Thema Euro-Krise

 

EURO-KRISE

             

 

Eine allgegenwärtige Bedrohung, die nicht nur unsere Gesellschaft insgesamt, sondern auch unsere jeweils eigene physische Versorgung betrifft und sogar unsere Gedanken und unsere Psyche durchdringt und fest im Griff hat. Wie kann man sich gegen einen Feind wehren, den man nicht fassen und begreifen kann, von dem man aber weiß oder zumindest fühlt, wie bedrohlich er ist?

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Dieses ist unsere jüngste und noch im Aufbau befindliche Kategorie (Stand 2013). Sie greift zunächst noch auf einige bereits früher verfaßte Artikel zurück, die noch in anderen Kategorien untergebracht sind und auch von dort aufgerufen werden können, aber entsprechend aktualisiert wurden oder werden. Einige hier aufgeführte Artikel wurden allerdings erst für diese Gruppe neu verfaßt und eingegliedert.

Dabei stellt sich wie in den Bereichen Politik und Wirtschaft eine Grundsatzfrage: Was machen diese Kategorien eigentlich überhaupt auf einer Homepage, deren Grundanspruch und -Thema die allgemeine Philosophie ist? Die Antwort dazu liegt in unserem besonderen Verständnis von Philosophie. Wir wollen diese nicht nur in einem Elfenbeinturm, sondern in ständiger Korrespondenz auch mit den Tagesereignissen betreiben, zugleich dabei aber den Abstand behalten, der unserem Selbstverständnis entspricht. Das ist es dann allerdings auch, was uns von den üblichen Medien unterscheidet, die nach unserer Sicht den Ereignissen zu nahe stehen und deshalb auch zumeist Teil des Systems und des damit verbundenen Problems sind. Vor allem macht sie nach unserer Sicht auch der schnelle Wechsel notwendigerweise zu oberflächlich, dem wir uns wohlweislich gerade prinzipiell entziehen. Das heißt, wir betrachten zwar den Strudel der Ereignisse, versuchen aber darin die grundsätzlichen Strukturen zu erkennen, ohne uns den Einzeldingen zu sehr auszuliefern. Das ist eine Frage des richtigen Abstandes, der damit zum eigentlichen Thema wird. Das beschreibt aber dennoch nur unseren Blick nach außen – und was folgt daraus für das Innen, also für uns selbst? Mit anderen Worten: Was bedeutet das für die Philosophie selbst, die wir so betreiben - gewinnt sie durch diese Nähe zum Außen oder zieht es sie doch zu sehr in einen Bereich, der die Skepsis der akademischen Philosophen (die wir dabei vermuten) verständlich und berechtigt macht? Wir wollen uns dazu nicht rechtfertigen, sondern die Beantwortung dieser Frage jedem selbst überlassen. Kommen wir also zu dem Themenkreis selbst, in deren Behandlung diese Frage am besten beantwortet wird.

Eine Euro-Krise?

Wenn es diese tatsächlich gäbe und sie in der behaupteten Weise mit Griechenland ausgebrochen wäre, dann stellte sich die Frage, warum seitdem nichts weiteres passiert ist. Tatsächlich handelte es sich aber um gar keine Krise - abgesehen davon, daß der Euro von Anfang an selbst ein Krisensymptom ist, das auf viel tiefere Wurzeln zurückgeht. So gesehen hat es Ende 2009 nur eine Krise der Finanzmärkte bzw. deren Räuspern gegeben, und nachdem sich diese wieder beruhigt haben, weil ihr die Opfer erbracht wurden, die sie erwarteten, scheint zumindest vorübergehend alles wieder wie zuvor zu sein. Aber es ist dringend nötig, daß wir diese Ereignisse als Warnung begreifen und daraus schnellstmöglich Konsequenzen ziehen - wozu gezwungenermaßen die südlichen Länder eher bereit sind als etwa die deutsche Kanzlerin, die es ihrer Wählerschaft immer noch zu vermitteln sucht (und wie es scheint, dabei recht erfolgreich), daß sie aus allem recht gut davongekommen sind.

