bewohner begegnet, der zwar in der betreffenden Stadt aufgewachsen ist, aber bis dahin noch niemals enen Plan von ihr gesehen hat. Es ergibt sich daraus, daß sich beide viel zu sagen haben: Der Bewohner wird zum ersten Mal die systematische Struktur seiner Stadt erkennen, während der Planbesitzer erkennt, wie sich sein Plan konkretisiert. Er lernt daraus ebenfalls dazu und kann dieses Wissen möglicherweise in Zukunft dazu verwenden, hin und wieder in seiner Deutung konkreter zu werden. Ganz allgemein muß man aber sagen, daß eine Horoskopzeichnung zunächst nicht mehr ist als eben eine völlig abstrakte Zeichnung (siehe Abbildung) und daß deren Deutung sehr entscheidend auch von der Klugheit und Erfahrung des Astrologen abhängt.

Horoskop A

 

Wir wollen nun anhand eines Beispieles den Versuch einer Horoskopinterpretation vornehmen, um zu sehen, was wir daraus für die Praxis gewinnen. Es soll vorab nur soviel gesagt werden, daß es sich bei dem ausgewählten Beispiel um eine Person des öffentlichen Lebens handelt, die allgemein bekannt ist, sodaß der Leser über eine Kontrollmöglichkeit bezüglich der Aussagen verfügt. Vorab werden unsere Aussagen natürlich noch recht allgemein sein, aber nach Bekanntgabe der Person können wir sie dann präzisieren. Es handelt sich um einen sog. „Stier-Geborenen“ im Sinne der Illustrierten-Astro­logie, weil die Sonne im Stier steht und der Horoskopeigner demnach zwischen dem 20. April und 20. Mai geboren wurde. Diese Aussage sagt uns - entgegen der populären, jedoch angreifbaren Unterstellung - tatsächlich aber noch nicht viel. Wir wollen hier deshalb unsere Interpretation detaillierter gestalten. Es ist zwar nicht zwingend so, aber üblicherweise beginnt man mit der Deutung eines Horoskopes am Aszendenten. Eigentlich muß das Horoskop wie ein Gesicht von einem erfahrenen Astrologen ganzheitlich gesehen werden, um sinnvoll gedeutet werden zu können, aber mit unserer Darstellung können wir nur schrittweise vorgehen, obwohl das ebenso problematisch ist wie die Beschreibung eines Gesichtes, indem wir etwa mit der Nase beginnen usw. Einen wirklich lebendigen Eindruck können wir so nicht gewinnen, wir wollen aber sehen, wie weit wir kommen.

Der Aszendent (AC) entspricht der persönlichen Ausgangssituation eines Menschen und dem, was er unmittelbar mitbringt und direkt ausstrahlt. Wenn er wie hier im Zeichen Steinbock steht, so ist daraus auf eine gewisse Bedeutsamkeit im Ausdruck zu schließen. Dabei kann es sich nur um einen unbegründeten Anspruch handeln, aber gegebenenfalls auch heißen, daß die persönliche Herkunft auf einem gewissen Fundament ruht. Das bezieht sich wohlgemerkt nur auf die Person selbst, nicht etwa auf ihre Familie und Umgebung, über die der IC eine Aussage macht. Der IC steht hier im Zeichen Stier. Das kann sehr viel bedeuten, und um darüber etwas näheres zu erfahren, müssen wir in beiden Fällen fragen, wo der zugehörige Planet steht. Wir sehen, daß der zum Steinbock gehörige Saturn im zehnten Haus im Zeichen Skorpion fast am MC steht, während die zum Stier gehörige Venus im zweiten Haus in den Fischen steht. Daraus können wir bereits folgende Aussagen ableiten:

Die persönliche Herkunft oder Ausstrahlung besitzt eine gewisse Strenge oder Bedeutsamkeit, die als solche in irgendeiner Weise allgemeinverbindlich wird (Saturn im 10. Haus), und zwar entsprechend dem Skorpion vorstellungsbezogen oder vorstellungsmäßig. Das könnte heißen, daß die unmittelbare Bedeutsamkeit dieser Person in eine allgemeinverbindliche Vorstellung erhoben wird. Bezüglich der familiären Herkunft kann die Hausstellung der Venus bedeuten, daß die Basis gut abgesichert ist, was man aber nicht unbedingt nur finanziell sehen muß. Aus der Fischestellung läßt sich ggf. ableiten, daß hier der Bereich des Üblichen verlassen wird. Es kann sich demnach um einen außerordentlichen Reichtum oder um einen sehr ungewöhnlichen und überwirklichen Sockel handeln, auf dem die familiäre Herkunft ruht. Irgendwie geht es hier jedenfalls um eine einerseits feste oder festigende, andererseits außerordentliche Basis. Beachtlich ist dabei übrigens die Tatsache, daß die Venus durch zwei Trigone aspektiert wird, und zwar einerseits zum MC und andererseits zum Pluto, was auf eine harmonische Beziehung zu diesen schließen läßt. Ein Plutotrigon gibt immer sehr viel Kraft, und das Trigon zum MC bedeutet, daß die Basis in guter Beziehung zu dem steht, was die Person anstrebt oder was von ihr bedeutsam wird - was man also offiziell sieht, wenn man sie sieht. Um nun weiteres zu erfahren, können wir uns fragen, wo die Planeten stehen, die den Skorpion und die Fische beherrschen, denn das sind ja die Zeichen, in denen der Saturn und die Venus stehen. Der Saturn wird vom Pluto beherrscht, und der steht am DC im Krebs und wie gesagt im Trigonaspekt zur Venus, während der die Fische beherrschende Neptun auch im siebenten Haus im Zeichen Löwe steht. Dabei fällt auf, daß es sich bei beiden um sog. mundane Planeten handelt, also um solche, die sehr weit von der Sonne ihre Bahn ziehen und dementsprechend lange für einen Umlauf benötigen. Es handelt sich demnach bezüglich ihrer Zeichenstellung um Generationsaspekte, da beide Planeten mehrere Jahre lang in diesen Zeichen standen. Dennoch hat aber die Stellung des Pluto am DC eine sehr persönliche Bedeutung. Sie besagt, daß das, was durch ihn ausgedrückt wird, in die Begegnung mit Partnern oder anderen Menschen gebracht wird. Wir sehen also, daß die unmittelbare Strenge oder Bedeutsamkeit vorstellungsmäßig verbindlich gemacht wird und daß diese Vorstellung in die direkte Begegnung gebracht wird - ggf. auf dem gesellschaftlichen Parkett. Dabei kann die Krebsstellung immerhin bedeuten, daß das auf gefühlvolle oder auch feminine Weise geschieht. Wie gesagt gilt diese Stellung im Krebs zwar für alle Menschen, die in diesen Jahren geboren wurden, aber immerhin wird das persönlich bedeutsam durch die Stellung am DC. Dabei kommt auch wieder die Venus durch das Trigon in das Spiel, sodaß wir annehmen können, daß die familiäre und überwirkliche Basis der Begegnung förderlich ist. Insgesamt ergibt sich aus allen diesen Umständen bereits tatsächlich die Vermutung, daß die Person eine gewisse öffentliche Rolle spielt. Rekapitulieren wir:

1) Die persönliche Ausstrahlung ist irgendwie bedeutsam oder würdig oder erhebt durch ihre Art, sich zu geben, zumindest diesen Anspruch.
2) Diese Bedeutsamkeit wird vorstellungsmäßig verbindlich.
3) Das wiederum geschieht dadurch, daß diese Vorstellung in die direkte Begegnung gebracht wird, und zwar auf gefühlvolle Weise.
4) Dabei kommt dann gleichzeitig die ggf. überwirkliche Basis der Familie auf harmonische oder selbstverständliche Weise mit ins Spiel.

 

Wenn wir jetzt weitergehen, fällt uns die starke Besetzung des siebenten Hauses auf, direkt gefolgt vom zweiten Haus. Demnach geht es also wohl vornehmlich um direkte Begegnungen und um die Basis, auf der das geschieht. Außer dem Pluto steht auch der Mondknoten, der Mond und eben der Neptun im siebenten Haus. Der Mondknoten ist der Beziehungspunkt, der hier insofern die Krebsstellung unterstreicht: also vermutlich doch wohl das Parkett! Neptun im Löwen als Beherrscher des zweiten Hauses bedeutet hier, daß die ggf. ungewöhnliche familiäre Basis im Sinne des Zeichens Löwe in der Begegnung zum Ausdruck kommt, daß also diese Herkunft für eine gewisse Beherrschung des Parkettes sorgt. Da wir aber noch vorsichtig interpretieren müssen, sollten wir allgemeiner sagen, daß diese Person sich irgendwie sehr gut in die direkte Begegnung einbringen kann - und zwar einerseits gefühlsbetont und andererseits Löwe-gemäß selbstbewußt, was zu der bedeutsamen Ausstrahlung paßt. Darauf kann auch die Mondstellung hinweisen. Der Mond im Löwen, so heißt es, läßt sich immer gerne bewundern, und es ist bemerkenswert, daß dieser Mond über sein Zeichen Krebs das ganze siebente Haus beherrscht und damit zugleich auch alle anderen darin befindlichen Planeten, die ihrerseits die restlichen Felder und somit das ganze Horoskop beherrschen. In diesem Horoskop ist also der Mond der sog. Enddispositor, was ihm die höchste Bedeutung zuweist. Was sagt er nun aus? Die Person scheint also die Begegnung oder das Parkett entsprechend dem Mond gefühlsmäßig zu beherrschen. Sie bringt dabei sich und ihre Herkunft auf einfühlsame, würdevolle und selbstbewußte Weise ein und hebt dadurch ihre Bedeutung in die allgemeine Vorstellung. Da der Mond so wichtig ist, muß uns jetzt die den Löwen beherrschende Sonne umso mehr interessieren, denn diese allein gibt hier ein gewisses Gegengewicht, da sie einerseits im Gegenzug selbst den Mond beherrscht und andererseits von ihm nur noch über den Umweg zweier anderer Planeten beherrscht wird. Die Sonne steht immer für die eigentliche Mitte der Person (was ihr insofern also stets eine wichtige Rolle zuweist, sie aber angesichts der vielen anderen Horoskopfaktoren doch leicht relativieren kann, sodaß die übliche bloße Sonnenstandsastrologie wie gesagt kaum sinnvolle Aussagen zuläßt). Immerhin: sie ist hier sehr betont und steht im dritten Haus im Stier. Das dritte Haus steht für Austausch, Artikulation und ggf. auch direkte Selbstdarstellung, und der Stier steht für Festigung - also geht es insgesamt bei dieser Person um eine festigende, ggf. absichernde Basis-schaffende Darstellung oder Artikulation. Die Sonne steht übrigens in einem „Quintil“ zum Pluto, also in einem gleichermaßen harmonischen Aspekt, sodaß Pluto im Sinne der Bedeutsamkeit und von der Person ausgehenden allgemeinen Vorstellungen gut wirken kann, wenn er auch am DC immer in Opposition zum AC steht, was im allgemeinen bedeutet, daß die Person über ihre eigenen Belange hinwegsehen muß und sich hier wohl ganz in den Dienst der Begegnung stellt. Es ist wichtig, zu sehen, daß es in diesem Horoskop noch weitere schwierige Aspekte gibt, nämlich das sog. T-Kreuz zwischen Saturn, Neptun und einer Jupiter-Mars-Konjunktion im ersten Haus. Diese Konjunktion steht im Zeichen Wassermann, dessen Beherrscher Uranus im zweiten Haus in den Fischen steht. Das bedeutet, da das erste Haus wie der Aszendent auch für die persönliche Grundanlage steht, daß diese Person nicht nur eine gewisse Bedeutsamkeit ausstrahlt, sondern auch ggf. eine bestimmte Unruhe. Allerdings steht Uranus im Trigon zum Saturn und mildert das wieder oder kann es sogar irgendwie sublimieren, was sich zumal aus den sonstigen Horoskopaussagen schließen läßt. Das besagte T-Kreuz kann insofern bedeuten, daß die Unruhe oder Heftigkeit oder auch nur gezielte Einbringung mit der persönlichen Bedeutung und Würde kollidiert oder sie auch steigert. Das wiederum wirkt sich durch Uranus im zweiten Haus in den Fischen aus, sodaß es hier bezüglich der Basis auch wieder Probleme und Nervosität geben könnte. Das Uranus-Sa­turn-Trigon ist ein etwas heikler Aspekt, denn es kommt darauf an, wie der Horoskopeigner damit umgeht. Er deutet nämlich auf einen leichten Umgang mit dem Saturn-Prinzip: Uranus bringt hier ggf. eigene Ideen, Inspirationen oder Umbrüche in das kosmische Gesetz, sodaß der Betreffende sich einerseits leicht darüber hinwegsetzen, andererseits aber auch selbstgestaltend dieses Gesetz realisieren könnte. Das ist wie immer eine Niveaufrage.

