Thema Kultur und Religion

KULTUR UND RELIGION

 

 

Wäre ich schon ein Seiltänzer, wenn ich mich auf ein Seil wagte, um ein anderes Ufer zu erreichen, das ich erreichen muß und anders nicht erreichen kann - oder wäre ich andererseits keiner, wenn ich dieses nicht aus Profession, sondern lediglich aus innerer Notwendigkeit täte?

 

 

 

 

Kultur 1

 

 

Dieser Bereich umfaßt die Unterbereiche Allgemeine Kulturkritik und Religion.

Da die Zahl unserer diesen Bereichen zuzuordnenden Beiträge noch nicht groß genug ist, haben wir sie hier zusammengefaßt. Diese Untergliederung ist allerdings nur provisorisch und kann später anders aufgegliedert werden.

Verfasserhinweise im Redaktionswegweiser

 

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Die Berater

Guter Rat ist, wie das Sprichwort sagt, teuer. Was ist aber, wenn eine Gesellschaft noch nicht einmal mehr weiß, aus welcher Richtung ihr guter Rat zukommen kann? Dann läßt sie oder lassen sich ihre Verantwortlichen auch in dieser Hinsicht beraten und orientieren sich dabei, da sie keine anderen Maßstäbe mehr haben, nur noch am Preis: guter Rat ist dann eben, was teuer ist, und was nichts kostet, wie etwa eigenes Nachdenken, kann auch nichts sein. Eigenes Nachdenken ist ‚unmodern‘ geworden, weil sich dessen Ergebnisse nicht belegen lassen.

Der aktuelle Weg zur Wahrheit

Vielleicht liegt es in der Natur der Sache, daß der Universitätsbetrieb immer zur Scholastik neigt. Wenn es aber so ist, dann sind Universitäten ggf. nur der Ort zur Ausbildung von Wissenschaftlern, aber nicht von Philosophen. Hier können dann eben nur Philosophiehistoriker und -lehrer ausgebildet werden, doch Philosophen müssen sich einen anderen Weg suchen. Aber welchen?

Der moderne Kunstbetrieb

Ist Kunst Kunst, weil sie Kunst ist? Darüber mögen sich die Philosophen streiten und werden möglicherweise so lange nicht zu einem Ergebnis kommen, wie sie sich nur auf den objektiven Aspekt des Themas beziehen. Anders sieht es aber beim subjektiven Aspekt aus: denn wenn wir schon sagen müßten, daß alle Kunstbewertung letztlich subjektiv ist, so gibt es doch recht objektive Unterscheidungsmöglichkeiten hinsichtlich der verschiedenen Motive unter den - echten oder vermeintlichen - Kunstliebhabern. Und das ist inzwischen sehr entscheidend für das, was uns offiziell als Kunst vorgestellt wird.

Wie etabliert man sich als Künstler?

Unsere obigen Betrachtungen führen zu einigen etwas ernüchternden Konsequenzen für den jungen praktizierenden Künstler. Früher war doch nur mit biedermeierlicher Kunst ein Geschäft zu machen, die in den Schaufenstern der Innenstadt einem Laufpublikum zum unmittelbaren Erwerb angeboten wurde, aber jetzt ist offensichtlich auch sog. avantgardistische Kunst ein Geschäft geworden. Anders läßt sich die Vielzahl der Galerien nicht erklären, die eine solche Kunst anbieten, denn irgendwie - so sollte man meinen - müssen ja alle davon leben. Auf nähere Sicht aber gibt es sehr unterschiedliche Methoden, nach denen die Galerien auf ihre Kosten kommen.

Die historische Rolle des Protestantismus

(Dieser Artikel ist derzeitig sehr aktuell, weil er auch etwas zur Identität des neuen deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck beiträgt, bei dem man es als ehemaligem protestantischen Pfarrer für selbstverständlich hält, daß ihm die soziale Frage wichtig sei.) Ein paradoxer Umstand liegt darin, daß der europäische Kapitalismus seine äußerste Entwicklungsphase keineswegs durch einen neuen Impuls in Richtung auf Äußerlichkeit und Verweltlichung, sondern eher in Richtung auf Weltabkehr einleitete. Und zwar vollzog sich das durch den Einfluß des Protestantismus. Daß dieser letztlich den Kapitalismus gefördert hat, ist durchaus keine neue Erkenntnis, sie bedarf aber doch immer wieder der theoretischen Erklärung, weil sie unsere landläufige Ethik auf den Kopf stellt.

Lohengrin-Leserbrief

Offenbar gibt es bei den heutigen Operninszenierungen ein grundsätzliches Mißverständnis – nämlich, daß sie in jedem Fall originell sein sollten. Wenn diese Auffassung sich auch auf die musikalische Darbietung erstreckte, würde uns bald nicht nur das Sehen, sondern auch noch das Hören vergehen. Selbstverständlich hat auch jeder Dirigent, Instrumentalist oder Sänger sein persönliches Temperament und seine persönliche Auffassung von dem optimalen Ausdruck, aber das geht doch nicht so weit, daß man ihm originelle Ein- bzw. Ausfälle gestattet, wie man sie nur von Musikalclowns erwartet. Offensichtlich griff hier eine äußerst dumme Mode um sich, die die Frage aufwirft, ob der (etablierte) Mensch eher ein Herdentier oder immer noch ein selbstbestimmtes Wesen ist. Das hat ernste Konsequenzen für unseren Kulturbetrieb: Läuft Etablierung auf Vermassung hinaus?

