Thema Mundan-Astrologie

 

 

Der Durchgang des Uranus durch die Zeichen

von 1738 - 1800

 


Uranus im Steinbock (1738-1744)

Der Uranus steht auch immer für unge­wöhnliche Ereignisse: Im Jahre 1738 wur­den bei den Bauarbeiten für einen Jagdpa­villon des Königs von Neapel zufällig die Ruinen der verschütte­ten rö­mischen Stadt Herkulaneum entdeckt - ein Ereignis, das die eu­ropäische Gelehr­tenwelt in eine Euphorie versetzte, die fast einer neuen Renaissance gleichkam. Man fand dadurch einen neuen Zugang zur Anti­ke, der in den nächsten Jahrzehnten zum Klassi­zismus führen sollte. Es fällt nicht schwer, die neu­entdeckten Ruinen dem hier zu erörternden Prinzip zuzurechnen, aber der Steinbock steht auch für den Staat und die Thron­folge, die in dieser Zeit unter dem Zeichen der sog. Pragmatischen Sanktion in Öster­reich zu einer ungewöhnlichen Konsequenz führte, wor­über es in ganz Europa zu Diffe­renzen und Streitigkeiten kam, die im Österreichischen Erbfolgekrieg ihren Aus­druck fanden - es ging ja immer­hin um den Kaiserthron. In dieser Regelung war bereits 1713 festgelegt worden, daß in dem Falle, daß es keinen Sohn als Thron­folger geben sollte, auch eine Tochter auf den Thron kommen konnte. Mit der Thronbesteigung Maria Theresias wurde nun zum ersten Mal davon Gebrauch ge­macht, und sie konnte deshalb nur mit Mü­he ihren Erbanspruch durchsetzen. Auch sonst kam es zu ver­schieden Thronwech­seln, so in Preußen, wo Friedrich II. seinem Vater folgte, und in Rußland, wo Anna Leopoldowna neue Za­rin wurde und nur ein Jahr später von Eli­sabeth Petrowna ge­stürzt wurde. Als un­mittelbare Folge der ungeklärten Frage der österreichischen Thronfolge fiel Ende 1740 Friedrich II. bereits in Schlesien ein und be­gann damit den ersten Schlesi­schen Krieg, wobei es letztlich um nicht weniger als die Vor­machtstellung in Europa ging. Wäh­rend­dessen war ein Wittelsba­cher mit Un­ter­stützung Frankreichs zum römisch-deut­schen Kaiser gewählt worden, und erst mit dem Friedensschluß sicherte Maria Theresia ihren Thronanspruch.

In Frankreich war die Staatsautorität eben­falls ungewöhnlich vertreten, denn nicht der König, sondern seine Mätresse Pom­padour und alle möglichen Günstlinge hatten dort eigentlich al­le Fäden in der Hand.

 

Uranus im Wassermann (1745-1752)

Natürlich stehen technische Neuentwick­lungen und Erfindungen für das Wasser­mann-Prinzip, und da sonderlich solche auf dem Gebiet der Elektrizität. In dieser Zeit begannen sich tatsäch­lich in aller Welt die Forscher mit dem Phänomen der Elektrizi­tät zu beschäftigen, und es kam dabei zu vielen bedeutenden Er­findungen. Im Jahre 1746 führte entsprechend Louis Guillaume in Paris die ersten wirklichen Stromkreise vor, gefolgt 1747 von William Watson in London, der einen 360 Meter langen Draht über die Westminster-Brücke legte. Im gleichen Jahr begann Benjamin Franklin mit seinen elektrischen Experimenten, der sich aber außer in der Wissenschaft auch in der Politik einen bedeutenden Namen machte. Er war allerdings seiner Zeit voraus, denn sein Vorschlag für einen Blitzableiter wurde von der Londoner Royal Society als zu phantastisch abgelehnt. Im Gedächtnis der Nach­welt verkürzt sich sein Name auf die Begriffe Elektrizität und Freiheitskampf - beides typische Wassermann-Entsprechun­gen. D'Alembert faßte später das Andenken dieses großen Neuerers so zusammen: "Er entriß dem Himmel den Blitz und den Ty­rannen das Zepter."

Auch in der Philosophie regte sich einiges: 1746 gab Diderot zum ersten Mal seine Philosophischen Gedanken heraus, die zu seiner Zeit als so radikal erscheinen muß­ten, daß er sich eines Pseudonyms bediente. 1748 veröffentlichte Montesquieu sein Werk Vom Geist der Gesetze, und 1751 er­schien die Enzyklopädie. Viele europäi­sche Städte wuchsen sich in dieser Zeit zu­neh­mend zu Großstädten aus, was eine neue Lebensqualität mit entspre­chenden kulturel­len Folgen mit sich brachte.