So weit bisher die Aussagen des Horoskopes. Solange wir noch nicht wissen, wer die betreffende Person ist, können wir nur intuitiv weiterkommen. Der allgemeine Eindruck ist offenbar derjenige eines Menschen, der auf bedeutsame Weise das Parkett beherrscht und dabei auf einem etwas unwirklichen oder auch überwirklichen und zugleich auch nicht ganz sicheren Fundament steht. Besonders letzteres führt offenbar zu einer gewissen Unruhe, die aber wohl durch die anderen Horoskopkräfte durchaus beherrscht und kontrolliert wird, sodaß sie sich vermutlich weniger auf das eigene Selbstgefühl als auf die näheren oder weiteren Umstände bezieht, unter denen die Person wirken muß.

Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem wir verraten wollen, um wen es sich bei dieser Person handelt: es ist die englische Königin Elisabeth II. Nachdem wir das wissen, können wir jetzt allerdings in unserer Aussage sehr viel präziser werden, sodaß nicht nur wir eine Hilfe bekommen, sondern andererseits auch die Person selbst. Üblicherweise ist das eine gute Basis für ein fruchtbares Gespräch zwischen dem Astrologen und seinem Klienten. In diesem Falle können wir jetzt sagen, daß die Person (um im Rahmen unserer grundsätzlich allgemeinen Aussagen zu bleiben, behalten wir diese neutrale Bezeichnung bei und hoffen, daß sie nicht als Respektlosigkeit mißverstanden wird) nicht nur vom Anspruch her, sondern auch tatsächlich unmittelbar eine gewisse Strenge und Würde zum Ausdruck bringt, daß es ihr gelingt, dieses allgemein zum Ausdruck zu bringen und damit eine entsprechende Erwartung zu erfüllen, in derem Sinne sie wiederum auf dem Parkett wirkt. Das geschieht einfühlsam und entsprechend der betonten Mondstellung wie selbstverständlich, und tatsächlich ist die Basis und Herkunft der Familie irgendwie unwirklich, was aber die Bedeutung im Sinne der harmonischen Aspekte nur steigert. Über die schwierigen Aspekte des Horoskopes erfährt der flüchtige Beobachter allerdings zunächst nichts, da die Person das gut zu überspielen versteht (Uranus-Saturn-Trigon). Man erfährt allerdings aus der Presse darüber bekanntlich eine ganze Menge. Dabei können diese Dinge aber auch für die stetige Anspannung stehen, die das Parkett bedeutet und die mit der persönlichen Bedeutung und der Anforderung im Sinne einer königlichen Würde (Neptun und Mond im Löwen) in der Öffentlichkeit oder Begegnung im Zusammenhang steht. Selbstdarstellung und Artikulation, Händeschütteln usw. spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir können jetzt auch die Stier-Sonne besser verstehen: es geht tatsächlich um Festigung. Man kann dabei etwa an die im Hintergrund klingende Musik von Edward Elgar denken (Pomp and Circumstance-Marches).

Von dem Astrologen Wolfgang Döbereiner stammt übrigens der Ausspruch, daß für dieses Horoskop das englische Königshaus erst noch geschaffen werden müßte, wenn es das nicht schon gäbe. Es sieht in der Tat so aus, und das führt uns nun zu weiteren wichtigen Überlegungen. Wenn dieser Spruch nämlich richtig ist, so heißt das ja wohl, daß es kaum zufällig war, daß gerade diese Person in diesen Rahmen hineingeboren wurde und daß sie demnach „von höherer Stelle“ von vornherein für ihre besondere Aufgabe vorgesehen war. Wenn das in diesem Fall aber so war, so läßt sich daraus folgern, daß niemand zufällig in seine Umgebung und Umstände hineingeboren wird. Eben genau das ist auch die Erfahrung, von der die Astrologen ganz selbstverständlich ausgehen. Das entspricht aber den Aussagen unserer anderen Essays im Admin-Bereich, denn wenn es nicht so ist, daß wir vor der Kulisse einer objektiv und allgemeinverbindlich gegebenen Welt existieren, zu der wir uns persönlich in dieser oder jener Weise in Beziehung setzen können, sondern wenn es stattdessen so ist, daß die uns erscheinende Welt ganz wesentlich durch unsere Projektionen erst erschaffen wird, dann muß das ja bedeuten, daß diese Projektionen als solche irgendwie gesteuert werden. Denn anderenfalls würde die Welt sofort in ein Nichts zerfließen. Die uns begegnende Welt ist demnach ein Ausfluß des kollektiven Unbewußten, das aber unsere Erkenntnisakte derartig steuert, daß die uns erscheinende Welt einen durchaus irgendwie verbindlichen und berechenbaren Charakter hat. In diesem Sinne wirken also alle Menschen (Monaden) wie Schauspieler auf einer Bühne, die alle ein bestimmtes Skript haben, wenn sie dabei auch eine gewisse Improvisationsfreiheit besitzen. So ungefähr sieht es aus, und je länger man darüber nachdenkt, desto plausibeler erscheint einem diese Vorstellung. Wie nämlich sollen wir uns sonst wirklich erklären, daß diese Person fast wie selbstverständlich mit einer Aufgabe fertig wird, für die andere nicht die geringsten Vorraussetzungen besitzen? Dazu braucht man ein entsprechendes Nervenkostüm. Andererseits ist aber auch zu erkennen, daß hier eine gewisse Spezialisierung im Sinne dieser einen Aufgabe vorliegt. So steht also wohl letztlich jeder Mensch mehr oder weniger an der Stelle, die ihm entspricht und für die er vorgesehen ist, und so kommt die Buntheit der Welt zustande, obwohl diese Buntheit andererseits eine komplette Illusion ist. Fast ist es so wie in einer Geisterbahn, in der in jeder Nische ein besonderes Gespenst steht, sodaß uns eine höchst lebendige Vielfalt suggeriert wird, obwohl alle Gespenster eigentlich immer nur jeweils ganz bestimmte Bewegungen machen! Dieser Gedanke hat aber auch etwas Beruhigendes an sich, denn er sollte uns eigentlich die Angst vor der Welt und zumal eben dem zehnten Haus nehmen. Die aber und der damit verbundene Respekt sitzt tief, und das hat nicht nur allgemeine archetypisch-psychologisch-kausale Gründe, sondern auch solche, die in unserem jeweils besonderen Horoskop verankert sind. Alle verstandesmäßigen Vergegenwärtigungen können nämlich etwa an unserer Mondstellung nichts ändern, die etwas darüber aussagt, wie wir uns fühlen, und die ja nicht unbedingt so löwenhaft wie in diesem Horoskop sein muß. Natürlich aber steht auch dieser Mond trotz allem unter einem Spannungsaspekt, der sich hier als sog. Anderthalbquadrat zum Uranus darstellt. Irgendwo scheint es doch an der Basis große Probleme zu geben, die sich auf das Gemüt senken und bei einer Frau auch etwas über die eigene Mutterrolle oder Rolle als Frau aussagen, wenn sie den Mond betreffen.


 

Was kann man lesen?

 

 

Das vorangegangene Deutungsbeispiel gibt uns Anlaß zu weiteren allgemeinen Fragen bezüglich der Aussagen eines Horoskopes. Zunächst ist dazu zu sagen, daß nicht nur Menschen ein Horoskop haben, sondern auch Ereignisse, Länder, Vereine und Unternehmungen aller Art. Praktisch alles, was eine gewisse Bedeutung besitzt, ist durch ein Horoskop bestimmt. In der Praxis ergibt sich dabei nur das Problem, auf welchen Zeitpunkt und welchen Ort man es ausstellen soll. Das ist in der Regel eine Ermessensfrage, die durch Erfahrung und Intuition bestimmt ist. Wir werden etwa kaum ein Horoskop einer unbedeutenden Begegnung mit irgendeinem anderen Menschen machen, den wir kaum kennen und auch später kaum wiedertreffen bzw. dessen weiteren Begegnungen wir keine besondere Bedeutung beimessen. Wir werden auch kein Horoskop von einem bedrohlichen Ereignis machen, das für uns noch glimpflich ausgegangen ist.[1] Wohl aber gibt es einen Sinn, ein Horoskop zu erstellen, wenn eine Begegnung wichtig für uns war oder wenn ein Unfall eingetreten ist, der Auswirkungen auf unser weiteres Leben hat. Die Frage ist dann nur, ob wir das wollen. Alle derartigen Horoskope haben nämlich eine Aussage, deren Bedeutsamkeit sich aber nicht je nach unterschiedlicher Wichtigkeit ein- oder ausstellt, sondern graduell zu- oder abnimmt. Je unwichtiger das Ereignis ist, desto verschwommener ist auch die Aussage des Horoskopes. Das ist aber nur gefühlsmäßig zu bewerten. Intuition ist also das A und O der Auslegungskunst, und nur Positivisten halten diese für unerheblich. Wir sollten erkennen, daß sie auch sonst eines unserer wichtigsten Erkenntniswerkzeuge ist. So können wir auch nur intuitiv über den Sinn einer Interpretation entscheiden, wobei aber auch die Erfahrung eine wichtige Rolle spielt. So ist es etwa eine bloße Erfahrungstatsache, daß der richtige Zeitpunkt für die Erstellung eines Geburtshoroskopes der erste Schrei des Säuglings ist. Natürlich könnten wir auch unter Umständen wichtige Aussagen aus dem Horoskop erhalten, das auf den Zeitpunkt seiner Zeugung ausgestellt ist, doch kennen wir diesen üblicherweise nicht. So scheitert diese Möglichkeit schon an der Praxis, was aber auch bedeuten kann, daß sie prinzipiell ausgeschlossen ist, weil sie es sein soll. In der Astrologie gewinnen wir unser Wissen nur aus der Erfahrung, denn sie ist eben eine Naturwissenschaft im erweiterten Sinne des Begriffes „Natur“.

