Thema Euro-Krise

 

Die wahre Geschichte des Euro

 

 

 

Kopie Von Kohl Und Mitterand 3

Das Prinzip des arche-
 typischen Kugelwürfels

 

 

 

Einige Vorüberlegungen

 

Den deutschen Bürgern wurde bei der Einführung des Euro viel über deren angebliche Vorteile erzählt. Vor allem war sie danach eine Möglichkeit, der oft als bedrohlich gesehenen Vorherrschaft des Dollars zu entkommen. Daß dabei aber hauptsächlich innereuropäische Gründe im Vordergrund standen und daß die neue europäische Gemeinschaftswährung vor allem ein Opfer der Deutschen war, wurde diesen gegenüber verschwiegen.

 
 

Im Zentrum dieses unmöglichen Projektes standen zwei Völker, die einerseits von ihren Wurzeln her Schwesternationen waren, aber sich durch ihre Geschichte so auseinanderentwickelt hatten, daß sie nicht mehr so sehr vereinigt werden konnten, wie es zum Funktionieren einer Gemeinschaftswährung unabdingbar war. Eine kulturelle Bruderschaft war durchaus möglich und hatte sich vielfach bewährt und auch die gegenseitige Kreativität gefördert, aber eine gemeinsame Währung ist etwas anderes. Sie funktioniert schon innerhalb Deutschlands nicht ohne Probleme, wie der permanente Streit über den Länderfinanzausgleich zeigt.

Otmar Emminger, der frühere Präsident der Deutschen Bundesbank sagte dazu 2007:

„Den größten Einfluss auf eine stärkere europäische währungspolitische Zusammenarbeit in den sechziger Jahren übte nicht die europäische Rivalität mit dem Dollar oder der Wunsch nach Nachahmung des Reservewährungsstatus der USA aus. Die zentrale Zielsetzung wurde der Wunsch der anderen europäischen Länder, insbesondere Frankreichs, der Stärke der D-Mark entgegenzutreten, die in der Nachkriegszeit infolge der Dollar- und Pfundschwäche entstand.“

Man versprach sich von der Gemeinschaftswährung auch ein Ende der ständigen Wechselkursschwankungen. Das würde, so meinte man, den gemeinsamen Markt und das gemeinsame Wachstum fördern und Europa gegen andere Wirtschaftsräume wie die USA oder China wettbewerbsfähiger machen. Der europäische Binnenmarkt machte immerhin 20% der Weltwirtschaft aus und übertraf mit über 300 Millionen Menschen sogar den der USA.

Was aber als Friedenprojekt gedacht war, spaltet heute die europäischen Völker. Wir erkennen allmählich, daß für dieses ehrgeizige Projekt die Volksmentalitäten und daraus resultierenden Wirtschaftsweisen offensichtlich zu unterschiedlich sind. Sie lassen sich nicht in einer Währung zusammenfassen. Heute stehen besonders die äußersten Exponenten am Pranger: Griechenland und Deutschland. Die Südstaten werden durch den gemeinsamen Wechselkurs überfordert und die Nordstaaten unterfordert

So war das nicht gedacht gewesen. Der Gedanke erschien logisch, denn es ist nicht immer ganz klar, wo die Grenze von Gemeinsamkeiten verläuft; man muß es eben wohl immer erst praktisch erfahren. Der Grundgedanke der Gemeinschaftswährung ging eigentlich immer von den Franzosen aus, die sich davon ursprünglich einen größeren Schutz vor dem Dollar, später aber auch vor der D-Mark versprachen. Schon Victor Hugo, der berühmte Autor des Romanes ‚Der Glöckner von Notre Dame’, hatte im 19. Jahrhundert eine gemeinsame europäische Währung für seine Idee der Vereinigten Staaten von Europa vorgeschlagen – als Pendant zum Wirtschaftsraum der USA. Diesen zunächst noch sehr idealistischen und friedlichen Gedanken hatte später Charles de Gaulle wieder aufgegriffen, allerdings schon in deutlicher Konkurrenz zur übermächtigen Dollarherrschaft der USA. Erst für dessen Nachfolger trat dann der Schutzgedanke vor der immer deutlicher werdenden europäischen Vorherrschaft der D-Mark in den Vordergrund. Vielleicht wäre der Euro gar nicht entstanden, wenn sich die Franzosen nicht immer so sehr in Konkurrenz  zu ihrem Nachbarn auf der anderen Seite des Rheines gesehen hätten. Das hatte natürlich historische Gründe

