Diskussionsrunde

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Hintergrundstrukturen

Unser Forum

 

Beim Denken kämpft der Weise gegen alle. (Sapiens contra omnes arma ferit, cum cogitat.) Publilius Syrus

 

Natürlich werden unsere Foren unauffällig und behutsam von unseren Moderatoren gelenkt, damit sie nicht in einer Weise ausufern, die für die Gesprächspartner uninteressant wird. Unsere Moderatoren sollten aber - das soll ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein und wird auch von den Managern kontrolliert - gerade nicht unreflektiert in alten und teilweise überkommenen Denkgewohnheiten verharren, sondern grundsätzlich gemäß unserem Motto für neue Denkansätze offen sein. (Ein negatives Beispiel dafür wird in unserer Liste am Schluß erwähnt.)

Du kannst selbstverständlich auch als bloßer Besucher überall hinzutreten und den Diskussionen beiwohnen. Allerdings mußt du dich dabei auf die Rolle des passiven Zuhörers beschränken, solange du dich nicht registrieren lassen hast. Das erfolgt in der Weise, daß du auf der dafür vorgesehenen Seite (siehe den entsprechenden Kopfleisten-Button) Deinen Namen und deine email-Adresse angibt. Du bekommst dann von uns dorthin einen Code zugeschickt, mit dem du dich danach bei uns einloggen kannst. Damit bist du bei uns nicht mehr nur ein Besucher, sondern unser ‚Gast’. Diese Prozedur ist nötig, damit wir eine gewisse Kontrolle über die Beiträge haben und unsere Ordnerfunktion ausüben können. So kann nicht jeder ohne weiteres auch fragwürdige oder sogar strafrechtlich relevante Beiträge abgeben, denn das würde jetzt – ggf. nach erfolgender Vorwarnung – nicht nur zur Löschung seines Kommentars, sondern auch seines weiteren Zutrittsrechtes führen. Mit Deinem Code solltest du dich also zugleich verpflichten, keine beleidigenden, allgemein strafrechtlich relevanten, rassistischen, pornografischen u. dgl. Kommentare abzugeben. Ansonsten ist alles möglich. Nur solltest du auch ein gewisses Gespür dafür entwickeln, wie weit deine Beiträge einigermaßen konsensfähig sind, da sich anderenfalls dein ‚feedback’ immer mehr ausdünnen könnte und du möglicherweise in einem verwaisten Nebenzweig unseres Forenbaumes landest, in dem du nur noch dein eigenes Echo hörst.

Du kannst das hier auch als unseren Kopfbahnhof sehen. Begib dich also auf einen der Bahnsteige, die in der folgenden Übersichtstabelle bereits vorgestellt werden und die Du in unserem Forum wiederfindest. Hier sind zunächst verschiedene, auch teilweise provokante Thesen vorgegeben, die zur weiteren Erörterung anregen sollen. Später kannst du auch eigene Thesen vorgeben. Alle diese Themen werden in unserem Forum erörtert.

 

Thema

These   

 
 

Die Gestalt des Universums

Das Universum muß einerseits grenzenlos sein, weil eine plötzliche Grenze undenkbar ist. Andererseits ist aber etwas Grenzenloses schlicht undenkbar. Somit ist der Zustand des Universums in objektiver Hinsicht paradox. Es scheint nur eine subjektivistische Lösung dafür zu geben, nämlich daß es an den Grenzen unseres Bewußtseins zu existieren aufhört. Aber läuft das nicht auf einen Solipsismus hinaus?

 
 

Religion und Kirche

Der Begriff 'Religion' hat kaum noch eine Bedeutung, wenn in seinem Namen selbst schlimmste Verbrechen begangen werden. Wir sollten uns deshalb nicht zu sehr an Begriffen festhalten, sondern grundsätzliche Strukturen zu erkennen versuchen. Wenn wir strikt zwischen 'Religion' und 'Kirche' unterscheiden, finden wir zu mehr Klarheit. Die religiösen Ziele sind überall gleich, nicht aber die Wegweiser zu ihnen. Wer über Religion streitet, streitet sich über verschiedene Wegweiser, und das ist der beste Weg, sich vom eigentlichen Ziel zu entfernen.

