Thema Astrologie

   
   

Die vier Quadranten des Horoskops

 
 

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Ford Maddox Brown: Work.

Diese Darstellung zeigt das organische Zusammenwirken aller Temperamente, die hier auch entsprechend dem astrologischen Tierkreis und den Häusern des Horoskopes angeordnet sind.

Jede höhere Zivilisation bzw. Organisation basiert auf dem Prinzip der Vernetzung, durch die nichtidentische Bereiche sich gegenseitig verbinden und überlagern. Die Vernetzung bringt Bereiche zusammen, die sonst nur alle für sich existieren könnten und dadurch zu größerer Autonomie gezwungen wären, wodurch eine komplexere Spezialisierung unmöglich würde. Komplexität und Spezialisierung sind also nur möglich, wenn auf der Basis des Informationsprinzips ein größerer Überorganismus entstehen kann, in dem die sonst autonomen Bereiche und kleineren Organismen nunmehr zu spezialisierten Organen eines größeren Organismus werden können. Je umfassender dabei das Vernetzungssystem ist, desto größer ist auch der Überorganismus, wobei es allerdings wohl Grenzen gibt, jenseits derer die Informationswege unter den Einzelorganen zu weit oder zu kompliziert werden und auch eine weitere Spezialisierung keine Vorteile mehr bringt, die noch in der Lage wären, die größer werdenden Nachteile auszugleichen. In der Wirtschaft ist das u.a. als sog. Autarkieproblem bekannt, demzufolge kleinere mehr oder weniger regionale Wirtschaftseinheiten trotz des Zusammenschlusses zu einem Großstaat sinnvollerweise eine relative Autonomie behalten sollten, weil bestimmte Probleme und Vorgänge nur vor Ort gelöst werden können. Dabei muß unterschieden werden zwischen solchen Aufgaben, die besser regional, und solchen, die besser überregional organisiert werden können. Die Unterteilung in überschaubare Grundeinheiten ist demnach auch in einer Großorganisation immer sinnvoll, auch wenn der gleichzeitige Vorzug der überlagerten Einheit ebenso offensichtlich ist. In der Biologie begegnet uns das als notwendiger Übergang von den Einzellern zu den Vielzellern: die Einzeller waren ja bereits Systeme aus mehreren Organen in einer Zelle, was sich bis dahin als so vorteilhaft erwiesen hatte, daß diese organischen Substanzen selbst reproduktionsfähig geworden waren und dadurch gegenüber den unorganischen einen ungeheuren Evolutionsschritt bedeuteten. Doch stieß dieser Vorteil bei der weiteren Entwicklung von Einzellern wegen der zu langen Versorgungswege innerhalb der Zelle irgendwo an eine Grenze, von der an sich dann die Vielzeller entwickelten, die nun ein neues Prinzip darstellten, auf dem sich erst höheres Leben entwickeln konnte. Es handelt sich demnach um ein immer wiederkehrendes Thema, das wir als ein Fundamentalthema des Universums betrachten können, worauf eben auch die mythologische und archetypische Bedeutung des im Merkurstab dargestellten Doppelschlangenmotives hinweist, dem die Struktur der Doppelhelix als Informationsträger - zumindest nach der Überzeugung eines in archetypischen Kategorien geübten Denkers (etwa C.G. Jungs) - nicht nur zufällig entspricht. Es ist das Thema der Vernetzung von Organen, die bis zu einer bestimmten Grenze so sinnvoll ist, daß dadurch ein Überorganismus entsteht, der eine eigene Seele besitzt, wobei diese neue Überseele aber auch natürliche Grenzen ihrer räumlichen Entwicklung hat. Das wiederum begegnet uns in der Problematik der Völkerverbindung (wie weit ist etwa ein vereintes Europa möglich?) Es hatte sich aber bereits im Frühkapitalismus erwiesen, daß die Handelsverbindung mehrerer Städte für alle Einzelstädte Vorteile bezüglich ihrer jeweiligen Marktentfaltung brachte.

