Thema Wirtschaft

Wirtschaftsgeschichte

 

Der folgende Beitrag ist im wesentlichen (wenn auch nicht nur) ein Kompendium aus dem sechsbändigen und mehrere tausend Seiten umfassenden Fundamentalwerk von Werner Sombart mit dem etwas merkwürdigen, weil viel zu einschränkenden, Titel: ‚Der moderne Kapitalismus’. Natürlich kann eine derart ausgiebige Lektüre nur schlecht durch eine rigorose Zusammenfassung ersetzt werden, aber nur die wenigsten Leser werden sich vermutlich die Zeit zu einer gründlicheren Lektüre nehmen wollen, zumal dann, wenn sie auf wirtschaftlichem Gebiet sonst nicht zu Hause sind. Diesen wollen wir hier eine Brücke bieten, weil das Thema Wirtschaft sich in unserer offiziellen politischen Diskussion derartig in den Vordergrund geschoben hat, daß man ohne eine gewisse Sachkenntnis auch in dieser Hinsicht kaum noch über allgemeine Politik mitreden kann. Ein weiterer Grund, warum wir das hier veröffentlichen, liegt vor allem in dem Umstand, daß eine Betrachtung der historischen Entwicklung erstaunlicherweise unter den Wirtschaftstheoretikern recht umstritten ist - ja, sie wird sogar teilweise sehr polemisch attackiert. Sie möchten die Wirtschaftsprobleme und -theorien nämlich partout aus der Gegenwart erschließen. Dahinter steckt offenbar der gestandene Positivismus der Vertreter dieses Faches, an den gerade sie sich instinktiv umso mehr klammern, als sie ahnen, daß alle ihre Grundannahmen mit ihm wanken. Historismus erscheint ihnen deshalb schon fast als Mystizismus, dieser aber ist ihnen wahres Teufelswerk. Es ist aber ansich unerläßlich zum Verständnis der Hintergründe der etwa in den verschiedenen Fernsehtalkshows und sonstigen Medien vorgebrachten Ansichten und Behauptungen, den Entstehungsprozeß unseres gegenwärtigen Paradigmas zu kennen. Denn diese teilweise in Unkenntnis ihrer eigenen Materie von sog. Fachleuten vorgetragenen Positionen sind zumeist lobbyistisch begründet, wobei ihnen vermutlich selbst nicht immer klar ist, auf welcher Ebene dieser Einfluß besteht - ob in direktem Auftrag oder nur unter dem Eindruck der ihnen als maßgeblich erscheinenden Vertreter dessen, was sie eben als die ‚Wirtschaft’ schlechthin und damit ihrem Spezialfach zugehörig erachten.

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