 
 

Materialismus und Spiritualismus

Oder mit anderen Worten: Positivismus und Idealismus. Der Positivismus ist ansich eine retardierte Weltsicht, die die Erscheinungen mit ihrem Wesen gleichsetzt. Daraus folgt ein flacher Realismus und Materialismus. In historischer Entwicklung etablierte sich diese Weltanschauung über die Stationen Kopernikanik und 'Aufklärung'. Letztere war aber ansich nur die Folge einer zu ihrer Zeit notwendigen politischen Revolution und basierte zunächst auf rein utilitaristischer Notwendigkeit, was später allerdings fixiert wurde. Ansich ist diese fast 300-jährige Weltanschuung mittlerweile gründlich veraltet und entspricht nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit, weil ihre Folgerungen unseren Planeten über seine Grenzen hinaus belasten.

 
 

Der Organismus als Weltprinzip

Eine organische Weltsicht läßt sich als eine Vorstufe zum Spiritualismus sehen - insofern, als sie zwar noch nicht unbedingt bewußt philosophisch begründet ist, aber doch schon gefühlsmäßig und ethisch daraufhin angelegt ist. Organisches Handeln beruht auf einer verantwortungsvollen Lebenshaltung, die statt von bloßem Egoismus vielmehr von der Auffassung geprägt ist, daß man als Einzelner nur eine bestimmte Stimme im Weltchor des Universums hat oder ist und daß man sich mit dieser seiner (vorgegebenen!) Stimme richtig in diesen Chor einordnen muß. Niemand ist einerseits nur aus sich selbst bestimmt, doch andererseits gibt es auch keinen universalen Maßstab, der für alle gleichermaßen gültig ist.

 
 

Der archetypische Kugelwürfel

Das kollektive Unbewußte im Sinne C.G. Jungs hat offensichtlich eine ganz bestimmte geometrische Struktur, in die das Bild des Weltenbaumes (eine Entsprechung auch des Merkurstabes) als zentrale Vertikalachse eingebunden ist und die sich aus dessen Zweigen kugelförmig nach außen wieder in sein Wurzelwerk zurückbiegt. Die so enstehende Kugel ist in einen umgreifenden Würfel eingebunden. Die Kugel entspricht dabei dem Geist- und der Würfel dem Materieprinzip. Alle der Kugel entsprechenden horizontalen Kulturen thematisieren das Runde; alle vertikalen modernen Kulturen thematisieren das Eckige. Es gibt insofern zwei universale Gegenprinzipien: das spirituell-horizontal-qualitativ-runde und das materiell-vertikal-quantitativ-eckige.

 
 

Die Farbenlehre

Der Streit über die Farbenlehre ist das historische und bis heute aktuelle Kernthema der Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der Aufklärung und den sog. 'Deutschen Idealisten' um die Zentralgestalt Goethe. Während sich die Aufklärer auf Newtons Farbentheorie beriefen, sah Goethe eher den physiologischen Aspekt des Gesamtphänomens. Dem liegt ansich die Auffassung zugrunde, daß die Farben erst im Kopf des Betrachters entstehen, was nicht nur mittlerweile von der modernen Gehirnforschung bestätigt wurde, sondern auch Newton bewußt war. Er wurde eben nur viel zu flach ausgelegt.

 
 

Die Natur des Äthers

Eines der größten und unergründlichsten Phänomene befindet sich nicht nur direkt vor unserer Nase, sondern durchdringt uns auch ganz elementar: nämlich der Raum bzw. der Äther. Eigentlich ist er nicht nur als objektiv gegeben erklärbar, sondern hat auch die Struktur einer Traumwelt.

 
 

Die Welt als Computersimulation

Wenn die Welt tatsächlich nur im Geiste existiert, wie es der irische Philosoph George Berkeley bereits vor fast 300 Jahren sagte, so wäre auch jede feste Materie ansich nur eine Illusion. Seit neuerer Zeit gibt es hochentwickelte interaktive Online-Computer-Rollenspiele, die uns als Modell einer Welt dienen könnten, die auf der Priorität des Geistprinzips beruht - im Gegensatz zur Priorität des Materieprinzips, das in unserer offiziellen westlichen Gesellschaft immer noch vorherrscht.