Dabei wird aber übersehen, daß wir in einem übernationalen Gersamtsystem leben: Wenn im Monopoly-Spiel keiner mehr die hohen Mieten in der Parkstraße und Schloßallee bezahlen kann, ist das Spiel zu Ende, es sei denn, man zahlt denjenigen, die auf der Badstraße verblieben sind, wieder genügend Spielgeld zurück. Das ist letztlich auch der Zwang, unter dem sich die EU (zumindest angeblich) gegenüber Griechenland sieht. Unter anderem sind die europäischen 'Südstaaten' - abgesehen von der falschen Geldpolitik - auch ein Opfer des industriellen Konzentrationsprozesses. Und deshalb käme es einem Perpetuum mobile der Wirtschaft gleich, die "auskonzentrierten" Länder einfach abzuschneiden, denn wenn alle die internationalen und nationalen 'Eliten' sich in einen eigenen Elitestaat zurückzögen, würden sie sich selbst ihre Existenzbasis nehmen, und sicher ganz zwangsläufig würde sich in diesem ohnehin nur theoretischen Szenario das gleiche Rollenspiel zwischen Konzentrierten und Dekonzentrierten im verkleinerten Maßstab wiederholen. Letztlich läßt sich eben alles nur als Gesamtsystem verstehen, und nichts wäre falscher als hier ein kausales Gefüge zu vermuten. Tatsächlich ist der 'Tüchtige' immer nur ein Konzentrationsprofiteur eines bestimmten Systems.

Die wahre Geschichte des Euro

Erst seitdem die europäische Gemeinschaftswährung in die "Krise" gekommen ist, beginnen sich die meisten Bürger zu fragen, welche Hintergründe überhaupt zu ihrer Entstehung führten. Denn darüber wurden sie bis dahin nur mit Erklärungen abgefertigt, die sie weitgehend ratlos ließen. Wer und welche Interessen steckten also dahinter?

Hintergründe der Euro-Krise

Haben wir jetzt eine Krise oder nicht? Irgendwie ist die in einen labilen Zustand übergegangen und der Euro selbst zu einer Art Zombie geworden, der ebenso virtuell ist wie die ansich längst überfällige Inflation. Vielleicht handelte es sich nur um ein Hüsteln der Finanzmärkte draußen vor der Tür des Krankenzimmers, in dem die Gemeinschaftswährung seit ihrer Geburt liegt.

Die Euro-Kritik

Kurz vor der Einführung der neuen Gemeinschaftswährung im Jahr 1998 traten nicht weniger als 155 deutsche und österreichische Wirtschaftsprofessoren mit einem entsprechend dramatischen Aufruf an die Öffentlichkeit, um vor ihr zu warnen und zumindest dafür zu appellieren, sie nicht vorschnell auf den Weg zu bringen. Bereits im Sommer des Vorjahres hatten vier Wirtschaftsprofessoren deswegen eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht eingereicht,  hatten damit allerdings keinen Erfolg. Die Kläger erklärten das mit der Angst der Richter vor den Finanzmärkten und dem von ihnen befürchtetem Zusammenbruch des Euro-Systems. Das Gericht habe den Weg der Rechtsklärung vermieden und die Rechtsschutzverweigerung vorgezogen.

Die griechische Euro-Tragödie

Der Erinnyen schwarze Schar raubt dem, der glücklich ohne Recht, in rückgewandtem Schicksalsgang des Glückes Glanz. (Aischylos: Agamemnon 461)

Die Wächter und Retter

Die sogenannte Troika - bestehend aus der Europäischen Zentralbank, der Euro-Gruppe und dem Internationalen Währungsfonds - wurde zur angeblichen Rettung Griechenlands neu eingerichtet. Was aber will sie wirklich erreichen?

Hintergründe der Dollar-Hegemonie

Eines der Hauptargumente bei der Einführung des Euro war, daß man mit einer Gemeinschaftswährung und einem größeren Binnenmarkt wirkungsvoller gegenüber der Dollar-Hegemonie auftreten könnte. Aber die Hegemonie des Dollars beruht am wenigsten auf der Größe des US-Binnenmarktes. Vielmehr stehen den USA dafür auch militärische Mittel zur Verfügung. Daß sie aber nicht nur diese recht bedenkenkenlos einsetzen, sondern im Zuge der gleichen Zweckverfolgung sich zudem am Besitz anderer Länder - vor allem auch dem ihrer Freunde (namentlich unserem) - auf höchst kriminelle Weise vergreifen, wurde in letzter Zeit immer öffentlicher vermutet. Was spricht dafür?

