Thema Esoterik

 

Seelenwanderung 1

 

 

Sterbeerlebnisse, ‚Out-of-Body’ und Reinkarnation

 

Ein Mensch liegt im Sterben. Während seine körperliche Bedrängnis sich ihrem Höhepunkt nähert, hört er, wie der Arzt ihn für tot erklärt. Mit einem Mal nimmt er ein ungeahntes Geräusch wahr, ein durchdringendes Läuten oder Brummen, und zugleich hat er das Gefühl, daß er sich sehr rasch durch einen langen, dunklen Tunnel bewegt. Danach befindet er sich plötzlich außerhalb seines Körpers, jedoch in derselben Umgebung wie zuvor. Als ob er ein Beobachter wäre, blickt er nun aus einiger Entfernung auf seinen eigenen Körper. In seinen Gefühlen zutiefst aufgewühlt, wohnt er von diesem seltsamen Beobachtungsposten aus den Wiederbelebungsversuchen bei. Nach einiger Zeit fängt er sich und beginnt, sich immer mehr an seinen merkwürdigen Zustand zu gewöhnen. Wie er entdeckt, besitzt er noch immer einen 'Körper', der sich jedoch sowohl seiner Beschaffenheit als auch seinen Fähigkeiten nach wesentlich von dem physikalischen Körper, den er zurückgelassen hat, unterscheidet. Bald kommt es zu neuen Ereignissen. Andere Wesen nähern sich dem Sterbenden, um ihn zu begrüßen und ihm zu helfen. Er erblickt die Geistwesen bereits verstorbener Verwandter und Freunde, und ein Liebe und Wärme ausstrahlendes Wesen, wie er es noch nie gesehen hat, ein Lichtwesen, erscheint vor ihm. Dieses Wesen richtet - ohne Worte zu gebrauchen - eine Frage an ihn, die ihn dazu bewegen soll, sein Leben als Ganzes zu bewerten. Es hilft ihm dabei, indem es das Panorama der wichtigsten Stationen seines Lebens in einer blitzschnellen Rückschau an ihm vorüberziehen läßt. Einmal scheint es dem Sterbenden, als ob er sich einer Art Schranke oder Grenze näherte, die offenbar die Scheidelinie zwischen dem irdischen und dem folgenden Leben darstellt. Doch wird ihm klar, daß er zur Erde zurückkehren muß, da der Zeitpunkt seines Todes noch nicht gekommen ist. Er sträubt sich dagegen, denn seine Erfahrungen mit dem jenseitigen Leben haben ihn so sehr gefangengenommen, daß er nun nicht mehr umkehren möchte. Er ist von überwältigenden Gefühlen der Freude, der Liebe und des Friedens erfüllt. Trotz seines inneren Widerstandes - und ohne zu wissen, wie - vereinigt er sich dennoch wieder mit seinem physischen Körper und lebt weiter. Bei seinen späteren Versuchen, anderen Menschen von seinem Leben zu berichten, trifft er auf große Schwierigkeiten. Zunächst einmal vermag er keine menschlichen Worte zu finden, mit denen sich überirdische Geschehnisse dieser Art angemessen ausdrücken ließen. Da er zudem entdeckt, daß man ihm mit Spott begegnet, gibt er es ganz auf, anderen davon zu erzählen. Dennoch hinterläßt das Erlebnis tiefe Spuren in seinem Leben. Es beeinflußt namentlich die Art, wie der jeweilige Mensch dem Tod gegenübersteht und dessen Beziehungen zum Leben auffaßt. (R.A. Moody)