 
 

Mikromakro

Ist es nicht ein merkwürdiger Zufall, daß wir exakt in der Mitte zwischen Mikro-und Makrokosmos leben? Das sog. 'Anthropische Prinzip', mit dessen Hilfe uns erklärt wird, warum wir in einer so wunderbar auf unsere Anforderungen geeichten Welt leben - indem es sagt, das sei eben ganz logisch, weil wir in einer anderen Welt gar nicht erst entstanden wären und uns demnach auch solche Fragen nicht stellen könnten - reicht dazu als Erklärung aber nicht aus. Konsequenterweise müßte das zur (tatsächlich von vielen Physikern vertretenen) Annahme vieler anderer Parallelwelten führen, die allerdings nur unerkannt existierten. Solche unerkannten Welten kann es aber gemäß der Erkenntnis: "Kein Objekt ohne Subjekt" gar nicht geben.

 
 

Die Inkarnation der Seele

Computer können niemals eine wirkliche Selbstintelligenz entwickeln. Sie sind immer nur Werkzeuge unseres Geistes. Computerprogramme können auch nur in unserem Geiste in Erscheinung treten. Computer sind tot, weil keine Seele in ihnen inkarniert ist. Erst die Inkarnation der Seele macht auch aus unserem biologischen Körper ein lebendiges Gesamtwesen.

 
 

Die kosmische Geistkugel

 

Die Welt ist ein einziger sich selbst denkender geistiger Organismus, der lediglich in der Illusion lebt, eine in eine Vielheit unterteilte Welt zu sein. Das ist ansich bereits die Auffassung der Upanischaden, der uralten indischen Philosophie, der gemäß es einerseits einen universalen Brahman als All- oder Weltgeist sowie andererseits einen (oder richtiger natürlich nahezu unendliche viele) Brahman(e) gibt - die jeweilige Einzelseele(n). Dabei ist der Atman aber nur eine "Ausstülpung" des Brahman, was bedeuttet, daß unser jeweiliges Einzel-Ich in seiner tieferen Wurzel identisch ist mit dem, was C.G. Jun als das 'kollektive Unbewußte'  bezeichnet hat.

 
 

Astronomie und Astrologie

Beide scheinen auf gegensätzlichen Weltanschauungen zu beruhen, die sich gegenseitig ausschließen. Aber handelt es sich nicht nur um eine unterschiedliche Perspektive? Hatte Kopernikus recht, als er die Sonne ins Zentrum unseres Planetensystems stellte - oder ist das nicht nur insofern richtig, als sich daraus (wie auch schon sein Zeitgenosse Huygens bemängelte) lediglich das mathematisch eleganteste Bewegungsmodell ergibt - während aber die Astrologen durchaus vorsätzlich die scheinbaren Rückläufigkeiten der Planeten, wie sie in ihren Ephemeriden (Gestirnstandstabellen) verzeichnet sind, in Kauf nehmen, weil sie diese in ihre Betrachtungen einbeziehen wollen und müssen? Tatsächlich läßt sich nämlich gar nicht objektiv sagen, ob die Sonne oder die Erde im Mittelpunkt steht, da es im Universum anerkannterweise gar keinen zentralen Ort gibt, an dem wir das messen könnten.

 
 

Zahlenmystik

Ist die Zahlenmystik nur esoterische Spielerei oder sogar Spinnerei? Gibt es hinter den Zahlen eine tiefere Wahrheit? Ist es möglich, daß hinter ihnen, wie bereits die Pythogoreer meinten, das tiefere Wesen des Universums verschlüsselt ist? Hatten vielleicht auch die Alchemisten recht, die in magischen Quadraten dem Stein der Weisen und dem Geist der Materie auf der Spur waren und die von einem tieferen Mensch-Prinzip im Universum ausgingen, aus dem sie Homunculi in ihren Retorten künstlich zu erzeugen suchten? Dazu versucht der Admin-Essay 'Das große Arcanum' (siehe auch der Kopf-Button oben) eine Antwort zu geben.