Umgekehrt nimmt die Aussage des Horoskopes zwar nicht quantitativ (denn das ist dabei ohnehin nicht möglich, sodaß hier nichts gemessen oder Ignoranten bewiesen werden kann), aber qualitativ zu, je wichtiger der Vorgang war. Dabei spielt also immer die Frage der Bedeutsamkeit eine Rolle, die jedoch eine Angelegenheit subjektiver Würdigung, Erfahrung und Auslegekunst ist. Es liegt deshalb auch auf der Hand, daß wichtige Persönlichkeiten ein bestimmenderes Horoskop haben als offiziell unwichtige. Doch da die Frage der Wichtigkeit eines Menschen schon sehr problematisch ist, führt uns das unweigerlich in den Bereich der Philosophie. Jedenfalls ist jeder noch so „unbedeutende“ Mensch in seinem Horoskop zu erkennen, allerdings nur von denjenigen, die ihn näher kennen und sich auch auf die Deutung verstehen. Da hier in jedem Fall Qualitäten statt Quantitäten gesehen werden, läßt sich auf deren allgemeine Bedeutung schließen. Es relativiert bereits die Bedeutung der bürgerlichen Bühne. Die Bedeutsamkeit eines Menschen wird demnach „von oben“ permanent gesehen und gewürdigt: er selbst bestimmt sie letztlich durch seine Bewußtseinsformungen. Der Mensch ist das, was er aus sich macht. Selbst bei einem König können wir aus seinem Horoskop nur das erkennen, was wir mehr oder weniger ohnehin von ihm wissen, während seine private Seite uns verborgen bleibt. In diesem Sinne enthält das Horoskop der Queen natürlich noch sehr viel mehr, über das wir offiziell nichts wissen (und das uns auch nichts anzugehen hat). Das heißt - wie wir sahen - andererseits aber nicht, daß ein Horoskop nur rückwirkend gelesen werden kann, sondern es heißt eher, daß hier zwei Informationskomponenten zusammenkommen müssen, um die Aussagen präzisieren zu können. Es ist wie mit zwei Tresorschlüsseln, die nur gemeinsam den Tresor öffnen können. Um ein anderes Gleichnis zu verwenden, können wir an einen Stadtplan denken, den wir von einer uns fremden Stadt besitzen. Was wir über diese Stadt aus dem Plan lesen können, ist die Art und Weise ihrer Straßenführung und die Anordnung ihrer Stadtteile, ihre städtebaulichen Schwerpunkte, die Idee ihrer Gesamtanlage, und wenn wir mit der allgemeinen Städtegeschichte vertraut sind, ist es uns auch möglich, aus ihrer Struktur Vermutungen über ihre historische Entstehung anzustellen usw. Das sind immerhin schon eine Menge Informationen, die durchaus nicht beliebig sind. Was wir aber nicht kennen, ist die wirkliche Atmosphäre der Stadt. Diese lernen wir erst kennen, wenn wir uns wirklich in sie hineinbegeben. Dabei ist es möglich, daß wir Bewohnern begegnen, die zwar in der Stadt aufgewachsen sind, aber noch niemals einen Plan von ihr in der Hand gehabt haben. Es liegt nun auf der Hand, daß ein gegenseitiges Gespräch für beide Seiten überaus nützlich ist und beiden zusätzliche Informationen bringt, die das gemeinsame Wissen erheblich erweitert. Schliemann gewann seine Überzeugungen über den Sinn seiner Ausgrabungsarbeiten aus der Odyssee und begab sich eines Tages an Orte, an denen er noch nie zuvor gewesen war, um dort mit Hilfe dort ansässiger Arbeiter mit den Ausgrabungen zu beginnen. Als diese in der Tat erfolgreich waren, stellte einer dieser einfachen Menschen fest: „Seit Generationen wohnt unsere Familie schon hier, und niemals hat irgendeiner meiner Vorfahren irgendetwas davon gesagt, daß unter diesem Hügel eine alte Siedlung liegt. Da mußte erst ein völlig Fremder zu uns kommen, um uns zu sagen, daß wir das hier finden würden!“ So etwa ist auch unter Umständen das Erstaunen eines Menschen, der zum ersten Mal von einem Astrologen etwas über sein Horoskop gesagt bekommt. Was er dabei erkennt, sind gegebenenfalls äußerst wichtige Informationen über seine besondere Lebensaufgabe - den Sinn und Plan seines Lebens -, und was er daraus gewinnt, ist zumindest eine größere Zielgenauigkeit bei seinen weiteren Entscheidungen. Vor allem aber gibt es seinem Leben einen viel höheren Sinn.

Wir alle haben unser Horoskop und müssen uns fragen, inwiefern es uns determiniert und welche Freiheit es uns läßt. Die astrologische Erfahrung zeigt, daß die Zeichenstellung der Planeten in einem Horoskop vor allem das Temperament des Menschen bestimmt, während deren Häuserstellung eher die Betätigungsfelder betrifft. So können wir aus der Horoskopstruktur schon von vornherein eine ganze Menge über einen Menschen sagen, denn wir erkennen daraus einerseits sein ungefähres Temperament und andererseits seine allgemeine Veranlagung. Doch kann diese sich auf allen möglichen Bedeutungsebenen realisieren, sodaß es scheint, als sei diese Voraussetzung trotz allem viel zu vage, um irgendetwas Bestimmtes zu sagen. Es ist auch möglicherweise etwas verantwortungslos, einen Menschen aus seinem Horoskop von vornherein festzulegen und zu sagen, er sei so und so, weil das nun einmal deutlich aus seinem Horoskop hervorgehe. Trotz allem und bei aller gebotener Vorsicht ist es aber nicht gar nichts, was wir so in der Hand haben. Wenn wir an das Beispiel des Stadtplanes denken, so stehen wir mit diesem vor der Stadt und kennen in diesem Moment zunächst allerdings noch nichts Näheres über ihre wirkliche Atmosphäre, doch ist es einem erfahrenen Städtehistoriker immerhin möglich, aus der Struktur der Stadtarchitektur unter Umständen auch etwas über die Ebene auszusagen, auf der sich ihre Atmosphäre verwirklicht. Wenn wir in diesem Sinne vor dem Horoskop eines uns unbekannten Menschen stehen, so können wir dieses etwa mit der Anordnung der Instrumente eines Orchesters vergleichen. Zwar sind die Musiker noch nicht auf der Bühne erschienen, und wir wissen deshalb noch nicht, ob uns ein hoher oder geringer Musikgenuß erwartet, doch immerhin können wir bereits etwas über die Art der Musik aussagen oder zumindest unsere Vermutungen darüber anstellen: ist es ein Blasorchester oder läßt die Art der Instrumente und ihre Anordnung  ein Popmusik-Konzert oder eine Jazz-Darbietung erwarten - geht es um Volks- oder eher um klassische Musik? Wenn wir statt des Orchesters an ein einziges Trommelarrangement denken, so können wir uns die Häuser als die Membranen der verschiedenen Trommeln denken und die Tierkreiszeichen als die Trommelbecken: auf den Membranen wird demnach gespielt, während die Klangkörper die Art des Schalles bestimmen. Wir sehen dann also schon aus dem Horoskop, ohne daß wir dessen Eigentümer näher kennen, welche Trommeln durch Planeten besetzt sind, wo sie stehen, wie die Oberfläche und wie der Körper ist. Je erfahrener nun der Musikkenner oder eben der Astrologe ist, desto eher wird er wissen, welche Musik er etwa zu erwarten hat. Das ist immerhin schon sehr viel, aber es gibt nichts, was es nicht gibt. Manche Musiker können auch auf Kämmen blasen, während andere mit den besten Instrumenten nichts anzufangen wissen. Das ist bekannt, aber dennoch vermuten wir eigentlich nicht, daß wir es mit einer Laiendarbietung zu tun bekommen, wenn schon das Instrumentarium sehr speziell angeordnet ist. Mit anderen Worten: irgendwie gibt doch wohl das Horoskop eines Menschen einen Sinn, und es steht zu vermuten, daß er im Laufe seines Lebens gelernt hat, damit irgendwie umzugehen (obwohl es auch bei manchen Horoskopen einen Sinn gibt, daß sie von ihrem Eigner mühevoll in ihrem tieferen Sinn erfaßt werden - daß also da die Aufgabe der Selbstfindung besonders betont wird -, vielleicht eben gerade deshalb, weil er nicht für den üblichen Trott vorgesehen ist). Wir sollten auch eigentlich jetzt reif für den Schluß sein, daß niemand zufällig zu seinem Horoskop kommt und deshalb schon irgendwie früher darauf hingewirkt haben muß, was wohl heißt, in einer früheren Inkarnation. Aber das sind Spekulationen, mit denen wir uns hier nicht weiter beschäftigen wollen. Es ist aber anzunehmen, daß die Seele ihrem Horoskop entspricht, wie auch jedes Instrument der besonderen Eigenart des Spielers angepaßt ist, auch wenn der Spieler sich wieder eingewöhnen muß. Das Horoskop gibt also immer einen Sinn. Jedenfalls ist offenbar jeder Mensch für eine ganz bestimmte Musik bestimmt, die wir aus der Gesamtheit seiner Lebensäußerungen zu erkennen versuchen müssen, um zu einer angemessenen Bewertung seiner Person zu kommen. Allgemeinverbindliche Maßstäbe kann es deshalb nur eben in sehr allgemein verbindlicher Form geben. Kants kategorischer Imperativ behält natürlich seine Gültigkeit, und danach muß auch jeder Mensch seine Handlungsweisen bewerten lassen, aber in welcher Weise er in das kosmische Lied einstimmt, ist damit noch nicht gesagt und muß ihm selbst bzw. seinem Horoskop überlassen bleiben. Es gibt eine offizielle Meßlatte und eine individuelle. Insofern ist jeder Mensch eine ganz besondere Pflanze, die einem ihr innewohnenden besonderen Entwicklungsplan folgt und zu folgen hat; dennoch gibt es auch allgemeine Regeln, die vor allem das ökologische Zusammenspiel aller Wesenheiten oder Monaden bestimmen.