1747 kam es nach dem Mord am Schah in Persien zur Anarchie.

 

Uranus in den Fischen (1753-1760)

1755 geschah Ungewöhnliches zu Wasser: der englische Admiral Edward Hawke ka­perte rund 300 französische Handelsschif­fe. Im gleichen Jahr kam es zu dem kata­stro­phalen Erdbeben von Lissa­bon, das 32.000 Tote forderte. Alle Dinge, die die üblichen Di­mensionen übersteigen und un­ser Fas­sungsvermögen sprengen, gel­ten als Fische-Entsprechungen. Hierher gehören auch so absei­tige Dinge wie die Ausschwei­fungen des jungen Marquis de Sade, die zu dieser Zeit bekannt wurden. Ganz allgemein hatte sich nun das Klima verändert. Eine gute Entsprechung dafür waren auch die Stiche Piranesis, die jetzt große Verbrei­tung fan­den. Zwar wurden weiterhin Erfin­dungen gemacht, jetzt aber mehr auf dem Gebiet der Chemie. Nachdem Anfang des Jahres 1757 ein At­tentat auf Ludwig XV. stattge­funden hatte, verordnete dieser, daß Schriftsteller, Verleger und Buchhändler, die religions- oder staatsfeindliche Schriften verbreiteten, mit dem Tode zu bestrafen seien. Es kam daraufhin sogleich zu einer Verhaf­tungswelle, die zwar zu keiner To­desstrafe führte, doch ein allgemeines Klima der Angst zur Folge hatte. Die Her­ausgeber der Enzyklopädie waren nun völ­lig entmutigt, und die Arbeit an dem großen Werk stockte. Wenn man es über­haupt noch weiter­führen konnte, so mit derartigen Einschränkungen, daß seine Aussage prak­tisch wertlos wurde. Die Ver­sammlung der französi­schen Bischöfe be­schloß eine hohe Geldzahlung an den König mit der gleich­zeitigen Bitte, die Erlaubnis für die Heraus­gabe der Enzyklopädie aufzuheben, was auch insofern für Uranus in den Fischen steht, als der Klerus traditio­nell den Fischen zuge­rechnet wird und Uranus unabhängig vom Niveau ja immer für In­spiration steht. Es kam nun tatsäch­lich zu mehreren kleri­kalen Gegenpublika­tionen, so etwa die von Abraham de Cha­meix unter dem Titel Be­rechtigte Vorur­teile gegen die Enzyklopä­die. An­griffe die­ser Art wurden in der Folge immer hinter­hältiger. So erschien z.B. ein anonymes Pamphlet, in dem die Regierung, das Par­lament und die Jesuiten und sogar Christus und Maria be­schimpft wurden, wobei der Duktus ganz im Stile Diderots gehal­ten war, auf den dadurch der Verdacht der Autorenschaft fallen sollte. Auch solche Dinge gelten als Fische-Ent­sprechung, zumal auch hier sicher die Ge­genseite dahintersteckte, also wohl die pro-klerikale.

 

Uranus im Widder (1761-1768)

Wir können uns hier darauf beschränken, uns kurz zu fassen und zu erwähnen, daß in dieser Zeit die Industrielle Revolution in England begann und Rousseaus Gesellschaftsvertrag und Emile erschie­nen.

 

Uranus im Stier (1769-1775)

Erst seit 1770 also werden die Banken als Kreditmittelpunkte eine wirtschaftliche Macht, die auf dem Wiener Kongreß zum ersten Mal in die Politik eingreift. Bis dahin besorgte der Bankier vorwiegend Wechselgeschäfte. Oswald Spengler in einer Fußnote zum Thema Das Geld.

Im Jahre 1773 gründete Meyer Amschel Rothschild das Frankfurter Bankhaus Roth­schild, das seine Söhne später im europäi­schen Rahmen ausbauten, wodurch sie auch zu großem politischen Ein­fluß gelangten. Die Enzyklopädie wurde in diesen Jahren zu ei­nem ungeahnten finanziellen Erfolg. 1770 nahm der englische Seefahrer und Entdecker James Cook Australien für die britische Krone in Besitz, und 1773 über­trug das britische Parlament durch das Ge­setz Regulation Act der Ostindischen Kom­panie das Opiummonopol in China. Im glei­chen Jahr kam es zu der Empörung über die Boston-Tea-Party. Alle diese Dinge können wir als Stier-Entsprechungen sehen, weil es dabei stets im weitesten Sinne um materi­elle Interessen ging.

 

 

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