 
 

Die Karrieristen-gesellschaft

Es ginge wohl zu weit, unsere Politiker und sonstigen Stützen der Gesellschaft persönlich verantwortlich für den Gesamtzustand unserer Gesellschaft zu machen - aber sind sie nicht Teil des Problemes? Haben wir nicht gar inzwischen eine Negativhierarchie, die das unterste nach oben kehrt? Tatsächlich scheint heute derjenige die besten Aufstiegschancen zu haben, der am stromlinienförmigsten ist - eben der typische Karrierist, der deshalb taktisch immer im Vorteil ist, weil er im Grunde überhaupt gar keine Überzeugung hat. Liegt hier nicht möglicherweise die Wurzel aller Mißstände, weil wir in den wichtigesten ausagerechnet die schlimmsten Böcke zu Gärtnern gemacht haben - zu unseren und denen des ganzen Planeten? Was sind das für Menschen, die ein hohes und wichtiges Amt ausüben, obwohl ihnen bewußt sein muß, daß sie dort kaum im Sinne ihrer Überzeugungen (vorausgesetzt, sie hätten solche) wirken können, sondern daß es ihnen genügen muß, dieses Amt eben zu besetzen - und sei es vor diesm Hintergrund eben nicht zum Wohle der Gesellschaft, so eben doch wenigstens zu ihrem eigenen und zur Auslebung eines letztlich völlig unperspektivischen Machtinstinkts?

 
 

Der Zustand unserer Kulturszene

Künstlerkunst oder Galeristenkunst? Es gab eine Zeit, da entstanden Kunstideale und - ideen zuerst bei den Künstlern, denen sich erst in einem späteren Stadium die Kunsthändler anschlossen, um sie zu vermarkten. Dann gab es ein Zwischenstadium, in dem galt: Kunst ist das, was derjenige macht, der es versteht, andere glauben zu lassen, daß das, was er macht, Kunst ist. Heute hat man allerdings eher den Eindruck, daß die Galeristen bestimmen, wer Künstler ist und wer nicht. Eine Zeitlang verordneten sie ihren Kunden regelrecht, was Kunst sei und was nicht: Kunst ist das, was jeder machen kann, aber nicht jeder machen darf. Denn hätten sie eine so zu bezeichnende Künstlerkunst hochkommen lassen, so hätten sie sich um ihr Definitionsmonopol gebracht - ein Fehler, den sie bereits im 19. Jahrhundert gegenüber den Impressionisten gemacht hatten und den sie nicht wiederholen wollten.

 
 

Das schamanische Universum

Das schamanische Universum ist spirituell, weil es von der Geistpräferenz ausgeht und damit den Geist ursächlich vor die Materie stellt. Unser gegenwärtiges oiffizielles Weltbild geht dagegen von der Materiepräferenz aus und akzeptiert dabei die Voraussetzung, daß ursprünglich mit dem sog. Urknall plötzlich die ganze Materie in ein bereits bestehendes Raum-Zeit-Kontinuum geschleudert wurde, aus der sich später alles weitere aufbaute und am Ende eben das menschliche Bewußtsein entstand, das die schon zuvor als existent gedachte Welt wahrnahm. Demgegenüber geht das schamanische Universum von einer Allbeseeltheit unserer ganzen Umgebung aus. Es ist nicht positivistisch, sondern animistisch.

 
 

Die Neoscholastiker.

(Siehe dazu den Admin-Essay 'Die Inszenierung der Moderne'.)