Wenn wir in diesem Sinne ein Horoskop untersuchen, haben wir vielleicht schon von vornherein eine bestimmte Vorstellung des betreffenden Menschen, die wir noch weiter präzisieren können, wenn wir ihm persönlich begegnen. Dennoch müssen wir auch danach noch vieles abwarten, denn der in dem Horoskop enthaltene Plan erfordert oft, daß man sich mit ihm ein Leben lang beschäftigt. Er enthält nicht nur eine statische, sondern auch eine sich in zeitlicher Hinsicht entwickelnde Struktur. Teilweise kann man aber auch darüber etwas aus weiteren Unterhoroskopen entnehmen. In jedem Fall ist es erforderlich, sich mit der höheren Idee, die dem jeweiligen Plan zugrundeliegt, permanent zu beschäftigen und sie in seinem Bewußtsein ständig weiter auszuformen. Jeder Mensch tut das schon von sich aus, es scheint aber auch unsere höchste Aufgabe zu sein, das zu tun, denn wie wir schon feststellten, spielen Bewußtseinsformen eine ganz elementare Rolle bezüglich der Strukturierung des Universums. Jede Monade hat daran mitzuwirken, und diese Aufgabe ist umso verantwortungsvoller auch ihr selbst gegenüber, je höher sie entwickelt ist - was sie allerdings paradoxerweise erst aus dem Ergebnis ihrer Bemühungen schließen kann. So wird ein Mensch immer den Eindruck haben, nur das geworden zu sein, was er ohnehin werden sollte, sodaß er rückblickend seinen höchst eigenen Beitrag ebensowenig beurteilen kann, wie zuvor, als er noch vor einem Scheideweg stand. Mit dieser Tatsache müssen wir offenbar leben. Insgesamt aber gibt uns die Astrologie eine kaum zu überschätzende Möglichkeit der Orientierung und Lebenshilfe, während wir sonst doch sehr im Ungewissen wandeln; und insofern ist der Vorwurf der Determination ihr gegenüber nicht nur ein weitverbreitetes Mißverständnis, sondern auch eine vollkommene Verdrehung der Tatbestände. Das gilt übrigens auch für den Ablauf der Geschichte insgesamt. Das damit verbundene Mißverständnis kommt etwa bei Arnold J. Toynbee in seinem Essay „Wiederholt sich die Geschichte?“ auf folgende Weise zum Ausdruck:

So durchforschen wir heute mit einer gewissen Besorgnis die alten Schriften, ob sie nicht eine Lehre für uns enthalten könnten. Und wenn ja, was lehrt sie uns? Verkündet sie uns unerbittlichen Untergang, den wir nur mit gefalteten Händen erwarten können, indem wir uns wohl oder übel einem Schicksal überlassen, das wir aus eigener Kraft weder abwenden noch ändern können? Oder belehrt sie uns, zwar nicht über Gewißheiten, aber doch über Wahrscheinlichkeiten oder bloße Möglichkeiten unserer eigenen Zukunft? Der Unterschied für die Praxis ist groß, denn in diesem zweiten Fall sollten wir uns, weit davon entfernt, in Tatenlosigkeit dahinzudämmern, zur Tat aufraffen. In diesem Fall wäre ja die Lehre der Geschichte nicht etwa dem Horoskop der Astrologen gleich; sie gliche vielmehr einer Seekarte, die dem Steuermann, der sie zu lesen versteht, weit mehr begründete Hoffnung bietet, einem Schiffbruch zu entgehen, als wenn er blind segelte; gibt sie ihm doch, wenn er die Fähigkeit und den Mut besitzt, sie zu gebrauchen, die Mittel in die Hand, seinen Kurs zwischen den eingezeichneten Klippen und Riffen zu steuern.

Entgegen dieser Vermutung bietet uns gerade die Astrologie also derartige Seekarten, die erst im Zusammenhang mit dem Studium der Geschichte bzw. der Beobachtung eines Menschen dem Steuermann, der sie zu lesen versteht , eine wirkliche Orientierung erlaubt, während wir leider sonst doch nur allzu blind segeln. In der Tat geht es oft genug darum, Schiffbrüche zu vermeiden und stattdessen zwischen den im Horoskop eingezeichneten Klippen und Riffen zu steuern. Besser als Toynbee kann man gar nicht sagen, worauf es ankommt, doch leider ist er kein guter Ratgeber in Bezug auf die dafür zu verwendenden Karten. Er rät ab, wo man zuraten sollte. Doch dieses Mißverständnis ist ja allgemein verbreitet.

 


[1]Es sei denn, daß dieser Ausgang geradezu unwahrscheinlich ist - wie etwa im Falle Hemingways, der am 23.01.1954  innerhalb von 24 Stunden zweimal hintereinander mit dem Flugzeug abstürzte und beidemal mit dem Leben davonkam. Kein Wunder, denn es ergab sich, daß an diesem Tage der transistierende Jupiter exakt auf seinem Pluto stand. Dieser steht in seinem Horoskop sehr eindeutig auch für seine Flugleidenschaft.

   
   

Die vier Quadranten des Horoskops

 
 

Fordmadoxbrown Work 1

 

 

 

 

Ford Maddox Brown: Work.

Diese Darstellung zeigt das organische Zusammenwirken aller Temperamente, die hier auch entsprechend dem astrologischen Tierkreis und den Häusern des Horoskopes angeordnet sind.

Jede höhere Zivilisation bzw. Organisation basiert auf dem Prinzip der Vernetzung, durch die nichtidentische Bereiche sich gegenseitig verbinden und überlagern. Die Vernetzung bringt Bereiche zusammen, die sonst nur alle für sich existieren könnten und dadurch zu größerer Autonomie gezwungen wären, wodurch eine komplexere Spezialisierung unmöglich würde. Komplexität und Spezialisierung sind also nur möglich, wenn auf der Basis des Informationsprinzips ein größerer Überorganismus entstehen kann, in dem die sonst autonomen Bereiche und kleineren Organismen nunmehr zu spezialisierten Organen eines größeren Organismus werden können. Je umfassender dabei das Vernetzungssystem ist, desto größer ist auch der Überorganismus, wobei es allerdings wohl Grenzen gibt, jenseits derer die Informationswege unter den Einzelorganen zu weit oder zu kompliziert werden und auch eine weitere Spezialisierung keine Vorteile mehr bringt, die noch in der Lage wären, die größer werdenden Nachteile auszugleichen. In der Wirtschaft ist das u.a. als sog. Autarkieproblem bekannt, demzufolge kleinere mehr oder weniger regionale Wirtschaftseinheiten trotz des Zusammenschlusses zu einem Großstaat sinnvollerweise eine relative Autonomie behalten sollten, weil bestimmte Probleme und Vorgänge nur vor Ort gelöst werden können. Dabei muß unterschieden werden zwischen solchen Aufgaben, die besser regional, und solchen, die besser überregional organisiert werden können. Die Unterteilung in überschaubare Grundeinheiten ist demnach auch in einer Großorganisation immer sinnvoll, auch wenn der gleichzeitige Vorzug der überlagerten Einheit ebenso offensichtlich ist. In der Biologie begegnet uns das als notwendiger Übergang von den Einzellern zu den Vielzellern: die Einzeller waren ja bereits Systeme aus mehreren Organen in einer Zelle, was sich bis dahin als so vorteilhaft erwiesen hatte, daß diese organischen Substanzen selbst reproduktionsfähig geworden waren und dadurch gegenüber den unorganischen einen ungeheuren Evolutionsschritt bedeuteten. Doch stieß dieser Vorteil bei der weiteren Entwicklung von Einzellern wegen der zu langen Versorgungswege innerhalb der Zelle irgendwo an eine Grenze, von der an sich dann die Vielzeller entwickelten, die nun ein neues Prinzip darstellten, auf dem sich erst höheres Leben entwickeln konnte. Es handelt sich demnach um ein immer wiederkehrendes Thema, das wir als ein Fundamentalthema des Universums betrachten können, worauf eben auch die mythologische und archetypische Bedeutung des im Merkurstab dargestellten Doppelschlangenmotives hinweist, dem die Struktur der Doppelhelix als Informationsträger - zumindest nach der Überzeugung eines in archetypischen Kategorien geübten Denkers (etwa C.G. Jungs) - nicht nur zufällig entspricht. Es ist das Thema der Vernetzung von Organen, die bis zu einer bestimmten Grenze so sinnvoll ist, daß dadurch ein Überorganismus entsteht, der eine eigene Seele besitzt, wobei diese neue Überseele aber auch natürliche Grenzen ihrer räumlichen Entwicklung hat. Das wiederum begegnet uns in der Problematik der Völkerverbindung (wie weit ist etwa ein vereintes Europa möglich?) Es hatte sich aber bereits im Frühkapitalismus erwiesen, daß die Handelsverbindung mehrerer Städte für alle Einzelstädte Vorteile bezüglich ihrer jeweiligen Marktentfaltung brachte.

 

Wir können also alle diese aus der Biologie bekannten und dort geltenden Funktionsmechanismen direkt auf höhere soziologische Organismen übertragen. In einer echten Marktwirtschaft, die diesen Namen verdient, arbeiten sich alle Wirtschafts-„Subjekte“ entgegen, und nur so weit, wie das tatsächlich organisch geschieht, entfaltet sich der übergelagerte Organismus. Anderenfalls kommt es zu Stockungen und Verkantungen. Das ist aber keineswegs nur in wirtschaftlicher Hinsicht so, sondern gilt grundsätzlich für alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens. Nicht nur in einer menschlichen Gemeinschaft gilt der Grundsatz, daß alles „konzertiert“ sein muß und daß alle Organe bzw. die unterschiedlich veranlagten und begabten Individuen wie in einem großen Chor oder Orchester zusammenwirken müssen. Dabei kommt jedem der Platz zu, der ihm im Maße der übergeordneten Melodie zusteht, und nur, wenn er selbst weiß und empfindet, wie und zu welcher Zeit er seine Stimme erheben darf, handelt er in seinem eigenen und allgemeinen Interesse organisch. Handelt er diesem Gesetz zuwider, wird er von seinen eigenen Konsequenzen irgendwann eingeholt. Ein System, in dem der Gedanke von „egoistischen“ Zellen zum vorherrschenden Paradigma wird, ist bereits in seiner Wurzel krank, pervertiert und degeneriert. In durchaus archetypisch richtiger Wortbedeutung spricht man dann von ‚Plutokratie’, also der Herrschaft des Geldes, die wie alle Krebsgeschwüre dem astrologischen Pluto-Prinzip zugeordnet sind.

Damit sind wir nun beim Thema ‚Astrologie’, dem immerhin einige Grundweisheiten zu entnehmen sind.

Ein großer Teil der Bevölkerung glaubt an einen Zusammenhang zwischen Schicksal und Sternenkonstellation. Angesichts der nicht zu bestreitenden Vorzüge der astrologischen Typen gegenüber den vorwissenschaftlichen und wissenschaftlichen ist dies nicht verwunderlich. Zunächst gibt doch schon die zwölffache Gliederung viel größere Möglichkeiten der Unterscheidung als die zwei- oder dreigliedrigen Systeme der Psychologie. Ferner haben die Tierkreistypen gegenüber den Prävalenztypen den Vorteil der Geschlossenheit… Sie sind wie aus einem Guß und dazuhin noch von einer faszinierenden Weltschau getragen. Die astrologischen Typen erscheinen weiten Kreisen der Bevölkerung als ein recht praktisches und untrügliches Mittel zur Menschenkenntnis. (Rudolf Spieth: Menschenkenntnis im Alltag.)

