Thema Kosmologie und Philosophie

Kopie Von Barbieri Astrologie Allegorie

    KOSMOLOGIE UND PHILOSOPHIE
 
    Auch das Teilchen, das du darstellst,
    ist immer mit seinem Blick,
    so winzig es ist,
    auf das All hin gerichtet.
    Du aber bemerkst es gar nicht,
    daß alles Werden
    um jenes willen da ist,
    auf daß dem Leben des Alls
    selige Wesenheit eigne,
    aber nicht um deinetwillen;
    nein, du wirst um seinetwillen.
          (Platon: Gesetze 903.)

 
 

Hier sind Beiträge zu den Themen Kosmologie, Philosophie und Religion eingeordnet. Es gibt dabei eine gewisse thematische Überschneidung mit den Admin-Essays. Sie wurden aber hier eingeordnet, weill sie von unseren anderen Autoren stammen. Allerdings enthalten einige der hier zugeordneten Beiträge ebenfalls Illustrationen des gleichen Malers G.V. Pedes (der auch Herausgeber des 'Ouroboros'-Buches ist). Diese können auch als Poster über unseren Verlag bestellt oder angefordert werden.

Verfasserhinweise im Redaktionswegweiser

Der aktuelle Weg zur Wahrheit

(Dieser Artikel zur Lage der gegenwärtigen Universitätsphilosophie befindet sich in einer anderen Kategorie, da er mehr über unser Paradigma als über generelle Inhalte aussagt.)

Spiegelwelt

Bekanntlich wird unser Bild vor dem Spiegel zwar horizontal, nicht aber vertikal verkehrt. Es ist also nicht so wie auf der Mattscheibe einer alten Plattenkamera, auf der beide Koordinaten verkehrt sind, was sich nach den optischen Gesetzen leicht erklären läßt. Im Gegensatz dazu gibt es zwar für das Spiegelphänomen alle möglichen Theorien, die aber alle letztlich nicht wirklich befriedigen. Bei den Deutungsversuchen gelangen wir unweigerlich in eine Grenzregion zwischen Verstandes- und Gefühlsdeutung, zwischen Subjekt- und Objektaspekt.

O si tacuisses - philosophus mansisses!

Eine kurze Kritik der zynischen Vernunft unseres Fernsehphilosophen Peter Sloterdijk.

Das Problem der Rechts-links-Unterscheidung

Das Problem der Rechts-links-Unterscheidung (Seitenverkehrung) scheint mit unserer evolutionär erworbenen Koordinationsfähigkeit hinsichtlich der räumlichen Dimensionen zu tun zu haben. In der Alltagspraxis haben viele Menschen noch als Erwachsene erhebliche Schwierigkeiten damit. Nach der Ansicht einiger sog. Kognitionspsychologen, die sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen, handelt es sich bei dieser Unterscheidung nämlich tatsächlich lediglich um eine bloße Konvention, also im Gegensatz zu der Vorne-hinten- oder Oben-unten-Unterscheidung nicht um etwas objektiv Vorgegebenes. Das erscheint zwar einerseits trivial, hat aber andererseits abgründige Konsequenzen.

Der wahre Newton

Der bekannte Ökonom John Meynard Keynes ersteigerte 1936 Newtons Handschriften sowie einen Großteil seiner Privatbibliothek. Nach deren Durchsicht kam man am Kings College in Cambridge zu der Überzeugung, daß Newton sich den größten Teil seines Lebens hindurch vornehmlich und durchgehend mit alchemistischer Literatur und darauf basierenden Experimenten beschäftigt hat und daß diese einen erheblichen Einfluß auf seine physikalischen Theorien, vor allem auf seine Gravitationstheorie und dort namentlich auf seine Theorie der Fernwirkung hatte.

Die Welt als Simulation

Angenommen, die Internet-Rollenspiele werden immer weiter perfektioniert - in dreidimensionaler Ausführung usw. -, ist dann nicht irgendwann das Realitätserlebnis derartig perfekt, daß der Spieler, wenn er endlich seinen Computer wieder ausschaltet, nicht mehr weiß, wo die Grenze zwischen jener und dieser Realität ist? Damit ständen wir vor der Frage, ob unsere scheinbar so objektiv-physikalische Welt nicht auch tatsächlich nur eine geistige sein könnte. Die Antwort lautet: Natürlich könnte sie das! Auch der bekannte Film ‚Matrix’ ging von einer künstlich geschaffenen Wirklichkeit aus und bot dafür eine sehr plastische Modellsituation.

Die Welt als Projektion

Wenn wir von der Frage der möglichen Existenz außerirdischer Wesen absehen, ist die menschliche Seele, also auch unser persönliches Bewußtsein, die höchste Monade des sich selbst denkenden Universums, dabei jedoch nur dessen Atman. Den Brahman wiederum können wir uns als eine einzige sich selbst denkende Geistkugel vorstellen, obwohl er natürlich unkörperlich ist und insofern keine Gestalt hat. Dennoch aber ist seine äußerste Schale  gestalthaft, nur ist es eben keine sichtbare Kugelschale. Was als die äußerste Schale dieser Kugel emaniert wird, ist tatsächlich das uns erscheinende drei- bzw. vierdimensionale Universum.

Das Raum-Zeit-Paradoxon

Sind der totale Raum und die Zeit unendlich oder endlich? Beide Antworten sind paradox, weil es einerseits eine reale Unendlichkeit nicht geben kann, da jedes reale Konkretum endlich begrenzt sein muß, sich aber andererseits auch kein konkreter Anfang oder Ende des Raumes oder der Zeit denken läßt. Da aber beide - Raum und Zeit - die elementaren Koordinaten unserer Realität sind, stellt sich mit der Frage nach ihrer Natur auch die Frage nach der eigentlichen Natur unseres Universums und unserer Realität.

Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde.

Der schweizer Psychologe Jean Piaget hat sehr bewußt seinem wichtigsten Buch den Titel ‚Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde’ gegeben, denn er ging infolge zahlreicher Beobachtungen mit Kleinkindern davon aus, daß das Kind sich nicht einer vorgegebenen Welt lernend nähert, die wir später für die Wirklichkeit halten, sondern daß es erst diese Wirklichkeit herstellt. So gesehen mußte das Kind nicht erst lernen, wie die Welt tatsächlich ist, sondern wir haben es als Erwachsene nur vergessen. Das bedeutet, daß die Welt ein Konstrukt des Geistes ist und sich erst in diesem entfaltet.

Das Kausalitätsproblem (Der Apropostes-Dialog: Ceterum censeo canes cuniculorum cognationes causarum causarii cogitant.)

Die Kausalitätsproblematik beschäftigte bereits die antiken Philosophen. Aristoteles etwa unterschied vier Arten von ‚Ursachen’: causa materialis, formalis, efficiens und finalis. Material-, Form-, Wirkungs- und Zweckursache. Diese Unterscheidung wurde von vielen anderen Philosophen in verschiedenen Versionen übernommen. Bemerkenswert - besonders unter dem Aspekt der einbezogenen Unterscheidung zwischen räumlicher und zeitlicher Dimension - ist auch der berühmte Kaninchen-Dialog des Apropostes, in philosophischen Examina studentisch bekanntlich oft als sog. 8C-Dialog bezeichnet, dessen Urschrift leider beim Brand der Bibliothek von Alexandria vernichtet wurde, der uns aber in seiner lateinischen Fassung unter dem Titel Ceterum censeo canes cuniculorum cognationes causarum causarii cogitant - wörtlich etwa: Übrigens bin ich der Ansicht, daß die Hunde (nur) kränklich als der Kaninchen zugehörige Ursache erdacht werden - noch erhalten geblieben ist.

Was ist ein archetypisches Symbol?

Ein archetypisches Symbol ist ein Bedeutungsträger, der für ein Grundthema des von dem schweizer Psychologen Carl Gustav Jung so bezeichneten ‚kollektiven Unbewußten’ steht. Die damit zum Ausdruck gebrachten Zusammenhänge können unter anderem in Träumen oder Schlüsselsituationen in Erscheinung treten. Indem Jung sich mit den sehr abstrakten Archetypen beschäftigt hat, hat er dabei vor allem die viel konkreteren archetypischen Symbole thematisiert. Sie sind die tiefste Wurzel der Realität.

Alles hat einen Bezugsrahmen

Ein Grunddilemma unseres westlichen Weltbildes liegt darin, daß wir weitgehend von der Vorstellung bestimmt sind, daß unsere Welt aus nur für sich verständlichen Einzeldingen besteht. Das ist die Folge der Unterteilung in diverse Schulfächer, die uns bereits in der Schule nahegelegt wird und sich in der Fachbezogenheit in Universität und Wissenschaft fortsetzt. Tatsächlich ist aber alles immer nur ein jeweils besonderer Aspekt eines alles übergreifenden Ganzen. Der in diesem Zusammenhang wichtige Begriff des Bezugsrahmens entspricht somit einer ‚ganzheitlichen’ Betrachtungsweise. Jedes vermeintliche Einzelding steht vor einer Kulisse, einem Hintergrund, beziehungsweise ist nur aus einem bestimmten Zusammenhang verständlich, auf den es bezogen ist.

Was ist Selbstzweck?

Der Begriff Selbstzweck bezeichnet einen Vorgang oder eine menschliche Betätigung, die ihren Wert in sich selbst hat und nicht als Mittel zur Verfolgung eines anderen Zweckes dient. Der Begriff ist allerdings missverständlich und widersprüchlich, denn er hängt sehr davon ab, was man unter dem Selbst und damit unter der jeweils eigenen Motivation versteht. Damit erheben sich zugleich die Fragen nach der Grenze zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Idealismus und Egoismus, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit sowie nach der Selbstbestimmung und eigentlichen Motivation des Menschen überhaupt.

Das Problem der Masse (als Aspekt der Materie)

Das Grundaxiom des naturwissenschaftlichen Psitivismus ist die Existenz der Materie. Aber ist deren Existenz wirklich so unhinterfragbar, wie es dabei unterstellt wird? Ansich müssen wir nämlich sagen, es gäbe lediglich den Materialismus, nicht aber das, worauf er ansich gründet, nämlich die Materie oder deren Synonym, die Masse! Während der Begriff der Masse in der Physik heute in ein starres quantitativ bestimmtes Formelkorsett gefaßt und fixiert und in der Soziologie nur auf große Menschenmengen bezogen ist, bleibt er in seiner philosophischen Form immer noch sehr problematisch. Daß davon auch das - nur definitorisch abgegrenzte - physikalische Verständnis nicht unberührt bleibt, hat der Autor Max Jammer so ausgedrückt: "Eine der erstaunlichsten Tatsachen in der Geschichte der Physik ist die Unklarheit in der Definition des Schlüsselbegriffs der Dynamik, nämlich dem der Masse…"

Das Problem der Selbsterschaffung

Selbstzeugung ist strenggenommen ein Vorgang, bei dem etwas sich selbst voraussetzungslos aus dem Nichts hervorbringt. Das Thema ist neuerdings in etwas abgewandelter Form aktuell als Problematik der Selbstreproduktion: Ist es möglich, z.B. Roboter oder künstliche Organismen zu erschaffen, die in der Lage sind, ihre identischen Ebenbilder zu reproduzieren? Das Thema führt unmittelbar zurück zu der Problematik der Entstehung des Lebens überhaupt.

 

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