 

Wir können also alle diese aus der Biologie bekannten und dort geltenden Funktionsmechanismen direkt auf höhere soziologische Organismen übertragen. In einer echten Marktwirtschaft, die diesen Namen verdient, arbeiten sich alle Wirtschafts-„Subjekte“ entgegen, und nur so weit, wie das tatsächlich organisch geschieht, entfaltet sich der übergelagerte Organismus. Anderenfalls kommt es zu Stockungen und Verkantungen. Das ist aber keineswegs nur in wirtschaftlicher Hinsicht so, sondern gilt grundsätzlich für alle Bereiche menschlichen Zusammenlebens. Nicht nur in einer menschlichen Gemeinschaft gilt der Grundsatz, daß alles „konzertiert“ sein muß und daß alle Organe bzw. die unterschiedlich veranlagten und begabten Individuen wie in einem großen Chor oder Orchester zusammenwirken müssen. Dabei kommt jedem der Platz zu, der ihm im Maße der übergeordneten Melodie zusteht, und nur, wenn er selbst weiß und empfindet, wie und zu welcher Zeit er seine Stimme erheben darf, handelt er in seinem eigenen und allgemeinen Interesse organisch. Handelt er diesem Gesetz zuwider, wird er von seinen eigenen Konsequenzen irgendwann eingeholt. Ein System, in dem der Gedanke von „egoistischen“ Zellen zum vorherrschenden Paradigma wird, ist bereits in seiner Wurzel krank, pervertiert und degeneriert. In durchaus archetypisch richtiger Wortbedeutung spricht man dann von ‚Plutokratie’, also der Herrschaft des Geldes, die wie alle Krebsgeschwüre dem astrologischen Pluto-Prinzip zugeordnet sind.

Damit sind wir nun beim Thema ‚Astrologie’, dem immerhin einige Grundweisheiten zu entnehmen sind.

Ein großer Teil der Bevölkerung glaubt an einen Zusammenhang zwischen Schicksal und Sternenkonstellation. Angesichts der nicht zu bestreitenden Vorzüge der astrologischen Typen gegenüber den vorwissenschaftlichen und wissenschaftlichen ist dies nicht verwunderlich. Zunächst gibt doch schon die zwölffache Gliederung viel größere Möglichkeiten der Unterscheidung als die zwei- oder dreigliedrigen Systeme der Psychologie. Ferner haben die Tierkreistypen gegenüber den Prävalenztypen den Vorteil der Geschlossenheit… Sie sind wie aus einem Guß und dazuhin noch von einer faszinierenden Weltschau getragen. Die astrologischen Typen erscheinen weiten Kreisen der Bevölkerung als ein recht praktisches und untrügliches Mittel zur Menschenkenntnis. (Rudolf Spieth: Menschenkenntnis im Alltag.)

Uns geht es hier aber nur darum, daß die mit den verschiedenen Sternzeichen dargestellten Temperamente, deren Bedeutungen sich aus uralter Erfahrung ergeben, grundlegende Wesenheiten bzw. Instrumente eines organischen Orchesters sind, ohne das sich kein menschliches Drama im positiven oder negativen Sinn entwickeln und gestalten kann. Alle diese Typen haben dabei die gleiche Berechtigung und ihre jeweilige Mitwirkungsnotwendigkeit. Die Universalität der einzelnen astrologischen Tierkreiszeichen und entsprechenden Häuser des Horoskopes kommt auch darin zum Ausdruck, daß es bestimmte Stadien der Welterschließung sind, was besonders in der Entwicklung des Kleinkindes deutlich wird. (Siehe dazu unseren Essay 'Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde'.)