Uns geht es hier aber nur darum, daß die mit den verschiedenen Sternzeichen dargestellten Temperamente, deren Bedeutungen sich aus uralter Erfahrung ergeben, grundlegende Wesenheiten bzw. Instrumente eines organischen Orchesters sind, ohne das sich kein menschliches Drama im positiven oder negativen Sinn entwickeln und gestalten kann. Alle diese Typen haben dabei die gleiche Berechtigung und ihre jeweilige Mitwirkungsnotwendigkeit. Die Universalität der einzelnen astrologischen Tierkreiszeichen und entsprechenden Häuser des Horoskopes kommt auch darin zum Ausdruck, daß es bestimmte Stadien der Welterschließung sind, was besonders in der Entwicklung des Kleinkindes deutlich wird. (Siehe dazu unseren Essay 'Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde'.)

Während ein kausalistisches Denken in der Wirtschaft nur die Gestaltungskraft des - insofern dem Widder zugeordneten - Unternehmers sieht, erkennt man aus globalerer Sicht ganz augenscheinlich, daß ein solcher Unternehmer seine Handlungsvorstellungen und –absichten dem gesamten Umfeld entnimmt, in dem alle anderen Elemente ebenso mitwirken. Es gibt demnach keine Vereinzelungen – es sei denn nur unter einem bestimmten Blickwinkel. Wer sich die Bedeutung der Tierkreiszeichen vor Augen führt, dem leuchtet eigentlich ganz von selbst ein, daß sich aus ihrem Zusammenwirken ein stimmigeres Bild unserer Wirklichkeit ergibt als aus dem sonst üblichen kausalistischen Bild, demzufolge alle Menschen über einen und denselben Leisten geschlagen und vor den gleichen Maßstab einer absolut normierenden Außenwelt gestellt werden. Diesem allerdings offiziellen Weltbild gemäß gibt es ja auch fest gegeneinander abgegrenzte Wirkungsbereiche mit bestimmten Funktionen - etwa den der Wirtschaft. Aus dieser Logik heraus sind etwa die ‚Leute der Wirtschaft’ allein diejenigen, die für die anderen die Wirtschaftsleistungen miterbringen und sie demgemäß mittragen - so auch u.a. die gesamte Kultur und alle sonstigen Dinge, die eigentlich nur Geld kosten. Die Historiker wissen das ansich besser, denn sie betrachten das nicht nur vom status quo aus, auf dem unsere Wirtschaftsstrategen alleine bestehen, denn sie wissen etwa: Ohne die Romantiker hätte es keinen Zollverein und ohne diesen keinen Krupp gegeben. Der Geldschöpfungskreislauf folgt tatsächlich einem immer gleichen Muster, demgemäß erst aus ursprünglichen Qualitäten Quantitäten werden, die dann wieder die Qualitäten abbauen, wonach der Kreislauf aufs Neue beginnt. Wenn sich etwa in einer heruntergekommenen Stadtgegend, nachdem in ihr der Wohnraum erschwinglich geworden ist, zunächst alle möglichen Randexistenzen niederlassen und dadurch diese Gegend immer bunter wird, sodaß sich auch kreative Bohemiens und Studenten dort niederlassen, wird die Gegend im Laufe der Zeit wieder attraktiver. Am Ende kommen dann die Makler, zwangsmodernisieren die Häuser und treiben die bisherigen Bewohner in neue Ghettos, woraufhin die dadurch entstehenden Luxuswohnungen nur noch von etablierten Normalbürgern oder ‚Besserverdienenden’ bezahlt und bezogen werden können. Am Ende wird die ganze Gegend dadurch absolut uninteressant und trostlos; aus Qualität wurde Quantität, die ihrerseits das Kapital wieder vernichtet, wonach am Ende der gleiche Kreislauf von vorne beginnt. Das zeigt, daß unsere übliche Logik der Gelderzeugung ansich auf den Kopf gestellt werden müßte. Was nämlich von unseren derzeitigen Wirtschaftsstrategen und angeblichen Wirtschaftssachverständigen (vermutlich aus lobbyistischen Gründen) leider allzu sehr ignoriert wird, ist die Tatsache, daß die Basis jeder Wirtschaft die sog. Realwirtschaft ist. Diese ist auf einen funktionierenden Markt bezogen, dessen Tauschakte die Quelle allen Geldes sind. Denn das Geld ist nichts anderes als ein bis zum Äußersten formalisiertes Tauschwertäquivalent bzw. eben das Blut des Marktes, das nur von diesem in einer konzertierten Weise erzeugt wird - statt von irgendjemandem in einem Einzelakt "verdient". Der Markt aber ist ein lebendiger Organismus, der, wie bereits die Merkantilisten des absolutistischen Zeitalters wußten, durchaus dem tierischen oder menschlichen Organismus vergleichbar ist. Um das alles näher darzustellen, müssen wir uns im folgenden den einzelnen Tierkreiszeichen zuwenden, die wir in den sog. vier Quadranten des Horoskops zusammenfassen:


 

Kopie Von Organismus Neu A

Der erste Quadrant

Das Horoskop ist üblicherweise in vier Quadranten unterteilt. Es beginnt mit dem Widder in der Darstellung eines Kreises auf der linken Seite und setzt sich dann im entgegengesetzten Uhrzeigersinn umlaufend zum Stier, den Zwillingen usw. fort. Dieser Beginn auf der linken Seite ist zugleich identisch mit dem Aszendenten in der überlagernden Darstellung der zwölf sog. Häuser oder Felder, die in etwa den Tierkreiszeichen bedeutungsmäßig entsprechen, jedoch individueller auf den jeweiligen Horoskopeigner bezogen sind. Während sich der Tierkreis auf verschiedene Himmelssektoren bezieht und insofern überindividuell ist, entspricht der Kreis der zwölf Häuser einem vollen Tagesumlauf von 24 Stunden und beginnt mit dem Moment der Geburt, sodaß der Aszendent exakt jenen Punkt des Himmels zeigt, der in dem Augenblick am theoretischen Horizont gerade aufging (dieser ist nicht identisch mit dem praktisch sichtbaren Horizont). In einem persönlichen Horoskop liegt dementsprechend der Aszendent an der Spitze des ersten Hauses, er muß aber nicht unbedingt mit dem Widder beginnen, sondern kann auch in jedem anderen Sternzeichen liegen, sodaß sich üblicherweise eine verdrehte Überlagerung von Zeichen und Häusern ergibt, die für den jeweiligen Horoskopeigner charakteristisch ist. Demnach handelt es sich bei der Anordnung des Tierkreises entsprechend der obigen Abbildung, die mit dem Widder am Aszendenten beginnt, nur um eine prinzipielle Darstellung. Die Untergliederung des Horoskopes in vier Quadranten hat insofern auch eher eine Bedeutung für die Unterteilung der zwölf Häuser, wobei der erste Quadrant im Großen und Ganzen dem eher motorisch-instinktiven Aspekt entspricht, der zweite dem bewußt tätigen, der dritte dem kommunikativen und der vierte dem ideellen und überpersönlichen Bereich. Wenn wir diese Untergliederung hier auch für die Tierkreiszeichen übernehmen, so deshalb, weil die Zeichen zumindest temperamentmäßig auch den Häusern entsprechen. In der abgebildeten Darstellung ist übrigens der organische Aspekt des Tierkreises besonders hervorgehoben. Die verschiedenen Zeichen entsprechen nämlich nach alter Überlieferung bestimmten Körperorganen, wobei man auch wie in der mittleren Darstellung den Kopf dem Widder, den Hals dem Stier, die Schultern den Zwillingen usw. zuordnen kann. In der Abbildung in dem kleineren Kreis unten links ist das eingangs gezeigte Gemälde des englichen Präraffeliten Ford Maddox Brown dargestellt, das dem Idealzustand einer organischen Gesellschaft entspricht und sinnfällig darstellt, in welcher Weise die verschiedenen Temperamente und Elemente zusammenwirken müssen, damit sich das Gesamtszenario nicht nur der menschlichen Gesellschaft, sondern sämtlicher Bedeutungsaspekte des Universums ergibt, die eben auch in einem Horoskop erscheinen. Gerade der Umstand, daß wir das heute allzusehr vergessen und als dennoch unterschwellig weiterhin wirkende Tatsache verdrängen, kennzeichnet die Verspannungen des momentanen Weltzustandes. Es wäre also wichtig, zu diesem alten organischen Weltverständnis zurückzukehren.

Der Widder ist das erste Tierkreiszeichen. Er steht für Impuls, Aktivität, Taten­drang, Spontaneität, Idealismus, Ein­satz, Energie, Begeisterungs­fä­hig­keit usw. Wir ordnen ihm die Farbe Rot zu, scharfe und spitze Ge­genstände sowie entsprechende Ge­wür­ze. Aber auch Berufe und menschliche Charaktere und über­haupt alle möglichen Erscheinungen können eine Färbung ha­ben, die eine Zu­ordnung zu diesem Archetypus er­lauben. Er gilt als Feuerelement (im Sinne der antiken Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser, die nicht et­wa mit den che­mischen Elemen­ten verwechselt werden dürfen, sondern die die überall im Uni­versum wiederkeh­renden vier Grundqualitäten bezeich­nen). Der Widder ist also feurig

Der Stier sichertdas so gewonnene Terrain. Ihm geht es um Festigung der ge­wonnen Basis, um Abgrenzung ge­gen alles als andersartig Empfundene, er baut die Palisadenwände im Fein­desland. Er ist also weniger impulsiv, sondern realistisch und pragmatisch, solide, beständig, seßhaft, standfest und bodenständig. Wir ordnen ihn dem Erd-Element zu, er gilt als erdhaft. In diesem Sinne werden ihm auch alle erdigen Farben zugeordnet sowie runde und ge­schlossene Formen und entsprechende Früchte, besonders wenn es sich um Bo­den­früchte han­delt. Erfahrungsgemäß ent­spricht ihm auch das Geld und alle damit in Be­ziehung stehenden Dinge und Beru­fe. Er verkörpert im wesentlichen das Materie-Prinzip. Es geht hier um greifbare Dinge, das Gefühl der Ver­wurzelung in der Welt und vor allem in der Gemeinschaft. Der Stier ist also gruppenbezogen - das Her­dentier, das in der Gruppe Schutz und Ge­borgen­heit sucht. Demnach orientiert er sich vor allem an Gruppenmerkmalen.

Die Zwillinge werden dem Luftele­ment zugeordnet, sie sind also luftig. Sie stehen für das Informati­onsprinzip und üb­rigens auch alle kri­stallinen Strukturen, da diese ihre Festigkeit lediglich dem Informa­ti­onsprinzip zu verdanken haben (wie auch alle biologischen Strukturen ihre Festig­keit erst durch die in der DNS enthaltenen In­formationen erhalten - alle Metalle sind üb­rigens Kristalle). Nachdem der Widder also vorwärtsge­stürmt war, um sich in das unbe­kannte Land zu wa­gen, und nachdem der Stier zu­nächst einmal für ein festes Fundament ge­sorgt hat, auf dem wir aufs Er­ste einiger­maßen si­cher stehen, ist die nun folgende vor­dring­liche Aufgabe, daß wir uns ori­en­tieren. Wir spähen also vorsichtig und neu­gierig in die unmittelbare nä­here Umgebung und informie­ren uns, ob von irgendwoher eine Ge­fahr droht: das ist die archetypische Be­deutung der Zwil­linge. Sie werden auch mit dem Intellekt gleichgesetzt, wo­bei aber gesehen werden muß, daß es sich um einen unper­spektivischen Intellekt handelt, der eine höhere Per­spekti­ve nicht aus sich her­aus gewin­nen kann, sondern dazu die Mitwir­kung der anderen Archetypen benö­tigt. Die Zwillinge gelten deshalb tempera­mentmäßig als informations­hungrig.


