Thema Mundan-Astrologie

 

 

 

Uranus von 1935 - 1995

 

Uranus im Stier (1935-1942)

 

Am 7. Juli 1934 trat Uranus in den Stier, und zwei Tage später übernahm der Reichs­führer SS die Befehlsgewalt der deutschen Konzentrationslager und führte die SS-Wachmannschaften ein. Bei dem Eintreten eines derartig einschneidenden Ereignisses so kurz nach dem Zeichen­wechsel eines mundanen Planeten ist immer anzunehmen, daß das als Sinnentsprechung gewertet werden muß. Es muß auch dieser rückwirkende Schluß erlaubt sein, denn nur daraus erwächst die astrologische Erfah­rung. Was hat also diese Sache mit Uranus im Stier zu tun? Der Stier steht natürlich im­mer für Gruppen, und als solche kann man nun einerseits die Na­zis und anderer­seits die Gefangenen sehen - in der ersteren würde Uranus für Innovation sorgen und in der zweiten für Unruhe, wenn man diese Begriffe wertfrei sieht. Ganz deutlich wird die Aussage, wenn wir uns einem wei­teren Ereignis zuwen­den, das am 13. Juli statt­fand: nämlich der Bekanntgabe der Nieder­schlagung des sog. Röhmputsches, in des­sen Folge 50 SA-Führer, mehrere SS-Füh­rer und fünf Parteiangehörige hingerich­tet wurden. Hier müßten nicht nur die Ver­ur­teilten, sondern auch die gesamte Säube­rungsmaßnahme unter unserem Zeichen ge­se­hen werden, denn die SS konnte sich nun gestärkt aus dem Ver­band mit der SA lö­sen.

Eine etwas andere Bedeutung des Uranus im Stier finden wir in der Person des Regis­seurs und Schauspielers Louis Trenker sowie in dessen Spielfilm Der verlorene Sohn, der im September die­ses Jahre Pre­miere hatte. Sicher war Trenker eine ausge­sproche­ne Stier-Verkörperung - ge­wisser­maßen die personifizierte Mate­rie - und wer ihn einmal gestikulieren und spre­chen sah, konnte auch den Uranus so oder so in ihm verwirklicht sehen: ja, er ist die Personifi­zierung des Uranus im Stier und kann uns wirk­lich helfen, den Archetypus zu begrei­fen. Gleichfalls im Sep­tember er­folgte noch der Stapellauf der Queen Mary, und wenn so gewaltige Schiffe nicht unter dem Stein­bock stehen, sondern unter dem Stier, so kann man annehmen, daß sie äußerst kom­for­tabel eingerichtet sind.

1935 heiratete dann Hermann Göring - selbst die beste Verkörperung des Uranus im Stier - die "Staatsschauspielerin" Emmy Sonnemann. Man muß nur diese Namen und den Titel im Ohr nachklingen lassen, um das Stier-Prinzip zu erkennen, obwohl natürlich letz­terer auch wieder an den Steinbock denken läßt, wenn es hier nicht eher um Abgren­zung oder Einverleibung ginge. Im gleichen Jahr wurde das erste Teilstück der Reichs­autobahn dem Verkehr übergeben (auch hier kann man das auf den wachsenden Komfort oder den in Straße und Fahrzeug sich manifestieren­den Materialismus bezie­hen) sowie der Nürn­berg-Film von Leni Riefenstahl geehrt (wobei wohl die sehr erd­hafte Ästhetik ge­meint ist). Weiterhin wurde der Arbeits­dienst zur Pflicht, der Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg eröff­net, auf dem die Nürnberger Gesetze verkündet wurden, der Leichnam Hinden­burgs in das Reichseh­renmal Tannenberg umgebet­tet, verbot der Reichssendeleiter die Sendung von "Niggermusik" und wur­den Eheschließun­gen durch ein neues Erb­gesundheitsgesetz einge­schränkt. Der Stier-Charakter wird in diesen Dingen sowohl in der Ästhetik als auch in der geistigen Ab­grenzungsabsicht gegen alles als nicht da­zugehörig Empfun­dene deutlich.

1936 kündigte Hitler den Bau des Volks­wagens an, erfolgte der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die entmilitari­sierte Zone des Rheinlandes, wurde ver­ordnet, daß eine schulische Förderung nur noch für Angehörige der Hitler-Jugend er­folgen sollte, er­gaben sich 99% der Wäh­lerstimmen für Hitlers Politik, wurde die Ausstellung Entartete Kunst eröffnet sowie die Reichsakademie für Leibesübun­gen in Berlin und nationalsozialistische Schu­lungsburgen gegründet, eröffnete Hit­ler die Berliner Olympiade (dabei muß man sich die ganze Atmosphäre und die Ästhetik der Architektur und Plastiken vor Augen füh­ren!), wurde in Spanien Franco Staats­chef und stellte der Deutsche Heinz Hoff­mann einen Rekord im Fliegen mit Muskel­kraft auf.