Ist der Euro ein 'Teuro'?

Die Frage, ob der Euro ein sog. Teuro ist oder nicht, wird besonders von offizieller Seite vornehmlich verneint und dabei gerne das Argument der niedrigen Inflationsrate vorgeschoben sowie mit der Unterscheidung zwischen einer wahrgenommenen und realen bzw. wahren Teuerung abgewehrt. Diese Verbindungen bedürfen allerdings bereits einer kritischen Analyse.

Die deutsche Sonderrolle vor und während der Krise.

Im Auge des Orkans

Offensichtlich hat die Krise alles auf den Kopf gestellt - und so befindet sich ausgerechnet das nach Angabe seiner Weisen bisher so sehr um seinen Standort bangen müssende Deutschland, daß es darüber noch nicht einmal die innenpolitisch dringendsten Maßnahmen finanzieren konnte, nun plötzlich in der Rolle des europäischen Musterlandes - mit einer Kanzlerin, die zugleich als angeblich mächtigste Frau gilt, obwohl sie alle ihre Aufgaben stets nur vor sich hergeschoben hat und sich noch nicht einmal in ihrem eigenen Kabinett durchsetzen konnte: Tatsächlich ist die vordergründig so stabil und stark erscheinende Situation nur mit derjenigen im Auge eines Orkans zu vergleichen.

Die virtuelle Kanzlerin

„Entweder halten wir alles für gesichert und real - oder eben nicht“, heißt es bei Castanedas Don Juan in dessen Lehre des 'Nichttuns'. „Wenn wir das erstere tun, dann enden wir in tödlicher Langeweile an uns selbst und der Welt. Wenn wir das letztere tun und unsere persönliche Geschichte auslöschen, dann schaffen wir einen Nebel um uns her, einen sehr erregenden und geheimnisvollen Zustand, bei dem niemand weiß, wo der Hase hervorspringen wird.“ Das alles könnte ebenso über dem Schreibtisch unserer Kanzlerin stehen, doch sie lehrt uns, diese Weisheit nicht zu weit zu treiben und sich selbst eben nicht der Unberechenbarkeit solcher Hasen auszuliefern. Wie in der bekannten Geschichte des Wettlaufes zwischen Igel und Hase kommt es dabei darauf an, daß man dennoch stets als Erster am Ziel ist und allen noch so eifrigen Hasen entgegenruft: „Ich bin schon lange da!“

Die Stärken und Schwächen der deutschen Wirtschaft

Das europäische Grundproblem, das sich besonders in der Fehlkonstruktion der Gemeinschaftswährung ausdrückt, liegt in der Tatsache, daß es zwei verschiedene Ansätze zum Verständnis der Art und Weise gibt, wie gemeinsam zu wirtschaften ist. Das führt auch zu falschen Vorstellungen über die eigenen Stärken und Schwächen.

Wie deutsch ist noch die deutsche Autoindustrie?

Hinsichtlich unserer Rolle in der EU und bei der Bewältigung der Eurokrise sowie dem weltweiten Image unserer Wirtschaft kommt der deutschen Autoindustrie auf vielfache Weise eine besondere Bedeutung zu. Dabei sind aber vor allem nur vordergründige Projektionen im Spiel, denen die Realität nicht entspricht

Die Agenda 2010

In den Medien wird die sog. Agenda 2010 und das mit ihr zusammenhängende sog. ‚Hartz –IV’-Programm zu ihrem 10. Geburtstag immer noch gelobt. Man sieht offenbar auch vor dem Hintergrund der Euro-Krise keinen kausalen Zusammenhang zwischen den heutigen Ereignissen und der deutschen Agenda-Politik, meint sogar ihr verdanken zu können, dass man als Klassenprimus allen Anfechtungen zum Trotz noch einigermaßen davongekommen sei und glaubt auch innenpolitisch weiterhin an das thatchermäßige TINA-Programm. Also ein Erfolg auf ganzer Linie?