 

Kopie Von Organismus Neu B

Der zweite Quadrant

Der Krebs entspricht dem organi­schenPrinzip und dem Was­serele­ment. Wenn wir uns in unserer neuen Umgebung genügend umgesehen ha­ben, sind wir bemüht, uns mit ihr ge­fühlsmäßig in Übereinstimmung zu bringen, denn unser Intellekt wäre in­sofern überfordert. Wir müssen inner­lich mit der Umgebung harmonieren, um unserer neuen Situation gewach­sen zu sein. Es würde einem Orche­stermusiker wenig helfen, wenn er sei­nen jeweiligen Einsatz lediglich ver­standen hätte: er muß auch wirklich in der Musik ‚drin’ sein und zu einem Teil von ihr geworden sein. Der Urmensch hat sich so seine Höh­len gebaut, die zugleich der archetypische Bereich der Frau waren, deren Thematik üb­rigens sehr deutlich bei allen Krebs­durch­gängen in Erschei­nung tritt. Auch der Mond ist dem Krebs zugeordnet, der deshalb als launisch, beschaulich, ru­hig und häuslich gilt. Er ist sehr ge­fühlsbetont, ihm geht es um seelische Gebor­genheit. Dem Krebs werden weiche Konturen und Pastelltöne, al­les Flüssige, vegeta­tionsreiche Gebiete usw. zugeordnet.

Der Löwe wird wiederum dem Feu­er­element zugeordnet. Er ent­spricht dem Atman der Upanischaden, also der Herausbil­dung des Selbstgefühles, des Egos. Er gilt als kreativ und selbstbewußt, selbstgenüg­sam, ggf. auch einzelgängerisch, ganz ent­spre­chend dem König der Tiere, wie wir ihn uns vor­stellen. Archetypisch ist ihm der Bereich des Mannes zuge­ord­net: wenn also die Höhle eingerichtet ist, so muß der Mann nach draußen gehen, um Nahrung für die Familie zu be­sorgen und ggf. auch zu jagen oder zu kämpfen. Er muß sich dazu ent­sprechend seiner selbst und seiner Fä­higkeiten ge­wiß sein. Er ist zielbe­wußt, hält aber im Gegensatz zum Widder seine Energie zurück, um sie nur dann einzuset­zen, wenn er sie braucht. Ihm wird als Farbe und Ma­terial das Gold zugeordnet sowie aromati­sche Gerüche, sonnige Landschaften, verantwor­tungsvolle und möglichst selbständige Berufe, das Herz als Or­gan und die Sonne als Planet.

Die Jungfrau ist das zweite Erdele­ment. Sie ist nüchtern und ggf. etwas pe­dantisch. Ihr geht es um Anpassung an die gegebenen Verhältnisse, sie will sich einfü­gen und den Be­dingungen entsprechen. Sie vertritt das ökonomi­sche Prin­zip. Das tie­fere Prinzip ist aber eigentlich das okölogi­sche, also der Rhythmus der Natur, dem sich al­les, was wächst und entsteht, an sei­nem Orte und auf seine Weise an­zu­gleichen hat. Der Mensch tut das ent­sprechend dem Homo-faber-Prinzip als werktätiges und manuell geschick­tes Mitglied innerhalb der Gemeinschaft. Nach dem Vorstoß des Widders, der Absicherung des Stiers, der Informa­tion der Zwillinge, der gefühlsmä­ßigen Einstimmung unter Krebs und der Heraus­bildung der Selbstidentität folgt nun die Sozialisierung. Auf die Jäger­kultur folgte die Ackerbaukultur: man will sich tätig einfügen ohne Übergrif­fe auf die na­türlichen Rechte anderer. Die Jungfrau ist me­thodisch und ge­schickt, analytisch und vernünftig, vorsich­tig und planend, u.U. auch phantasielos, auf jeden Fall ordnungs­liebend, sparsam und fleißig.


 

Kopie Von Organismus Neu C

Der dritte Quadrant

Die Waage ist das zweite Luftele­ment. Ihr geht es um Aus­gleich, Ab­wägung, Ge­rech­tigkeit und Ästhetik. Das erwähnte erforderliche rechte Maß in allen Dingen bringt die Not­wendigkeit dieses Ab­wägungsprinzips mit sich, womit bei Über­steigerung gleichfalls eine Gefahr verbun­den ist, denn die Waage gilt unter Umstän­den als entscheidungsschwach. Sie ist aber prinzipiell tole­rant und bereit, alles auch von einer anderen Seite aus zu sehen - manchmal etwas zu sehr. Sie bemüht sich um eine unpartei­ische Sicht und wird deshalb auch mit Gerichten und Prozessen assoziiert sowie auch mit Diplomatie und Har­monie im weitesten Sinne. Der Löwe war noch reichlich asozial, aber unter der Jung­frau erfolgte unsere Soziali­sation, die uns nun begegnungs­fähig macht. Hier löst sich das Ego von seiner unmittel­baren Selbsterfahrung und den ei­ge­nen Aktivitäten und erweitert seinen Ge­sichts­kreis in Bezug auf Dinge, die einer anderen als nur der ei­genen Lo­gik entspre­chen. Es geht um Gemein­schaft und Kom­mu­nika­tion.

Unter dem Skorpion erfolgt eine Vertiefung der Beziehungen. Man kann in ihm auch das geistige Stier-Prin­zip sehen. Er ist das zweite Wasserelement. Der Skorpion ist sehr stark vorstellungsbe­zogen: alles was in unserer Vorstellung exi­stiert, entstand letztlich unter der Einwir­kung dieses Prinzips, das deshalb ebenfalls notwendig ist, da wir sonst ohne jede Ori­entierung wären, was aber zugleich mit der Gefahr einer zu star­ken Fixierung verbun­den ist. So kön­nen wir al­le Erscheinungen von Fana­tismus im Wesentlichen diesem Prin­zip zuordnen, obgleich sie auch unter anderen Tierkrei­szeichen auftreten können. Der Skorpion gilt als tiefgründig, lei­denschaft­lich, intensiv, forschend, ggf. als triebhaft:  auch die Sexualität wird vornehmlich die­sem Prinzip zuge­ord­net. Scharfe Ge­schmäcker und Gerü­che, Fäulnisprozesse und Gifte werden mit dem Skorpion assozi­iert, ebenso Spio­ne, Detektive, Tiere wie Muränen oder eben der Skorpion selbst, des weiteren das Element Plutonium u. dgl.

Unter dem Zeichen Schütze geht es im Wesentlichen um eine synthetische Zusam­menfassung geistiger Inhalte. Er ist das dritte Feuer­element. Das, was unter dem Skorpion zu sehr fi­xiert wurde, wird hier in eine überge­ordnete Sicht ge­bracht: wir gewinnen Abstand zu den Dingen und ver­suchen sie aus höherer Perspek­tive zu se­hen, die als solche zumal unter dem Zei­chen Zwil­linge zu kurz kam, wenn auch dort aus dem anderen Grund, weil wir all­zusehr um das Sammeln von Einzelinfor­mationen bemüht wa­ren, die wir aber nicht in ei­nen größe­ren Zusam­menhang einord­nen konn­ten. Der Schütze wird demgegen­über mit Begriffen wie Religion, Philoso­phie, auch größeren Rei­sen (im Ge­gensatz zu den kleinen Reisen der Zwillinge), mit dem Ausland, Synthe­se (im Gegensatz zur Analyse der Jung­frau), Bedeutsamkeit, Sinnsuche, geistiger Erweiterung u. dgl. as­sozi­iert. Wir verbinden mit ihm alles Üp­pi­ge und Großartige. Hierin liegt auch seine Gefahr: er ist u.U. allzusehr um die große Linie bemüht und vernach­lässigt dem­ge­genüber leicht das De­tail. Er neigt zur Über­steigerung, leicht wird seine Begeiste­rungsfähig­keit er­weckt, aber nur mühsam bringt man ihn auf den Boden der Tatsa­chen.


 

Kopie Von Organismus Neu D

Der vierte Quadrant

Der Steinbock als drittes Erdzeichen dagegen ist das genaue Gegenteil. Hier geht es um die Anerkennung der Realität, um Prinzipien und das überall waltende Gesetz, um Ordnung und Klarheit, allgemeinver­bindliche Maß­stäbe, auch Ehrgeiz und die Suche nach gesellschaftlicher Anerkennung. Temperament­mäßig ist er eher zu­rückhal­tend und verschlossen, diszipli­niert und or­dentlich, pflichtbewußt und zielstrebig. Seine Gefahr ist der bisweilen allzu ausge­prägte Pragma­tismus und eine damit ver­bundene Perspektivlosigkeit, die übrigens in allen Erdzeichen droht, wenn sie im Über­maß ausgeprägt sind, also auch im Stier und in der Jungfrau. Mit dem Steinbock werden Begriffe wie Erfah­rung und Zeit as­sozi­iert, des weiteren Ruhe und Konzentra­tion, alles was Halt gibt, also auch das Skelett im Körper, alles Feste und Sta­bile, kühle Farben, herbe Geschmäcker und Ge­rüche, Materia­lien wie die Kohle, Blei und Granit, Felsen und Gebirgs­land­schaften usw.

Der Wassermann ist das dritte Luft­zeichen. Alle Dinge vor allem geisti­ger Art, die wirklich neu sind, entste­hen unter die­sem Zeichen. Der Was­sermann ist also in­novativ und er­fin­derisch. Der Blitz als Folge einer zu großen elektri­schen Span­nung, die sich entladen will, ist ein sehr ty­pi­sches Symbol für ihn, besonders we­gen seiner Zickzackform. Alles Brit­zelnde, Aufregende, Moderne, neue Techniken und Ideen gehören hierher: es geht um Zu­kunfts­orien­tierung, Un­gewöhnliches, Ex­perimente, aber auch Ideale, Leidenschaften und Sinnsuche (wo­mit er sich also teilweise mit dem Widder, dem Skorpion und dem Schützen überschneidet, jedoch mit etwas abgewandelter Tendenz) Der Wassermann sucht in allem das System: nichts ist ihm dabei so fremd wie das Gewohnte und Ver­traute, womit er insofern zum Gegen­prin­zip der Erd­zeichen wird. Alles will er än­dern, er ist somit der ständige latente Revo­luz­zer, dem auch die neue Welt, wenn sie denn in seinem Sinne realisiert wäre, dann nicht mehr genügen würde, weil sein Tem­perament stets nach Um­bruch verlangt. Als Geschmäcker und Gerüche können wir ihm alles Ex­zentrische und Exotische zuordnen.