1937 gab der Reichs-Jugendführer Baldur von Schirach die Grün­dung von Vorschulen für Ordensburgen bekannt, stellte sich in London der erste Fernsehkoch vor (natürlich ist die Kochkunst dem Stier zu­geordnet), wurde Albert Speer Generalbau­inspektor für die Reichshauptstadt, stiftete Kemal Atatürk sein Privat­vermögen dem türkischen Staat, absolvierte Mussolini sei­nen er­sten Staatsbesuch in Deutschland (Chaplins Parodie darauf in Der große Diktator kann uns den Uranus im Stier sehr gut ver­deutlichen), wurde die Ausstel­lung Schönheit der Arbeit er­öffnet, er­folgten Umbesetzungen im Wirtschaftsmi­nisterium nach Hjalmar Schachts Rücktritt (Schacht trat aus Protest gegen die zuneh­mende Rü­stungsproduktion zurück, die zu einer ho­hen Staatsverschuldung geführt hatte), fand ein Siegesmarsch der japani­schen Truppen durch Schanghai statt und kam es zur Ur­auf­führung der Carmina Burana von Karl Orff, die uns in Ausstat­tung, Ästhetik, Rhythmen und Harmonien das höhere Stier-Prinzip verdeutlichen. Au­ßerdem wurde in diesem Jahr das berühmte Fal-lingwater von Frank Lloyd Wright fer­tigge­stellt - eine grandiose Privatvilla in kubi­scher Bauweise direkt auf einem Felsen über einem Wasserfall, die man ebenfalls als ästhetische Subli-mierung des Stier-Prinzips sehen kann und die uns jeden­falls deutlich macht, daß es abwegig wäre, dem Stier die primi­tive Ästhetik der Faschisten anzula­sten. Das Niveau steht nie im Horoskop, nur gewissermaßen die Ausdrucksmittel.

In 1938 wurden in Deutschland Filme wie Der Tiger von Eschna­pur und Das indi­sche Grabmal sowie der Olympia-Film von Leni Riefenstahl erfolgreich uraufgeführt. Des weiteren wurde der Tag der deut­s­chen Kunst in München abgehalten und sakrale Kunstgegenstände durch SA-Trupps in Wien geraubt, erfolgte ein Pro­test des Va­tikans gegen das faschistische Gesetz zum Schutz der italienischen Rasse und wurde zum ersten Mal über eine Kernspaltung be­richtet.

1939 wurde die Deutsche Reichsbank(!) durch einen Erlaß Hitler direkt unterstellt, die Bewegung Kraft durch Freude initi­iert, der Euthanasie-Erlaß vordatiert, Polen neu aufgeteilt (Volk ohne Raum!) und erstmalig eine Verkehrsliste der Han­dels­schiffahrt veröffentlicht.

1940 wurde ein Abkommen zwischen Deutschland und Rußland über Lieferung von Rohstoffen unterzeichnet, fand die Ur­aufführung des Disney-Filmes Pinocchio statt (Pinocchio ist ja eine Holz-Marionette, also eine deutliche Materieverkörperung), wurde das bewachte Ghetto Lodz errichtet, fand Hitlers frühmorgendliche Fahrt durch das noch schlafende Paris statt (Inbesitznahme), kam es danach zu einem triumphalen Empfang für Hitler in Ber­lin, wurde in Frankreich Marschall Petain Staatschef, gliederte die UDSSR die balti­schen Staaten ein, ernannte Hitler Schirach zum Reichsstatthalter und Gauleiter von Wien, wurde der Drei­mächtepakt Italien, Japan, Deutschland geschlossen, erklärte Gauleiter Forster den Gau Westpreußen als judenfrei, gab es ein schweres Erdbeben in Bukarest mit Schäden in einem Ölge­biet(!) und kam es zu einem Geheimab­kommen zwischen England und der Vichy-Regie­rung über den Status quo der Koloni­en.

1941 bat Quisling die deutschen Truppen, gegen die norwegische Opposition vorzu­gehen, erörterten Hitler und Mussolini auf dem Obersalzberg (Name!) die Lage im Mittelmeerraum, eroberten bri­tische und freifranzösische Truppen Tobruk (wobei die enormen Bollwerke eine deutliche Stierentsprechung waren), wurde Rommel zum Oberbefehlshaber des deutschen Afri­ka-Korps ernannt, bat Petain die USA um Getreidelieferungen, wurde das Salzburger Mo­zarteum zur Reichshochschule für Mu­sik, Brechts Mutter Cou­ra­ge uraufgeführt (die ja immer nur opportunistisch vom Krieg zu profitieren versuchte und nicht se­hen wollte, daß ihr der ihre Kinder und ihre ganze psychische und physische Basis nahm, und die demnach auch in ihrer kanti­gen Darstellung als Personifi­zierung des materialistischen Geistes gesehen werden kann), landeten französische Schiffe mit US-Weizen in Marseille, woll­te Rudolf Heß in London verhandeln (der Abtrünnige der Gruppe!), befahl Stalin, die SU sei nach dem Prinzip der verbrannten Erde zu ver­teidigen und erfolgte der japanischer An­griff auf Pearl Harbour. Nicht nur die Ka­mikazeflieger können leicht als Entspre­chungen unseres Prinzips gesehen werden, son­dern auch die ganzen Luftangriffe auf die englischen und deut­schen Städte - zu­mal dabei immer Materie zerstört wurde und die Bomber zumeist in Geschwadern flogen.

Besonders deutlich wurde das natürlich, als die deutsche Luft­waffe ab 1942 sog. Bae­deker-Angriffe gegen England flog, wo­bei es darum ging, möglichst wertvolle Ge­bäude zu vernichten. Nicht vergessen dür­fen wir auch den Geist der deutschen Pro­pa­ganda-Plakate aus dieser Zeit, der wirk­lich äußerst erdhaft war.

 

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