Thema Kosmologie und Philosophie

Was ist Selbstzweck?

 

(Dieser Artikel entspricht weitgehend dem von uns in Wikipedia eingestellten Eintrag und ist nur in einigen Passagen etwas ausführlicher.)

 

Der Begriff Selbstzweck bezeichnet einen Vorgang oder eine menschliche Betätigung, die ihren Wert in sich selbst hat und nicht als Mittel zur Verfolgung eines anderen Zweckes dient. Der Begriff ist allerdings mißverständlich und widersprüchlich, denn er hängt sehr davon ab, was man unter dem Selbst und damit unter der jeweils eigenen Motivation versteht. Damit erheben sich zugleich die Fragen…

  • nach der Grenze zwischen Subjekt und Objekt.
  • nach der Grenze zwischen Idealismus und Egoismus
  • nach der Grenze zwischen Absicht und Absichtslosigkeit
  • nach der Selbstbestimmung und eigentlichen Motivation des Menschen überhaupt.

Aspekte des Selbstzwecks in der Mystik

Eine besondere Form des Selbstzweckes und der damit verbundenen Sinnproblematik, die den Zweck derartig überhöht, daß er jeden normalen Bezug verliert und sich damit auch des Egoismus verdächtig macht, findet sich in der Lebensweise von asketischen Eremiten. Mit dieser sind auch Aspekte der Religion und der Wahrheitssuche verbunden. Es hat immer einzelne Menschen gegeben, denen das Leben in der menschlichen Gemeinschaft als nichtig erschien, weil es sie ihrer Meinung nach vom Wesentlichen und dem Bemühen ablenkte, eine höhere Wahrheit und Gottesnähe zu finden. Diese sog. Eremiten versuchen, unter Verzicht aller Vorzüge der gesellschaftlichen Versorgung nur für sich selbst zu leben. Sie lassen sich auch als Mystiker sehen, und ihre Verhaltens- und Lebensweise entspricht derjenigen von Mönchen, von denen sie sich aber dadurch unterscheiden, daß sie weder in einer Gemeinschaft mit anderen gleichgesinnten Menschen leben noch auch sich unter irgendeine Ordensregel fügen. Insofern gehören sie zu denjenigen Menschen, die nur in sich selbst nach einer höheren Wahrheit suchen. Das entspricht jedoch dem streng überhöhten Gebot des christlichen Mystikers Meister Eckhart, von dem das folgende Zitat stammt:

Man soll Gott nicht als außerhalb von einem selbst erfassen und ansehen, sondern als sein Eigen und als das, was in einem ist; zudem soll man nicht dienen noch wirken um irgendein Warum, weder um Gott noch um die eigene Ehre noch um irgend etwas. Manche einfältige Leute wähnen, sie sollten Gott [so] sehen, als stünde er dort und sie hier. Dem ist nicht so. Gott und ich, wir sind eins. Durch das Erkennen nehme ich Gott in mich hinein; durch die Liebe hingegen gehe ich in Gott ein.[1]
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