Die Fische sind das dritte Wasserzei­chen. Hier geht es um Wirklichkeits­über­steigerung, um Träume und Ro­mantik, aber auch um alles, was jen­seits der Gesellschaft steht, also um Minderheiten, Abseitigkei­ten, sonder­bare Umstände und Ver­hält­nisse, Mythen und Dinge, die sich dem Ver­ständnis des Durchschnitts entziehen.  Die Suche nach dem Wunderbaren führt zur Auflösung der Bindungen an den Lauf der Welt und ggf. auch zur Auflösung des Ichs bzw. aller egoisti­schen Motive. Man steht über den Dingen. Die damit verbundene Ge­fahr ist allerdings ein zu großer Wirk­lich­keitsverlust, die bei schwachen Natu­ren auch zur Prinzipienlosigkeit, ggf. auch zur Charakterlosigkeit führen kann, so daß wir uns hier auch unver­sehens leicht mit dem Gegenprinzip konfrontiert sehen können: neben großer Weisheit kann deshalb auch Grau­samkeit und Falschheit stehen. Ein möglicher Sammelbegriff für das Fische-Prinzip wäre deshalb vielleicht das Traum­reich, wobei man eben auch die Alpträume mit einbeziehen muß. Die Fische stehen ja der Jungfrau im Tierkreis direkt gegenüber, und mit dem Verlust der Anpassungsfähig­keit kann dann auch das Gefühl für die Notwendigkeiten anderer schwin­den. Den­noch verbinden wir mit den Fi­schen auch Eigen­schaften wie Opferbereit­schaft und Lie­benswürdigkeit sowie gerade eine über­große Fähigkeit zum Mitleid. Hierher gehö­ren auch wäßri­ge Farben, vor allem die Farbe Grün, narko­tische Gerüche, fließende und kontur­lose Formen, Nebel und Rauch, Drogen, Rauschzustände us­w.

Die philosophischen Grundlagen der Astrologie

(Siehe dazu auch den redaktionellen Teil über Mundan-Astrologie und besonders den Admin-Essay 'Die kosmische Geistkugel', auf deren Voraussetzung wir hier zurückgreifen.)

Tierkreis Mitte

Die Astrologie ist ein Feld, das den Menschen einen relativ leichten Zugang zu einer höheren Selbst- und Schicksals- erkenntnis zu versprechen scheint. Das ist leider auch ein Umstand, der sie zu einem Fangnetz für alle möglichen Scharlatane macht, die auf ebenso leichte Weise daraus ihr eigenes Süppchen zu kochen versuchen. Zu dieser Kategorie gehören auch unsere diversen Tageszeitungen, die ihren Lesern stets aktuelle horoskopische Massendiagnosen unterbreiten. Ein kritischer Geist sollte allerdings in der Lage sein, zu erkennen, daß die ebenso wenig Wert haben wie etwa eine tägliche medizinische Massendiagnose. Wer demnach mit Hilfe der Astrologie tiefere Erkenntnisse über sich selbst, den Sinn und die Aufgabe seines Lebens und seine damit verbundene Schicksalsstruktur gewinnen möchte, sollte sich zumindest die Mühe machen, sich ein wenig mit ihren Voraussetzungen zu beschäftigen, um einigermaßen zu verstehen, worum es dabei geht und was man aus ihr gewinnen kann und was nicht. Auch hier gilt nämlich, daß eine höhere Erkenntnis niemals auf dem kurzen Weg erreicht werden kann und daß einem dazu auch nicht ohne weiteres andere verhelfen können, sondern daß man ihn am Ende ganz alleine gehen muß. Nicht nur Hasardeure, sondern auch alle möglichen bedenkenlose Kritiker (nicht: Skeptiker, denn vorsichtige Skepsis ist immer angebracht), die alles schon immer gewußt haben, obwohl sie lediglich die Gedanken der anderen für ihre eigenen halten, sind dabei eher hinderlich als förderlich.

Diese Mischung aus Spekulation und Ignoranz ist auch ein Umstand, den die Philosophen aller Zeiten stets zu beklagen hatten: Die Leibnizsche Monadenlehre etwa scheint das gleiche Schicksal wie Descartes’ Cogito gehabt zu haben, indem sie wegen ihrer vermutlichen Bedeutsamkeit oder doch wenigstens wegen der Bedeutsamkeit ihres Verkünders seitdem zwar häufig zitiert, aber wohl von kaum jemandem wirklich verstanden wurde. Selbst Schopenhauer wollte sich allerdings nicht rühmen, „von Leibnizens Monaden, die zugleich mathematische Punkte, körperliche Atome und Seelen sind, eine deutliche Vorstellung zu haben“, doch wir wollen hier wenigstens an dessen Interpretationsweise anknüpfen, von der die Szientisten weit entfernt sind, die sich auf diese Lehre nur deshalb berufen, weil sie ihren Verfasser nicht verleugnen können und diesen sogar zu einem ihrer Väter gemacht haben, obwohl seine Monadenlehre eigentlich ganz und gar nicht in ihr positivistisches Konzept paßt. Für Schopenhauer dagegen stand außer Zweifel, daß eine solche Annahme wie die der Monadenlehre dazu dienen könnte, „alle ferneren Hypothesen zur Erklärung des Zusammenhanges zwischen Idealem und Realem sich zu ersparen und die Frage dadurch abzufertigen, daß beide schon in den Monaden vollständig identifiziert seien“. Das Vorstellende und das Vorgestellte mögen immerhin gleichartig sein, meinte Schopenhauer, es bleibe aber dennoch die Frage, ob aus Vorstellungen in unserem Kopf auf das Dasein von uns verschiedener und für sich selbst, d.h. unabhängig davon existierenden Wesen sicher zu schließen sei. Die Schwierigkeit sei nicht die, zu der sie Leibniz verdrehen wolle, daß nämlich zwischen den angenommenen Seelen und der Körperwelt gar keine Einwirkung und Gemeinschaft vorhanden sei, weshalb er den physischen Einfluß leugne, denn diese Schwierigkeit sei bloß eine Folge der rationalen Psychologie und brauche also nur als bloße Fiktion zur Seite geschoben zu werden: die Schwierigkeit sei und bleibe die Cartesianische, daß nämlich die Welt, die uns allein gegeben ist, schlechterdings nur eine ideale, d.h. aus bloßen Vorstellungen in unserem Kopf bestehende sei (wie es ja auch Berkeley so deutlich gesagt hat).

Die Astrologie bestreitet den Gegensatz von Innen- und Außenwelt zwar nicht, weist aber beiden nur eine relative, d.h. eigentlich nur archetypische Bedeutung zu. Um das richtig zu verstehen, müssen wir notwendigerweise auch in das astrologische Weltbild einführen, denn ohne diese Voraussetzung ist es nicht möglich, sachkundig über ihr Für und Wider zu sprechen. Die Diskussion über die Frage, ob die Astrologie funktioniert oder nicht, kann nämlich kaum mit aus sich heraus überzeugenden Argumenten geführt werden, die den jeweiligen Gegner von seiner feststehenden Meinung abbringen könnten. Sie ist ebensowenig im Sinne eines einzelnen Aha-Erlebnisses zu entscheiden wie alle anderen Dinge auch, die unsere Realität ausmachen. Denn alle unsere Erfahrungen, so sehr sie sich auch auf vermeintlich konkrete Gegebenheiten beziehen, sind letztlich geistig-holistischer Natur - in dem Sinne, daß es sich um Bewußtseinsqualitäten handelt, die sich mit dem Begriff, mit dem wir den Komplex bezeichnen, verbinden.

Wir müssen uns vergegenwärtigen, daß keine Sache, über die wir uns unterhalten, objektiv so oder so gegeben ist, sondern nur als von uns persönlich erfahrener und durchlebter Bereich, zu dem wir eine emotionale Beziehung haben. Das gilt für die Astrologie natürlich gleichermaßen wie für die Kunst oder auch jedes Gebiet der Naturwissenschaft. Über die Astrologie kann deshalb kompetent nur derjenige sprechen, der sie persönlich erfahren hat. Um ein Horoskop lesen zu können, ist es unumgänglich, daß man vertraut mit der Bedeutung der Archetypen ist, die dabei zu entschlüsseln sind. Dieses kann aber nur auf dem Wege eines holistischen Lern- und Erfahrungsprozesses geschehen, bei dem wir unsere gesamte Persönlichkeit und Erlebnisfähigkeit einbringen müssen - und über diese verfügen bekanntlich nicht alle Menschen im gleichen Maße. Wie wollte aber jemand kompetent über Notenblätter oder mathematische Formeln sprechen, wenn er nicht mit der Materie vertraut ist und keine innere Beziehung dazu hat? Die Gegner der Astrologie können ebensowenig kompetent über diese sprechen wie die Gegner der Musik kompetent über Musik sprechen können. So berufen sie sich auch nur auf die scheinbare Evidenz der Tatsache, daß die Astrologie gar nicht funktionieren kann. Denn schließlich: wie sollte es allen Ernstes möglich sein, daß der Lauf der Sterne irgendeinen Einfluß auf unser menschliches Schicksal hat?

In dieser Fragestellung wird allerdings bereits einiges vorausgesetzt, was gemäß unserem szientistischen Weltbild als selbstverständlich gilt: nämlich einerseits, daß es sich bei den Sternen um rein materielle Objekte handelt, und andererseits, daß unser Schicksal nur kausal zu verstehen ist und daß es sich bei allen unseren Äußerungen und Motivationen um geistige Dinge handelt, die von der materiellen Welt deutlich geschieden sind. Ebensowenig wie aber etwa eine bestimmte Stadt als objektive und dem ausschließlich konkreten Bereich zuzuordnende Gegebenheit existiert, sondern nur jeweils als subjektiver Erlebnisblock in den Individuen repräsentiert ist, existieren auch die Sterne als rein materielle Objekte außerhalb des Geistes. Wir wissen ja, daß etwa die Farben erst in unserem Kopf entstehen, ebenso wie alle anderen Sinnesein­drücke, und daß wir alle Dinge erst im Sinne unserer persönlichen Assoziationsschablonen wahrnehmen. Es hat keinen Sinn, an unserer Unfähigkeit zu verzweifeln, weil wir mit unseren Sinnen eine scheinbar objektiv gegebene Welt in vermeintlich nur unzulängli­cher Weise erkennen, denn eine solche Welt gibt es nicht: das, was wir erkennen, ist die Welt!

Wenn wir abends einen Blick in den Sternenhimmel werfen, so werden uns auch die Astronomen bestätigen müssen, daß es sich dabei kaum um ein konkretes Geschehen handeln kann. Denn die Sterne, deren Licht jetzt in unserem Auge eintrifft, sind völlig unterschiedlich weit entfernt, und einige von ihnen können schon vor tausenden von Jahren verloschen sein, während wir immer noch ihr Licht sehen. Es gibt aber schlechterdings keinen Sinn, von einem konkreten Gesche­hen zu reden, wenn wir für dieses bezüglich seiner Einzelheiten noch nicht einmal den Zustand der Gleichzeitigkeit feststellen können. Was gleichzeitig ge­schieht, ist tatsächlich nur das Eintreffen der Lichtstrahlen im Auge des Betrachters, der demnach eine unbedingte Voraussetzung für die Konkretionierung des Geschehens ist - und insofern gelten die diesbezüglichen neueren Erkenntnisse der Quantenphysik keineswegs nur für den mikrokosmischen, sondern auch durchaus für den makro­kosmischen Bereich! Was aber an den unermeßlichen Dimensionen des Universums leicht einzusehen ist, muß natürlich prinzipiell auch für unsere irdischen Dimensionen gelten: die Welt ist Vorstellung, wie es außer Schopenhauer auch die Mystiker aller Zeiten immer wieder gesagt haben - die Vorstellung Gottes, wenn man so will, von dem wir ein Teil sind.

