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Die 7 und die 13

   

Das Zahlenfeld der Sieben

 

Interessant ist nun aber die Tatsache, daß die Zahlenfolge, die sich aus unserem so gefundenen Zahlenkreis ergibt, auch mathematisch bedeutsam ist. Die niedrigste Zahlen­kombination ist dabei nämlich folgende: 142857, und nun ergibt sich ein überaus spektakulärer Umstand: jede weitere, der Wertigkeit gemäß höhere, Zahlenfolge innerhalb des gleichen Kreises ist ein ganzzahliges Vielfaches dieser er­sten Folge:

Der 7 Farbkreis  
   

142857 = 1 x 142857

285714 = 2 x 142857

428571 = 3 x 142857

571428 = 4 x 142857

714285 = 5 x 142857

857142 = 6 x 142857

Man sollte es eigentlich nicht für möglich halten, daß es überhaupt eine Zahlenfolge gibt, die diese Bedingung erfüllt!! Welche Wahrscheinlichkeit spricht dafür, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Quantifizierung der Welt? (Siehe dazu unseren theoretischen Anhang.)

Wir schreiben nun diese Zahlen in das folgende Feld:

142

285

428

857

714

571

571

714

857

428

285

142

 

Wir haben damit das Zahlenfeld in vier Sektoren unterteilt, bei denen sich folgende Regeln ergeben: Beim Übereinanderlegen der durch die vertikale Trennlinie geteilten Hälften fallen zwei Zahlen immer so aufeinander, daß ihre Gesamtsumme 9 ergibt. Diese Zahl 9 - das haben wir in dem Essay 'Die Würfelzahlen' bereits dargestellt - können wir als die Zahl des kosmischen Ausgleiches bezeichnen, in der alle (immanen­ten) Polaritäten zusammenfallen. Die magische Neun spielte deshalb eine besondere Rolle in der Naturmedizin oder bei der Erkennung von Krankheiten oder sonstigen Mißständen, die so gedeutet und therapiert wurden, daß ihnen ein sie ergänzendes Mittel zugeführt werden mußte. Wir müssen auch den Umstand berücksichtigen, daß hinter dem Komma die 9 der 0 benachbart ist und in sie übergeht, wenn wir einen weiteren Zählwert vor das Komma setzen, denn 0,999999 ... ist gleich 1,00000... Alle Neunen hinter dem Komma fallen also zusammen wieder in die kosmische Ursprungszahl 1 zurück. Das gesamte hier betrachtete Zahlenfeld ist demnach nur eine Emanation der kosmischen Eins - dem Weltmittelpunkt.

Des Weiteren: Beim spiegelbildlichen Umklappen um die Horizontal-Trennlinie fallen ebenfalls zwei Zahlen immer so aufeinander, daß ihre Gesamtsumme 9 ergibt. Das, was wir bei der horizontalen Verschiebung erreichen, erreichen wir hier nur dadurch, daß wir alles um die Horizontalachse klappen, so daß sich die Zahlenfelder dabei insofern umkehren.

Anima Mundi C  

Yggdrasil 2

Anima mundi. (Die Weltseele.)   Yggdrasil. Der germanisch-schamanische Weltenbaum.

 

Ich beziehe mich nun auf meine Ausführungen in meinen anderen Essays (besonders auch denen im Bereich Hintergrundstrukturen). Grundsätzlich führe ich darin aus, daß die Analogie von mathematischen Ableitungen und mythologischer Thematik nicht nur auf Zufall beruht, denn beides kommt aus dem Urgrund des kollektiven Unbewußten im Sinne C.G. Jungs. Wir müssen dazu allerdings mit unseren grundsätzlichen Vorstellungen über die Mathematik als reine Quantifizierungstechnik und aus der christlichen Religion und der sog. Aufklärung übernommenen Vorurteilen über schamanische Weltbilder aufräumen. Letzteres wird den modernen Intellektuellen, die die Bücher von Eliade, Harner, Castaneda u.a. kennen, sicher leichter fallen als ersteres (schließlich handelt es sich, wie wir an anderer Stelle gezeigt haben, um Grundmotive des kollektiven Unbewußten), doch sollte es möglich sein, zu erkennen, daß auch jeder Zählung zunächst eine Quantifizierzungsidee vorausgesetzt wird und die Mathematik somit eher eine Geistes- als eine Naturwissenschaft ist. Ich fahre nun also fort:

Die Tatsache, daß über die Vertikalachse, die bei der flächigen Darstellung auch die Nord-Süd-Achse sein kann, nur verschoben wird, während um die Horizontalachse (analog der Ost-West-Achse) umgeklappt wird, weist im letzteren Fall auf den archetypischen Gegensatz von Über- und Unterwelt (siehe unseren Essay Eine andere Wirklichkeit). Wir haben bereits gezeigt, daß in allen horizontalen Kulturen die Unterwelt als Spiegelwelt der Oberwelt gesehen wird - eine Auffassung, die auch bei den mystischen Praktiken etwa im Woodoo (siehe unseren entsprechenden Essay) ihre Bestätigung findet. Im Unterfeld muß der Schamane sich immer genau umkehren, um wieder zum Ausgleich zu kommen. Dabei handelt es sich in der Auffassung sämtlicher archaischer Kulturen um zwei gegensätzliche Prinzipien oder Welten. In der Unterwelt ist eben alles spiegelbildlich - was hier böse ist, ist dort gut und umgekehrt. Das begegnet uns auch in der Antiwelt des mittelalterlichen Volkes [1] und hat sich eben selbst bis in die heutigen Karnevalsbräuche mit der besonderen Betonung der Zahl 11 erhalten. Im übrigen ist es ja auch so, daß die Wanderung in der Ost-West-Richtung objektiv beliebig ist, da es keinen Ost- oder Westpol gibt. D.h. wir verschieben dadurch lediglich unseren prinzipiell gleichbleibenden Standort, wäh­rend die Wanderung in der Nord-Süd-Richtung objektive Veränderungen etwa hinsichtlich des Sternenhimmels mit sich bringt. (Diese Analogie tendiert sicher zu einer gewissen Anthropozentrik, die aber durch unsere anderen Essays besser erklärt wird.)

Der eigentliche Grund, warum wir diesen Zahlenkreis gemäß unserer Überschrift der Zahl 7 zuordnen, ist aber der, daß er stets in den Ergebnissen von Siebenerteilungen hinter dem Komma auftritt. So ist etwa 1/7 = 0,142857142857142857.... und 2/7 = 0,285714285714285714... und 3/7 = 0,428571428571428571.. usw., bis sich schließlich bei 7/7 = 1,00000.. ergibt und - nachdem somit eine 1 vor das Komma gewandert ist - sich der ganze Vorgang nach insgesamt 7 Schritten von Neuem wiederholt. Es ist dabei bemerkenswert, daß sich ausgerechnet hinter der mystischen Zahl 7 diese merkwürdige Regel ergibt, die sich erst bei der Zahl 13 auf eine etwas abgewandelte Weise wiederholt. Wir werden nämlich sehen, daß die oben zuvor zunächst möglicherweise noch recht spekulativ erscheinende Sicht der Dinge sich durch eine ähnliche Regel auch bei der Zahl 13 bestätigen läßt, ausgerechnet also jener Zahl, der in der mystischen Tradition eine ähnliche Bedeutung zugesprochen wird - und zwar in einer dualistisch zu interpretierenden Weise, wie sie der tieferen Bedeutung dieser Zahl entspricht:

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[1] Siehe dazu insbesondere Michail Bachtin: Rabelais und seine Welt.

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