 

Parallelwährungen

Wir sind zwar irgendwie in den Euro hineingeraten, aber - so wird uns jedenfalls gesagt - es gibt keine Möglichkeit mehr, ihm zu entrinnen. Wenn es aber immer offensichtlicher wird, daß es auch keine Möglichkeit gibt, in ihm zu bleiben, steuern wir unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu. Parallelwährungen werden aber inzwischen als Möglichkeit zum organischen Ausstieg immer mehr diskutiert, wobei der Euro dennoch als Buchgeld oder Hortungsgeld erhalten bliebe

 

Schon früher eingestellte Artikel, die unter dem Thema der Krise aktualisiert wurden und für dieses besonders wichtig und interessant sind:

Der Wirtschaftskörper als Organismus

Einige Grundsatzüberlegungen zum Verständinis der der Euro-Krise zugrundeliegenden Verspannungen.

Der Teufelskreis der Globalisierung

Ein schon älterer Artikel, der inzwischen aktualisiert wurde. Dabei ist es interessant, daß das nur in wenigen Absätzen nötig war. Ohne den seit etwa drei Jahrzehnten herrschenden Globalisierungsglauben wäre es wohl kaum zu der heutigen Euro-Krise gekommen.

Privatisierungen

Auch dieses Kapitel gehört zu den vorausgehenden Weichenstellungen, ohne die es zu der gegenwärtigen Krise nicht gekommen wäre.

Tauschringe

Ein Vorzug jeder Wirtschaftskrise ist die Tatsache, daß man die Wirtschaft uim Gegensatz zur Umwelt nie völlig zerstören kann, denn als Basiswirtschaft erhebt sie sich zwangsläufuíg immer wieder wie ein Phönix aus der Asche. Ein deshalb nur scheinbar neuartiges Wirtschaftsphänomen sind die in den letzten zwanzig oder dreißig Jahren in allen Regionen entstandenen und immer noch neu entstehenden Tauschringe. Es sind Mikromärkte mit einer jeweils eigenen Währung.

Die Banken

Völlig zu Recht wird den Banken und den mit ihnen verbundenen 'Global Players' eine Grundverantwortung an der Kapitalismus-Krise (die die Euro-Krise ja vor allem ist) zugeschrieben.

Die Europäische Union

Ebenso wie den Banken kommt auch Brüssel eine tragende Rolle bei den in der Krise offenbar gewordenen Entartungserscheinungen zu. Immer mehr werden sich die Bürger Europas der Tatsache bewußt, daß sie sich mit der EU - in der Form, wie sich diese leider entwickelt hat - einen nicht mehr verantwortbaren Moloch aufgeladen haben, von dem sie sich eigentlich so weit wie möglich befreien müßten.

Die Politik des IWF

Der IWF setzt innerhalb der sog. Troika mit der Griechenland-'Rettung' nur eine Politik fort, die er so auch unter anderem in Südamerika praktizierte und die die dortigen Menschen auf die Straße brachte. Damit erwies er sich dort - frei nach Goethe - als "die Kraft, die das Böse wollte und das Gute schaffte". Vielleicht sollten sich die griechischen Bürger dort nach Rezepten umsehen, wie sie sich gegen die Troika wehren können.

Lateinamerika aktuell

In Lateinamerika wütete der IWF besonders folgenreich und hat gerade in jüngster Zeit wieder die Menschen auf die Sraßen getrieben. Aus der Spur der Verwüstungen, die er dort hinterließ, läßt sich einiges auch für die "Rettungs"-aktionen der 'Troika' lernen, in der ja der IWF inzwischen zum Wortführer wurde. Was in Argentinien daraus folgte, wird wohl unweigerlich auch in Griechenland geschehen.

Der deutsche Staatshaushalt

Welche Folgen hat die Krise für die vorläufige deutsche und internationale Bilanz der Staatshaushalte?

 

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Nach den bereits eingegliederten Artikeln sind noch eine Reihe weiterer geplant, die in etwa den folgenden Themen entsprechen:

  1. Chronik der Euro-Krise
  2. Die US-Hypothekenkrise
  3. Die sogenannten PIGS
  4. Der sonstige Weltzustand
  5. Die Seilschaften
  6. Die Finanzmärkte
  7. Im Zentrum des Zyklons: Deutschlands ambivalente Sonderrolle
  8. Wann kommt die Revolution?
  9. Auswege
  10. Medien und Sachverständige
  11. Der Exodus der Intelligenz

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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