Wir müssen uns vor Augen führen, wie zufällig und willkürlich un­ser materialistisches Weltbild ist. Es ist historisch gewachsen: eine Folge der Renaissance und besonders danach der Aufklärung, die ihrerseits ein Ergebnis der Zustände in Frankreich im 18. Jahrhundert war. Als infolge des weltlichen und klerikalen Macht­mißbrauches das Bürgertum entstand und immer mehr erstarkte, benö­tigte dieses einen Gegenstand, an dem es sich auf andere Weise profilieren konnte, wozu sich die neue Wissenschaftsidee als sehr geeignet erwies. Das jahrhundertelang durch die Scholastik gewalt­sam fixierte Pendel schlug nun in das gegenteilige Extrem aus, und alles, was nicht als unmittelbar evident einleuchtete, wurde als Aberglaube abgetan. Das Kind wurde mit dem Bade ausgeschüttet, und neben vielen Übeln wurde auch die Astrologie - ebenso wie auch je­de Philosophie - beiseitegetan. Daß die neue Evidenz aber ebenso­sehr ein Geistesprodukt war, ist ansich selbstverständlich. Natürlich stolpern wir bei jeder Analyse über deren unbewußte Voraussetzungen, denn um etwas zu erkennen, benö­tigen wir zunächst eine Theorie, die uns eine Zuordnung der Phäno­mene gestattet. Wie sehr unterbewußte Vorstellungen dabei die er­kannte Wirklichkeit bestimmen, zeigt sich bereits in allen Axio­men, auf denen unsere moderne Naturwissenschaft aufbaut und die man dann als böses und leider nicht aus der Welt zu schaffendes Übel in die hinterste Schublade verfrachtet hat. So sprechen wir etwa von 'Naturkräften' und vergessen dabei allzu leicht, daß de­ren eigentliche Natur immer noch nicht anders erklärt werden kann als durch den bloßen Bezeichnungsakt, der uns indessen ledig­lich eine Zuordnung gestattet. "Hypotheses non fingo" („Ich mache keine Hypothesen“), sagte aber be­reits Newton, und der einzige Fortschritt, den wir ihm gegenüber in dieser Angelegenheit erreicht haben, liegt in dem Umstand, daß wir uns an die fundamentalen Phänomene gewöhnt haben. Indem wir bezeichnen, lernen wir, mit den Dingen umzugehen. Daran ändert auch die Relativitätstheorie prinzipiell nicht viel, denn wir verkennen allzu leicht, daß sie uns nur auf eine neue Weise in Beziehung setzt, jedoch die alte Polarität von Mensch und Universum beibehält (wobei sich Einstein übrigens als sehr viel konservativer zeigte als viele seiner bedeutenden Kol­legen). Da die so errichteten Denkschubladen in der Folge institu­tionalisiert wurden, kann es sich der Durchschnittsbürger kaum leisten, an ihrer Realität zu zweifeln, denn er müßte dann mit Descartes schlechterdings an der ganzen Welt verzweifeln. Diese aber ist für ihn die Realität, und alles andere ist bloße Philoso­phie, die die Szientisten ja so erfolgreich in die Ecke gestellt haben. Da die Dinge sich aber so eingerichtet haben, ist es ver­ständlich, wenn selbst einige Astrologen allen Ernstes versucht haben, die Astrologie auf eine naturwissenschaftliche Basis zu stellen - ebenso wie einige Pa­rapsychologen versuchten, die von ihnen beobachteten Phänomene mit „Psy-Kräften“ zu erklären. Aber in einer Hinsicht haben die Natur­wissenschaftler sicher recht, und das erklärt auch ihr Mißtrauen: mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild ist die Astrologie si­cherlich nicht in Übereinstimmung zu bringen! Wer hat also recht?

Eine Grundforderung jeder Wissenschaft ist die Tatsache, daß nur Dinge, die von jedermann jederzeit experimentell nachgeprüft wer­den können, als unumstritten gelten können. In völliger Erfüllung dieser Forderung könnten wir aber auch sagen: "In jedem Spiegel ist stets ein Mensch zu sehen." Diese Tatsache führt uns mitten hinein in das eigentliche Problem: daß wir nämlich niemals wissen, ob wir die erkannte Wirklichkeit mit unseren Erkenntnisakten zu­gleich erst erschaffen. Das Spiegelbeispiel verdeutlicht uns auch noch einen anderen Umstand: nämlich daß wir auch immer über unsere Begriffe stolpern und dabei völlig übersehen, daß jeder imgrunde etwas völlig anderes sieht (in diesem Fall einen anderen Menschen). Sollte es aber wirklich so sein, daß nur unsere Er­kenntnisakte unsere Realität konstituieren, so hätten wir in der Tat mit den Methoden der Wissenschaft kein geeignetes Mittel, die­ses oder das Gegenteil zu beweisen - ganz davon abgesehen, daß die Wissenschaft an einer diesbezüglichen Entscheidung kaum interes­siert sein kann und sich auch nicht gezwungen sieht, diese Frage­stellung als Problem zu sehen. Alle Fragen über Grundsatzprobleme scheitern ja bereits an der normativen Kraft des Faktischen. Aller­dings haben die neueren Erkenntnisse der Quantenphysik diese Basis gründlich erschüttert. Hier zeigt sich nämlich wie auch bei den Phänomenen des radioaktiven Zerfalls an deren rein statistischer Natur, daß es keine Realität ohne den Beobachter gibt, was zu der erstaunten Frage führte, wie es denn möglich sei, daß erst der Mensch durch den Beobachterakt eine Welt erschaffe, die doch si­cherlich schon vor ihm - in welcher Weise auch immer - existiert haben mußte. Was war also früher da - der Geist oder die Materie? Aber bei Licht betrachtet sollte uns dieses Problem an ein anderes erinnern, das uns vertrauter ist und das wir deshalb leichter entscheiden können: die Frage nach der Präexistenz von Henne oder Ei - nämlich indem wir beide Polaritä­ten bis zu ihren evolutionären Uranfängen zurückverfolgen.

Wenn wir uns entschließen könnten, in Geist und Materie ebenfalls keine elementaren Gegensätze zu sehen (denn wer hat uns das ge­sagt?), so hätten wir auch eine Erklärungsbasis für die Astrolo­gie: daß die Sterne oder Planeten geistige Archetypen sind, muß ja ihrer materiellen Gegebenheit keineswegs widersprechen, ebensowe­nig wie wir an der Existenz von Elementarteilchen zweifeln können, obwohl diese sich auch als geistige Produkte erweisen. Allerdings blieben dazu noch einige Schwierigkeiten zu beheben, die auch ge­neigteren Geistern zu schaffen machen: wie etwa sollte es zu er­klären sein, daß ausgerechnet Ort und Zeitpunkt der Geburt die Persönlichkeits- und Schicksalsstruktur eines Menschen bestimmen? Unser Blick in den Sternenhimmel hat uns aber doch immerhin die Bedeutung des Beob­achters verdeutlicht, und er zeigt uns somit auch die Bedeutung seines Standortes im Raum-Zeit-Kontinuum, wie auch des Ausgangs­punktes der von ihm zu durchwandernden „Weltlinie“. Wenn es wirk­lich so wäre, daß erst der erkennende Geist das Universum konkre­tisiert, so wäre der Mensch in der Tat alles andere als ein zu­fälliger Zaungast dieses Universums - er wäre ganz im Gegenteil ein erheblicher Bestandteil. Denn erst in seinem Geist erfährt das universale Geschehen seine höchste Konkretion - indem er sich und sein Schicksal vom Uranfang an über unendlich viele Inkarnationen hinweg selbst denkt und sich dabei immer mehr vervollkommnet, ebenso wie auch die Sterne, wobei die Abgrenzung zwischen seinem 'Ich' und diesem und allem sonstigen 'Nicht-Ich' natürlich kaum möglich ist. Nehmen wir etwa an, daß jeder auf diese Weise nur einen dreidimensionalen Film erlebt, in den er hineinhandeln kann, so würde alleine die Tatsache genügen, daß die Filme aller Men­schen über das kollektive Unbewußte (im Sinne C.G. Jungs) so miteinander korreliert sind, daß die erlebten Dinge kommunizierbar sind, um diesen Film für eine objektive Realität zu halten. In der Tat sollte es uns nicht mehr Schwierigkeiten bereiten, davon auszugehen, daß uns die erlebten und erkannten Phänomene permanent aus unserem Inneren zu­wachsen, als die andere Annahme, daß sie uns permanent aus einer außer uns befindlichen Welt begegnen. Worin besteht der Unter­schied, außer in einer bloßen geistigen Fixierung, von der wir uns aber schwer lösen können?

Wäre es so, dann würden wir uns etwa in einer Schlafphase nicht nur aus einem auch ohne uns weiterhin bestehenden Universum aus­blenden, sondern dieses würde auch wirklich nicht weiterbestehen, jedenfalls soweit es unseren Anteil daran und den dadurch gegebe­nen Konkretionsgrad betrifft. Doch während jeder neuen Wachphase durchleben wir prinzipiell vom Morgen bis zum Abend den gesamten Tierkreis, also das gesamte archetypische Spektrum, ohne das es kein Szenario und auch keine Erkenntnis geben kann, da alle uns erscheinenden Dinge in den archetypischen Kategorien erscheinen müssen (weil nur so eine emotionale Beziehung aufgebaut werden kann) und auch nur dadurch existieren, daß sie uns erscheinen und soweit sie dieses tun. Dieser Rhythmus wiederholt sich auch in größeren Zyklen, da auch diese nur existieren, indem sie erkannt und durchlebt werden - also etwa in jährlichen Zyklen und in dem Ablauf eines ganzen Menschenlebens. So entspricht der Zeitpunkt der Geburt und der erste Schrei in jedem Fall dem Widder-Archety­pus und damit der Spitze des ersten astrologischen Hauses, wenn er auch durch einen in einem anderen Tierkreis gelegenen Aszendenten überlagert wird. Die Tierkreise und die Planeten stehen also für fundamentale Archetypen, nach denen sich das sich selbst denkende Universum konkretioniert - sie sind die elementaren Äste, auf die wir aus dem Blätterwerk unseres Alltagsgeschehens zurückblicken. Natürlich können wir aus der Beobachtung der Äste noch keine end­gültigen Schlüsse darüber ziehen, wie sich das Blätterwerk im Einzelnen gestalten wird, aber wir können die Dispositionen erken­nen, und der Blick auf die Hauptäste schult den Blick für das We­sentliche. Er zeigt uns die Struktur, nach der sich alle Erschei­nungen ordnen, und er zeigt uns das Wesen hinter den vordergründi­gen Dingen, in denen sich die übliche Naturwissenschaft als reine Lehre von den Erscheinungen immer noch verfängt.

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