Dieses sind die üblichen und immer wiederkehrenden Berichte von Menschen, die nur kurze Zeit an der Schwelle des Todes standen. Der Autor R.A. Moody führt auch weitere Erlebnisse von Menschen auf, deren Begegnung mit dem Tod ungewöhnlich lange gedauert hatte. Dabei kommt es zu weiteren sehr interessanten Erfahrungen. Moody nennt vor allem folgende Erfahrungen: 'Die Vision des Wissens', 'Lichtstädte', und 'Das Reich der verwirrten Geister'. Während ihrer Begegnung mit dem Tod, so berichten viele Menschen übereinstimmend, hätten sie auch einen Blick in einen Bereich geworfen, in dem ihnen alles Wissen - alles vergangene, gegenwärtige und zukünftige - in einem zeitlosen Zustand vorhanden und zugänglich war. Jemand äußerte sich darüber so, daß ihm alle Antworten auf seine Fragen, wenn er sie nur im Geiste stellte, im Handumdrehen zugeflogen kamen. Die Befragten bezeichneten diesen Moment als einen Zustand der Erleuchtung, in denen sie über alles Wissen der Welt zu verfügen schienen, doch waren sie später nicht fähig, ihre diesbezüglichen Erfahrungen in Worte zu fassen, die eben nur zur Darstellung irdischer Erlebnisse geschaffen wurden. Auch dauerte ihr Gefühl des umfassenden Wissens nach ihrer Rückkehr ins Leben nicht fort. Moody äußert, daß er das Gefühl hatte, daß allen diesen Berichten ein und derselbe Bewußtseinszustand zugrunde lag. Als jedoch feststand, daß die Betreffenden wieder ins Leben zurückkehren sollten, seien sie zuvor veranlaßt worden, alles dieses Wissen wieder zu vergessen, und demnach könnten sie sich nur noch an diesen Tatbestand als solchen, nicht aber an die betreffenden Bewußtseinsinhalte selbst mehr erinnern.

Sind im Weltgeist bzw. der sog- ‚Akasha-Chronik’ alle Erfahrungen und alles Wissen jenseits von Raum und Zeit gespeichert, aus dem das individuelle Bewußtsein lediglich herausgebündelt wurde und in das es dann wieder zurückkehrt, wenn es sich nach Verlassen des körperlichen Gehirnes wieder zurückstülpt? Wenn das Bewußtsein aber in den physischen Körper hineingezogen wird, so wird es damit gleichzeitig vom Weltgeist abgeschnürt, und das hat sicherlich einen evolutionären Grund: es wäre auch für einen Schauspieler wenig ratsam, wenn er sich auf der Bühne ständig an seine privaten Sorgen erinnerte, die ihn momentan nicht interessieren dürfen. Das Lebensspiel - wenn wir es einmal so nennen wollen - soll auch dazu dienen, wie wir noch sehen werden, etwas hinzuzulernen, und das geht nur dadurch, daß man zuvor jede Theorie vergißt, die bekanntlich bestimmt, was wir erkennen. Die Aussage, daß das betreffende Wissen einem in dem Moment zugeflogen käme, wenn man die bestimmte Frage auch nur dächte, weist zudem wieder auf die analogische und synchronistische Struktur jenseits von Zeit und Raum hin, die wir bereits als Sprache des Universums bezeichneten. Ich möchte hier aber eine allgemeine Bemerkung einfügen: Natürlich ist es methodisch angebracht, allen solchen Berichten zunächst mit Skepsis zu begegnen und nach ganz rationalen Erklärungen zu suchen. So könnte man diese Sterbeerlebnisse gewissermaßen als ein Notprogramm des Gehirnes deuten, das den Sterbenden aus seiner psychischen Not befreien soll. Aber andererseits müßte man, wenn man schon so argumentiert, fragen, warum sich denn die Natur diese Mühe machen sollte, da sie doch auch sonst so grausam ist und es für diese Dinge keine evolutionäre Notwendigkeit mehr gibt, weil die Sterbenden bereits ihrer Fortpflanzungspflicht genügt haben. Dennoch will ich bei allen Vorträgen, die ich auch weiterhin bringe, diese gewissermaßen vorerst ungeprüft ansammeln und am Ende fragen, wie sich alles in ein Gesamtschema einfügen läßt. Erhärtet sich eine bestimmte Vermutung dabei nicht, so gerät ein Vortrag deshalb von ganz alleine in Vergessenheit. Dennoch werde ich aus Gründen, die sich aus der Gliederung des Stoffes ergeben, bisweilen bestimmte Anmerkungen machen, wie sich die Dinge in unser bereits erahntes Bild einordnen lassen könnten, wobei ich mich allerdings von bestimmten Informationen leiten lasse, die ich erst in den folgenden Kapiteln darlegen kann.