Woher kommt eigentlich der Gedanke vom gegenseitigen Wirtschaftkrieg? Die Lehren von Adam Smith oder David Ricardo legen das jedenfalls noch nicht nahe. Hatten nicht auch die Deutschen gemäß der Idee vom komparativen Kostenvorteil akzeptiert, daß die japanischen Kameras und Motorräder irgendwann besser waren als die eigenen, daß die Amerikaner als Pioniere der Computertechnik unaufholbar waren und daß man sich damit begnügen konnte, deren Produkte einfach zu kaufen und sich stattdessen auf andere Dinge zu verlegen? Hatten sie es nicht auch den Angelsachsen überlassen, sich auf ihren Finanzmärkten auszutoben, weil die da ohnehin alle Fäden in der Hand hatten, und sich stattdessen ein anderes Standbein und eine Nische bei den Volksbanken verschafft? Hätten nicht auch die  Franzosen sich darauf beschränken können, einfach nur wie noch in den 1960er und 70er Jahren die intelligenteren Autos zu bauen und dieses Prinzip zu forcieren, statt auch darin sich der deutschen Logik zu unterwerfen, bis die französischen nur noch durch günstigere Preise gegenüber dem aggressiven Lobbying der deutschen Autoindustrie konkurrenzfähig blieben? Hätten sie nicht nur einfach die logische Perspektive wechseln müssen und sich zum Beispiel mehr auf den kulturellen Sektor zurückziehen können? Infolge der deutschen Schwächung nach dem Desaster des dritten Reiches hatten sie da ja noch immer den größeren internationalen Prestigevorsprung. Hatten die Franzosen deshalb nicht zunächst auch in Jean Paul Sartre sogar einen Intellektuellen von der internationalen Strahlkraft eines Voltaire, dem Friedrich der Große seinerzeit verriet, daß er selbst nur die französische Sprache beherrschte? Es gibt eben überall en permanentes Auf und Ab; das ist ganz natürlich und auch gegenseitig anregend; da ist es doch möglich, einfach in eine andere Logik zu wechseln. Doch wer die Logik des anderen übernimmt, gerät unweigerlich in die Defensive, weil es nicht zwangsläufig die eigene ist. Selbst wenn sich Mitterand auf die Zehenspitzen gestellt hätte, hätte er damit nicht Kohl erreicht, aber schon der Versuch wäre absurd und unter seinem Niveau gewesen. Muß man sich im Zoo vor einen Elefanten stellen und sich von dessen Stärke einschüchtern lassen?

Aber es entspricht eben auch der französischen Tradition spätestens seit Richelieu, daß sie in ihrem Nachbarn jenseits des Rheines einen Kontrahenten sehen, den sie möglichst klein haben wollen. Und wenn es in der globalisierten Welt keine Türken mehr gibt, mit denen sie sich dabei gegen diesen Nachbarn verbinden können, so sind sie eben auf den Gedanken gekommen, sich mit ihnen in den gemeinsamen Sack des Euro stecken zu lassen, um mit ihm zusammen unterzugehen, weil darin jedem die Luft ausgehen würde. Hätte gerade ein Mensch wie Mitterand nicht auch andere Vorstellungen entwickeln können? Seine kommunistischen Partner in Frankreich hätten ihm das vielleicht nahe legen können, wenn nicht auch sie bereits ebenso wenig mit ihrer Ursprungsidee gemeinsam gehabt hätten wie die deutschen Sozialdemokraten.

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