Während ein kausalistisches Denken in der Wirtschaft nur die Gestaltungskraft des - insofern dem Widder zugeordneten - Unternehmers sieht, erkennt man aus globalerer Sicht ganz augenscheinlich, daß ein solcher Unternehmer seine Handlungsvorstellungen und –absichten dem gesamten Umfeld entnimmt, in dem alle anderen Elemente ebenso mitwirken. Es gibt demnach keine Vereinzelungen – es sei denn nur unter einem bestimmten Blickwinkel. Wer sich die Bedeutung der Tierkreiszeichen vor Augen führt, dem leuchtet eigentlich ganz von selbst ein, daß sich aus ihrem Zusammenwirken ein stimmigeres Bild unserer Wirklichkeit ergibt als aus dem sonst üblichen kausalistischen Bild, demzufolge alle Menschen über einen und denselben Leisten geschlagen und vor den gleichen Maßstab einer absolut normierenden Außenwelt gestellt werden. Diesem allerdings offiziellen Weltbild gemäß gibt es ja auch fest gegeneinander abgegrenzte Wirkungsbereiche mit bestimmten Funktionen - etwa den der Wirtschaft. Aus dieser Logik heraus sind etwa die ‚Leute der Wirtschaft’ allein diejenigen, die für die anderen die Wirtschaftsleistungen miterbringen und sie demgemäß mittragen - so auch u.a. die gesamte Kultur und alle sonstigen Dinge, die eigentlich nur Geld kosten. Die Historiker wissen das ansich besser, denn sie betrachten das nicht nur vom status quo aus, auf dem unsere Wirtschaftsstrategen alleine bestehen, denn sie wissen etwa: Ohne die Romantiker hätte es keinen Zollverein und ohne diesen keinen Krupp gegeben. Der Geldschöpfungskreislauf folgt tatsächlich einem immer gleichen Muster, demgemäß erst aus ursprünglichen Qualitäten Quantitäten werden, die dann wieder die Qualitäten abbauen, wonach der Kreislauf aufs Neue beginnt. Wenn sich etwa in einer heruntergekommenen Stadtgegend, nachdem in ihr der Wohnraum erschwinglich geworden ist, zunächst alle möglichen Randexistenzen niederlassen und dadurch diese Gegend immer bunter wird, sodaß sich auch kreative Bohemiens und Studenten dort niederlassen, wird die Gegend im Laufe der Zeit wieder attraktiver. Am Ende kommen dann die Makler, zwangsmodernisieren die Häuser und treiben die bisherigen Bewohner in neue Ghettos, woraufhin die dadurch entstehenden Luxuswohnungen nur noch von etablierten Normalbürgern oder ‚Besserverdienenden’ bezahlt und bezogen werden können. Am Ende wird die ganze Gegend dadurch absolut uninteressant und trostlos; aus Qualität wurde Quantität, die ihrerseits das Kapital wieder vernichtet, wonach am Ende der gleiche Kreislauf von vorne beginnt. Das zeigt, daß unsere übliche Logik der Gelderzeugung ansich auf den Kopf gestellt werden müßte. Was nämlich von unseren derzeitigen Wirtschaftsstrategen und angeblichen Wirtschaftssachverständigen (vermutlich aus lobbyistischen Gründen) leider allzu sehr ignoriert wird, ist die Tatsache, daß die Basis jeder Wirtschaft die sog. Realwirtschaft ist. Diese ist auf einen funktionierenden Markt bezogen, dessen Tauschakte die Quelle allen Geldes sind. Denn das Geld ist nichts anderes als ein bis zum Äußersten formalisiertes Tauschwertäquivalent bzw. eben das Blut des Marktes, das nur von diesem in einer konzertierten Weise erzeugt wird - statt von irgendjemandem in einem Einzelakt "verdient". Der Markt aber ist ein lebendiger Organismus, der, wie bereits die Merkantilisten des absolutistischen Zeitalters wußten, durchaus dem tierischen oder menschlichen Organismus vergleichbar ist. Um das alles näher darzustellen, müssen wir uns im folgenden den einzelnen Tierkreiszeichen zuwenden, die wir in den sog. vier Quadranten des Horoskops zusammenfassen:

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