Thema Naturwissenschaft

       

 NATURWISSENSCHAFT

 

  
 

In dem von 264 Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern unterzeichneten ‚Heidelberger Apell‘, der anläßlich des gleichzeitig stattfindenen Umweltgipfels in Rio de Janeiro 1992 veröffentlicht wurde, wurde die Ökologie als „Ausgeburt einer irrationalen Ideologie,... die sich dem wissenschaftlichen und industriellen Fortschritt widersetzt“ bezeichnet.

  Evolutionstheorie 4

Glasschdel

 

 

 

  Aber das ist nur die Kehrseite. Denn andererseits muß man auch sagen, daß gerade von einigen der führenden Physiker die wichtigsten philosophischen Impulse des vergangenen 20. Jahrhunderts kamen. Diese wollen wir in unseren hier aufgelisteten Essays vorstellen.
   

 

Verfasserhinweise im Redaktionswegweiser

 

Die Entstehung des Lebens

Es gibt immer noch Leute, und unter ihnen einige recht namhafte Wissenschaftler, die davon ausgehen, daß das Leben dieser Erde von anderen Welten durch den Weltraum zu uns gekommen ist, etwa in Form von Samenkörnern. Aber ganz davon abgesehen, daß eine solche Erklärung das Problem nur verlagert, führen uns ganz einfache Überlegungen über die Voraussetzungen für die Entstehung von Leben dazu, daß die Wahrscheinlichkeit, irgendwo anders einen weiteren Planeten mit ähnlich guten Vorbedingungen zu finden, äußerst gering ist.

Welle oder Teilchen?

Weit mehr als die Relativitätstheorie haben die im letzten Jahrhundert unternommenen Vorstöße in den Bereich des Allerkleinsten unser jahrtausendealtes und dementsprechend gefestigtes Wirklichkeitsverständnis, auf dem auch die Physik aufbaute, erschüttert. Die meisten Physiker gehen immer noch davon aus, daß es kleinste Elementarbausteine gibt, die vermutlich nicht weiter unterteilbar sind. Ein solches Teil ist zum Beispiel das Elektron. Was aber ist ein Elektron wirklich, wie sieht es aus, und welche Eigenschaften besitzt es?

Das menschliche Gehirn

Man weiß nicht, in wieweit eine auch nur gedankliche Trennung von Körper und Geist für das Funktionieren einer solchen „Maschine“ überhaupt möglich ist, ob ihre Arbeitsweise also nur in einer Richtung erfolgt und insofern das Bewußtsein gewissermaßen nur ein Nebenprodukt ihrer Tätigkeit ist, oder ob ihr Funktionieren in jedem Fall das Ergebnis einer ständigen Wechselwirkung ist. In letzter Zeit tendiert man allerdings immer mehr zu letzterer Annahme.

Die Relativitätstheorie

Die größte Schwierigkeit der Abstraktion liegt in der Fähigkeit, sich von liebgewordenen Denkgewohnheiten zu befreien. Besonders schwierig ist das sicher in einem Fall, in dem es sich nicht nur um eine persönliche, sondern um eine allgemeine Denkgewohnheit handelt, mit der die Menschen seit Ewigkeiten ganz selbstverständlich umgegangen sind. Da man aber, wie Einstein selbst oft genug gesagt hat, diese intuitiven Dinge auch mit ganz gewöhnlichen und allgemeinverständlichen Worten ausdrücken kann, wollen wir das hier versuchen.

Intelligente Felder

Der Biologe Rupert Sheldrake hat sich besonders mit diesen Feldern beschäftigt und dabei die Theorie entwickelt, daß in allen Fällen, in denen die Natur in ihrer Entwicklung vor mehreren alternativen, also gleichwertigen, Möglichkeiten steht, von ihr eine Gewohnheitsentscheidung getroffen wird, was tatsächlich durch bestimmte Beobachtungen bestätigt wird. Das bedeutet aber, daß die daraus folgende Information - in den von ihm sog. ‚morphogenetischen Feldern’ - fortan nichtlokal gespeichert wird!

Alles fließt: Die Chaos-Forschung

Unter dem Begriff 'Chaos' versteht man in diesem neuen Forschungsbereich ein im hohen Maße regelloses und unvorhersehbares Verhalten eines Systems. Dabei befaßt man sich jedoch vornehmlich - und insofern ist der Name etwas irreführend - mit neuen Ordnungsformen innerhalb der Unordnung, also mit der Phänomenologie bestimmter Muster und Strukturen, die dabei scheinbar von selbst entstehen, zum Beispiel innerhalb von Wirbelströmen. Derartige Muster lösen oft einen 'Aha-Effekt' aus, sie kommen einem nicht ganz unbekannt vor, und man glaubt sie schon irgendwo anders gesehen zu haben.

Das holographische Weltbild

Haben die Dinge, die uns begegnen, einen höheren Sinn? Die von C.G. Jung und Wolfgang Pauli begründete Theorie der Synchronizität geht allen Ernstes davon aus, und es ist kein Zufall, daß sich hier ein Psychologe und ein Physiker getroffen haben, denn beide hatten in ihren beruflichen Erfahrungsbereichen entsprechende Beobachtungen gemacht, die sie zu dieser Annahme führten.

Systeme

Alle Erscheinungen, die wir uns üblicherweise als selbstständige Elemente vorstellen, hängen in Wirklichkeit voneinander ab und verdanken ihr Sosein einer Summe von Einflußfaktoren ihrer Umgebung, ganz gleich, ob es sich um physikalische, chemische, biologische, psychologische oder soziologische Erscheinungen handelt. Das reicht auch bis in den kulturellen Bereich hinein. In diesem Sinne ist es richtiger, von Systemen zu sprechen, aus denen sich alle Einzelerscheinungen ergeben, statt uns die Welt aus autonomen Einheiten zusammengesetzt vorzustellen.

Fortschritt: Eine Illusion?

Wie ärgerlich konnte unser Physiklehrer doch immer werden, wenn wir in seinen Versuchen nicht sogleich das erkennen konnten, was sich daraus gemäß der wissenschaftlich anerkannten Theorie ableiten lassen sollte. Wie konnten wir aber auch, da wir diese Theorie ja noch gar nicht kannten?! Schon in der Schule lernen wir aber in diesem Sinn, welche Entdeckungen unsere berühmten Wissenschaftler gemacht haben und wie uns das bis zum heutigen Stand vorwärtsgebracht hat. So haben wir uns vermeintlich auf einem linearen Weg in Richtung einer fortlaufenden Erkenntnis voranbewegt und dadurch die Natur immer besser erkannt.  Verhält es sich aber nicht in Wirklichkeit eher so wie bei einem Reißverschluß, in dem die fortlaufende Verknüpfung zweier ineinandergreifender Zahnreihen erst einen Zustand herstellt, der ursprünglich nicht gegeben war?

Hörerbrief zum Thema Kepler

Man kann zwar von Redakteuren nicht verlangen, daß sie über jedes Thema von vornherein gut unterrichtet sind, das sie zu behandeln haben, denn schließlich müssen sie ja täglich andere Themen besprechen. Aber es wäre Ihnen doch zuzumuten, daß sie etwas besser recherchieren. Peinlich wird es aber, wenn in ihren Kommentaren ein Mangel an Allgemeinbildung zu erkennen ist. Das betrifft  z.B. Ihre Unterscheidung von 'Wissenschaft' und 'Nichtwissenschaft', von der Sie eigentlich wissen müßten, das diese zu Keplers Zeiten noch ganz anders gesehen wurde.

 

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