Kommen wir noch einmal auf das Tunnelerlebnis zurück. Wir erinnern uns an Moodys Berichtauszug: "...nimmt er ein ungeahntes Geräusch wahr, ein durchdringendes Läuten oder Brummen, und zugleich hat er das Gefühl, daß er sich sehr rasch durch einen langen, dunklen Tunnel bewegt. Danach befindet er sich plötzlich außerhalb seines Körpers..." Auch die Schamanenreisen werden von den Schamanen als außerkörperliche Reisen aufgefaßt. Sie gelangen während ihrer Trance zu Kenntnissen, die sie eigentlich nur gewinnen konnten, wenn sie sich inzwischen an ganz anderen Orten aufgehalten haben. Hier zeigt sich eine tiefe Beziehung zu der wie auch immer beschaffenen Realität der Sterbeerlebnisse. Die Schamanentunnel wurden als sehr enganliegend und wie angegossen beschrieben, und genauso beschreiben auch Moodys Gesprächspartner jenen Tunnel, durch den die Sterbenden gezogen werden: ein langer dunkler Gang, ein Rohr... "Ich bewegte mich hin und her, vibrierte die ganze Zeit im Rhythmus dieses Geräuschs..." - "Trat ich mit dem Kopf voran in einen ungemein dunklen Durchgang ein, in den ich offenbar haargenau hineinpaßte. Ich begann hindurchzugleiten, tiefer und immer tiefer." Und auch die merkwürdigen Geräusche passen sehr zu den Trommelrhythmen, die die Tunnelreise des Schamanen einleiten und begleiten. Hat hier ein reines Kulturprodukt seinen Abdruck im Jenseits hinterlassen oder kommt umgekehrt die halluzinogene Wirkung des Trommelklanges aus einer geistigen Welt? Wir haben es hier ganz offensichtlich mit dem Henne-Ei-Problem zu tun, das auch zweifellos ganz ähnlich beantwortet werden muß - ja, dieses Problem scheint auf ein absolutes Grundmotiv des Universums zu verweisen. Es kehrt immer und in allem wieder, weil im Universum alles aus einer gemeinsamen Urquelle entstanden ist und es grundsätzlich nichts später erst neu Hinzugetretenes gibt. Alle Emergenzen sind somit nur eine Illusion. Vermutlich gilt das auch für das Geburtserlebnis, obwohl das doch scheinbar erst bei den Säugetieren zum ersten Mal aufgetreten sein kann. In Wirklichkeit hat sich hier aber wohl ebenfalls eine physische Realität aus einer präexistenten geistigen ergeben und umgekehrt.

Welches Realitätserlebnis haben die Verstorbenen? Jemand berichtet: "Ich dachte, jetzt bin ich tot. Nicht, daß ich das bedauert hätte, doch konnte ich einfach nicht darauf kommen, wohin ich denn jetzt eigentlich gehen sollte. Mein Denken und Bewußtsein waren absolut dasselbe wie im Leben, aber ich konnte mir das Ganze nicht erklären..." Die Verstorbenen hatten nicht das Gefühl, sich in einem wie auch immer gearteten Körper aufzuhalten, sondern nahmen sich als reines Bewußtsein wahr. Niemand konnte seinen 'Leib' wirklich beschreiben, wenn er auch hin und wieder davon sprach, aber wohl mehr im Sinne einer Erinnerung oder einer Denkgewohnheit.

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