Die Bedeutung des Geschichtsbewußtseins

Wie wichtig das historische Bewußtsein in den Köpfen der zivilisationsgestaltenden Individuen ist und wie sehr beide zueinander rückgekoppelt sind, zeigt sich besonders dann, wenn es offensichtlich fehlt. Ein streitbares Thema dazu ist der Neubau des Berliner Stadtschlosses, zu dem wir vielleicht eine etwas 'aristokratisch' anmutende Einstellung haben. Dieses Thema wird übrigens im Zusammenhang mit der Euro-Krise wieder aktuell, weil es etwas zur nationalstaatlichen Identität wie auch zu deren Entstehung sagt.

Ein Ausweg aus der Euro-Krise?

Überall schießen derzeit neue Gruppierungen wie Pilze aus dem Boden. Eine davon ist die sog. 'Partei der Vernunft', zu der auch die bekannte politische Agitatorin Vera Lengsfeld gehört. Unser Interview mit ihr offenbart ihre ganz eigenen und verblüffend neuen Ideen zur Lösung der Krise.

Buddhismus

Aus einer zur Introversion neigenden Philosophie ist die buddhistische Lehre entstanden. Der eigentliche Buddha - Gautama, ca. 56o-48o v.Chr. - war nur der Verkünder der Heilslehre, also eigentlich noch nicht einmal das, was wir uns unter einem Propheten vorstellen, da er nicht von einem Gott kündete. Gewissermaßen aus der inneren Not der Gläubigen, die etwas Handfestes benötigten, an das sich ihr Glaube binden konnte, machten sie ihn selbst zum Gott.

Die Verkirchlichung der Religion

Es gibt einen ausgesprochenen Gegensatz von Kirche und Religion, der einem universalen Thema entspricht, das wir schon aus dem Bereich der Biologie bei der Organisation von Zellstrukturen kennen: Es ist der Gegensatz von Konzentration und Dekonzentration. Offensichtlich handelt es sich hierbei um eine fundamentale Polarität. Durch Konzentration latenter Strukturen wird eine reale Macht aufgebaut, während gleichzeitig die Randbereiche entsprechend ausgedünnt werden. Dieser Gegensatz tritt auch in der Wirtschaft und in der Politik in Erscheinung, wo er als Gegensatz zwischen Oligarchie und Demokratie bzw. als Gegensatz zwischen dem rechten und linken Flügel des Parlaments bekannt ist. Das geht zurück auf die Sitzordnung in der französischen Nationalversammlung von 1789. Aber wir sollten das eigentliche Prinzip sehen, das dabei wirksam ist.

Gesammelte Dummheiten

Eine noch relativ neue Rubrik. -- Man sollte es nicht für möglich halten, aber jetzt ist es amtlich: Zuerst war das Huhn da und erst dann das Ei ..., Neues von unserem Fernsehphilosophen Peter Sloterdijk usw.: ...   Aktuelle Nachrichten zu Äußerungen oder Handlungen prominenter Persönlichkeiten oder über "paradigmatische" Strukturen, die offenbar typisch für die Ratlosigkeit unserer Gesellschaft sind. Gerne nehmen wir dazu noch weitere Vorschläge an.

Der Melancholiker als Grundtypus des Philosophen

Der Melancholiker ist gemäß der traditionellen Zuordnung eines der vier Haupttemperamente des Menschen. Er ist ein sehr interessantes Thema in der Kulturgeschichte und auch in gewisser Weise identisch mit dem Bild des Philosophen schlechthin, wie er auf unserer Frontseite abgebildet ist. Als Grundtyp ist er ein wesentlicher Kulturträger.

Kunstmenschen

Mit der Herstellung seines Ebenbildes stellt sich der Mensch in gewisser Hinsicht selbst an Gottes Stelle und wird dadurch zu einem Prometheus. Wenn er sich gar anmaßt, in das menschliche Genom einzugreifen und dieses zu manipulieren, wird die Frage der Legitimation und der Folgen in moralischer und faktischer Hinsicht zu einem ethischen Grundproblem. Am Ende wird der Zauberlehrling die Geister, die er rief, nicht mehr los, so sehr er das dann auch wünschen würde. Aber die Frage nach den grundsätzlichen Grenzen ist immer eine Frage des fundamentalen ethischen Selbstverständnisses einer Gesellschaft und ihrer tieferen Identität.

Die Suche nach dem Orient

Was bedeutet das Wort Orientierung ?

Ist der Fanatismus umlenkbar?

Diese Frage erscheint sehr aktuell - besonders wenn man an die verschiedenen Formen des religiösen Fanatismus denkt, die auf Seiten aller Religionen anzutreffen sind und insofern eher eine Eigenschaft des Temperaments als des jeweiligen Inhaltes zu sein scheinen. Aber auch in einigen anderen Diskussionen stellt sie sich, besonders in der gegenwärtigen Anti-Raucher-Kampagne. Obwohl wir die grundsätzliche Berechtigung für eine Eindämmung des öffentlichen Rauchens nicht bestreiten wollen, können wir angesichts der Art und Weise, wie sich die Rauchergegner präsentieren, doch der Versuchung nicht widerstehen, hier eine bewußt polemische Frage zu stellen: Könnte man deren Fanatismus, sein inhärentes Potential, der bzw. das sich da zeigt, nicht auch auf viel lohnendere Ziele ansetzen? -- Doch, doch!: Die gibt es durchaus!

 

 

 
 
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