Nina Hagen in einer typischen SelbstdarstellungHerr Bublath verlaesst die Runde

 

Wie wir nicht moderieren wollen:

Wer erinnert sich noch an die Fernseh-Diskussionsrunde mit dem Wissenschaftsjournalisten Joachim Bublath und einigen Esoterikern - u.a. Nina Hagen, die vor allem von ihren Erlebnissen mit Außerirdischen berichtete? Offenbar fühlte sich der Journalist in dieser Runde fehl am Platz und brachte das durch Grimassenschneiden sehr deutlich zum Ausdruck, was wiederum Nina Hagen so sehr provozierte, daß sie sich demonstrativ von ihm fortsetzte. Als schließlich noch eine andere Gesprächsteilnehmerin von ihren Engel-Erlebnissen berichtete, reichte es Herrn Bublath, und er verließ die Runde. Allerdings hatte der Titel der Sendung gelautet: "Ufos, Engel, Außerirdische: Sind wir nicht allein?": Insofern muß man sich fragen, warum Herr Bublath überhaupt an dem Gespräch teilgenommen hatte - zumal Nina Hagen und deren extravagantes Temperament ihm nicht ganz unbekannt sein konnten. Vieles kann man am besten aus der Körpersprache erkennen, und wenn die Moderatorin Frau Maischberger ihren direkten Nachbarn auch nicht so deutlich sehen konnte wie es dem Fernsehpublikum möglich war, so hätte sie es doch merken müssen: Der anfängliche Provokateur war Herr Bublath, allerdings benutzte Nina Hagen das als Vorwand zu einer jener Selbstdarstellungen, für die sie immer gut ist - und sie erreichte damit genau das, worum es ihr wohl nur ging: sie brachte, wie man aus diversen Kommentaren später erkennen konnte, sämtliche Spießer gegen sich auf, die sich stattdessen lieber hinter Herrn Bublath verschanzten (das ist übrigens archetypisch bedingt).

Interessant war aber vor allem Frau Maischbergers Schlußkommentar: Jetzt habe der "vernünftige Mensch" die Runde leider verlassen. Warum hatte sie dann aber alle anderen erst eingeladen, wenn sie ihnen dieses Attribut von vornherein absprach? Es scheint allerdings ihr Stil zu sein, ihre Gäste gelegentlich vorzuführen. Natürlich war der Auftritt von Nina Hagen, wenn auch für sie gewissermaßen künstlerisches Stilprinzip und insofern nicht einfach nur nach üblichen bürgerlichen Normen zu beurteilen, Geschmacksache. Aber das rechtfertigte die Moderatorin nicht, sie anschließend ungefragt zu duzen und wie ein Kind zu behandeln.

Die ganz grundsätzliche Frage, die sich hier ergibt, ist aber die nach der Definition der Vernunft und dem damit verbundenen Wissenschaftsverständnis. Postulierte sie im Geiste der Aufklärung nicht ursprünglich, daß man frei von aller Subjektivität unvoreingenommen an jede Sache herangehen sollte? Aber man sollte nicht glauben, daß mit der Aufklärung wirklich eine neue Zeit begann, denn ganz augenscheinlich traten an die Stelle der früheren Scholastiker nun die Neoscholastiker. Denn seither gilt nach wie vor nur der als vernünftig, wer sich an das hält, was offiziell anerkannt ist. Als nämlich der ebenfalls anwesende Parapsychologe Walter von Locadou meinte, man müsse dem ursprünglichen Gebot der Wissenschaftlichkeit auch über die Grenzen des Etablierten hinaus folgen (wobei er u.a. an Klopfgeist-Phänomene dachte), protestierte Herr Bublath vehement - denn, so scheint es, was nicht sein darf, das kann auch nicht sein. Wer sich damit auch nur näherungsweise befaßt, ist ein Häretiker und Ketzer des neuen Wissenschaftsglaubens (oder wie Karl Jaspers sagte: Wissenschaftsaberglaubens).

Doch haben die Aufklärungstheoretiker lediglich eine neue Scholastik an die Stelle der alten setzen wollen? Oder stellen wir die Frage anders - als Frage nämlich nach dem Vernunftverständnis: Wer kann vernünftigerweise am ehesten als vernünftig gelten: Derjenige, der sich, auf welche Weise auch immer, treu an das hält, was derzeit allgemein anerkannt ist - oder derjenige, der sich wie ein erwachsener Mensch verhält? Denn das tat in dieser Runde explizit - d.h. wenn wir die nicht erwähnten Gesprächsteilnehmer dabei außer Betracht lassen - nur Herr von Locadou.

 

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